Zuchwil
Zuchwiler Kunsteisbahn zählt in den Sportferien bis zu 1000 Eintritte

Für Kinder – und ja, auch für Eltern – ist es ein Riesenspass, auf der Kunsteisbahn beim Zuchwiler Sportzentrum herumzukurven. Beim Treffpunkt versammeln sich verschiedene Kulturkreise, auf der Tribüne versammelt sich der Mutterstolz.

Sven Altermatt
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Im Sportzentrum werden die Schlittschuhe gemietet.
18 Bilder
Im Sportzentrum stehen bis zu 600 Paar Schlittschuhe zur Miete bereit
Heraus aus den Strassenschuhen, hinein in die Schlittschuhe
Die Kunsteisbahn lockt vor allem in den Ferien viele Leute an
Auch die ganz Kleinen sind mit dabei
Posieren für den Fotografen
Ob er es wohl ohne Hilfsgerät probieren will?
Gut geschliffene Kufen sollen von Vorteil sein
Mit Musik im Ohr gehts wie von alleine
Schlittschuhlaufen gibt Hunger
Im knallroten Dress den anderen um die Ohren fahren
Die Eisbahn spiegelt sich im Fenster des Sportzentrums
Die Stützen für die Kleinen
Die Eisbahn als Treffpunkt verschiedener Kulturkreise
Bei den vielen Besuchern muss man die Augen offen halten
Auf der Eisbahn gibts viel Spass
Auf dem Glatteis landet man schnell mal auf dem Boden
Die Zuchwiler Kunsteisbahn wird zum Treffpunkt.

Im Sportzentrum werden die Schlittschuhe gemietet.

Hanspeter Bärtschi

Für Kinder – und ja, auch für Eltern – ist es ein Riesenspass: auf der Kunsteisbahn beim Zuchwiler Sportzentrum herumzukurven. Der sechsjährige Pedro hat sich erst zum zweiten Mal Schlittschuhe an die Füsse geschnallt. Mindestens fünfmal ist er schon hingefallen, doch das stört ihn nicht.

Er ist ein kleiner Wirbelwind. Sein Zwillingsbruder Paulo dagegen bewegt sich noch ziemlich unsicher auf dem Eis. Er schiebt ein gelbes «Böckli» mit Aluminiumkufen vor sich hin, das ein wenig an einen Rollator erinnert. Die Mutter der beiden, Assefaw Yirgalem, erzählt: «Meine Buben hatten die Eisbahn mit dem Kindergarten besucht, nun wollten sie in den Ferien unbedingt nochmals hierhin.»

Die Yirgalems stammen aus Eritrea, seit fünf Jahren leben sie in Zuchwil. Assefaw traut sich selbst zwar nicht aufs Eis, das sei ihr zu gefährlich. Auf ihre Kosten kommt sie aber trotzdem: Mit einem Becher Kaffee in der Hand steht sie an der Bande und unterhält sich mit ihrem Schwager, der die Familie auf dem Ausflug begleitet.

Sium Abuhole ist mächtig stolz auf seine Neffen. «Sie haben den Winter entdeckt, wie ich!» Manchmal reise er sogar zum Schneewandern nach Davos, berichtet Sium, «ein magischer Ort.» Bevor er den Zwillingen Tee und Sandwiches reicht, erzählt der schlaksige Mann noch von seinem neuen Job in der Kantine einer grossen Basler Pharmafabrik.

In die Berge reisen wird überflüssig

Zufrieden ist auch Tanja Bürki. Sie ist mit ihrer ganzen Familie gekommen und beobachtet das Treiben auf dem Eis von der Zuschauertribüne aus. «Warum muss ich in die Berge fahren, wenn wir auch hierhin können?» Ein Besuch auf der Eisbahn sei viel angenehmer, meint Bürki. «Wir sind spontaner und ich kann mich auch mal ein wenig zurückziehen.»

Ohnehin scheint diese Konstellation Trumpf: die Kinder auf dem Eis, die Mama an der Bande oder auf der Tribüne. Hier versammelt sich der Mutterstolz. Manche Mütter filmen mit dem Handy die Kunststücke ihrer Kleinen. Die Stimmung ist ziemlich entspannt. Selbst von ein paar Regentropfen lässt sich niemand seinen Spass verderben – auch wenn das Eis dann stumpf wird.

Drinnen beim Schlittschuhverleih hat sich der grosse Ansturm gelegt. Isabelle Staudenmann steht hinter dem schalterähnlichen Tresen mit dem grossen Fenster und wartet auf Kundschaft. «In den Sportferien verbuchen wir an sonnigen Tagen bis zu 1000 Eintritte», erklärt die Mitarbeiterin.

Dann führt sie uns ins Schlittschuhlager. Hier warten in raumhohen Regalen 600 Paar Leihschlittschuhe auf Kundschaft. «Von 23 bis 49 sind alle Schuhgrössen vertreten», weiss Staudenmann. Bei Männern seien die Grössen 43 und 44 am meisten gefragt, bei Frauen 37 und 38. Gegenüber, im Pausenraum mit den Kaffeeautomaten, flimmert ein Eishockeyspiel über den Bildschirm; die Schweiz spielt gegen Schweden.

Den Kindern allerdings ist das herzlich egal. Sie sausen lieber draussen übers Eis, fahren mit Karacho gegen die Bande und drehen Pirouetten.