Das Zentrum für Kind und Jugend freut sich über eine Betriebsbewilligung des Kantons für weitere sechs Jahre.

Dies erfüllt Sybille Christen mit Stolz, sei es doch die längst mögliche Bewilligung für eine Kindertagesstätte. Sie leitet das Zentrum für Kind und Jugend (Kijuzu). Erstmals schreibt das Haus schwarze Zahlen. Nach zwei Jahren mit leichten Defiziten schloss die letzte Rechnung (August bis August) mit 48 000 Franken im Plus bei einem Gesamtumsatz von rund 800 000 Franken.

«Genau zum richtigen Zeitpunkt», wie Stiftungsratspräsident Stephan Hug erklärt. Denn die Anstossfinanzierung durch den Bund fällt weg. Diese betrug 2013 rund 40 000 Franken.

Aber auch aus einem anderen Grund kommen die schwarzen Zahlen zum richtigen Zeitpunkt. Die SVP Zuchwil will dem Kijuzu an die Gurgel, sprich den Geldfluss von der Gemeinde stoppen. Jährlich entgeltet die Gemeinde Zuchwil die vertraglich abgemachten Leistungen mit 350 000 Franken. Rechne man die Kosten für die Abschreibungen, die Hypothekarzinsen, Betrieb und Unterhalt des 2010 bezogenen Gebäudes (Kredit von 4,9 Mio. Franken) dazu, so komme man auf über eine halbe Million Franken, die man laut SVP locker einsparen, sprich vollständig auf die Nutzer abwälzen könnte.

Mit den schwarzen Zahlen signalisiert nun das Kijuzu, dass man die Kosten in Griff hat und diese nicht stetig anwachsen lassen will. «Wir werden uns nicht zurücklehnen. Wir wollen weiterhin auf die Kosten schauen», ergänzt Sybille Christen. Und man will weiterhin den mit der Gemeinde abgemachten Sozialtarif anbieten können. Die SVP-Motion wird im nächsten Gemeinderat behandelt.

Grossbetrieb mit 210 Kindern

Das Fazit zum Betrieb sei klar positiv. In den bald vier Jahren, die das Zentrum für Kind und Jugend in Betrieb ist, hätten sich nur Vorteile mit dieser pionierartigen Anlage ergeben.

Im Haus werden aktuell insgesamt 210 Kinder in verschiedener Art betreut. Sei es in der Kinderkrippe, ab 3 Monaten bis Kindergartenalter, im Schülerhort, der die schulfreien Nachmittage abdeckt, am Frühstückstisch oder am Mittagstisch.

Enge Vernetzung

Eng vernetzt arbeiten die verschiedenen Institutionen, was in der Arbeit mit Kindern, die ein Defizit aufweisen, von Vorteil ist. Die ordentliche Schule tritt beispielsweise Logopädiestunden für Kinder im Kijuzu ab.

Ideal sei auch die Zusammenarbeit mit der Mütter- und Väterberatung. «Wir erhalten früh Kontakt zu den Eltern und Kindern», berichtet Sybille Christen. Die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten sei ebenfalls etabliert.

Aus der ehemaligen Spielgruppe ist ein Vorkindergarten geworden, in dem Kinder während zirka 6 Stunden in der Woche bereits ab dem 3. Lebensjahr erste Lern- und Sozialisationserfahrungen machen. Dort kann bei Bedarf auch Deutsch für Fremdsprachige unterrichtet werden, wofür die Gemeinde zusätzlich 22 000 Franken bereitstellt.

Beträchtliche Einsparung

Von einem grossen Erfolg mit dem Vorkindergarten spricht Stephan Hug, der zudem Schuldirektor von Zuchwil ist: «Rund 75 Prozent aller Jahrgangskinder besuchen diese Stunden.» Die Zuchwiler Kinder werden schon von klein auf sozialisiert. Zusammen mit dem Krippenbetrieb würden 80 bis 85 Prozent aller Zuchwiler Kinder in diesem Alter erreicht. «Wir haben zwei Drittel fremdsprachige Kinder. Im Kijuzu werden diese früh erfasst. Hier können wir viel auffangen.»

Und später Kosten sparen. In den letzten vier Jahren sind die Kosten für Deutsch für Fremdsprachige in der Primarschule stetig gesunken. «Im Budget 2014 sind noch 267 000 Franken vorgesehen, 2009 zahlten wir 427 000 Franken», sagt Schuldirektor Hug. Das ist eine Ersparnis von rund 160 000 Franken, alleine in diesem Jahr. Zudem könne man im Kijuzu das eine oder andere Kind mitnehmen, welches in einer anderen Gemeinde vielleicht teuer extern betreut werden muss.