CD-Taufe
Zuchwiler Band 5-lieber tauft ihre neue CD

Wäre sie ein Champagner, dann würde «demi-sec» auf der Etikette stehen. Genauso süffig ist die Musik der Band 5-lieber, die am Samstag in der Pisoni-Turnhalle in Zuchwil ihre neue CD auf den Namen «Du bisch Du» taufte.

Hans Peter Schläfli
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CD-Taufe der Zuchwiler Band 5-lieber in der Pisoni-Turnhalle
13 Bilder
Das Konzert samt CD-Taufe fand in der Pisoni-Turnhalle statt
Pfarrer Ralf Bethke tauft die CD
Die CD wird mit Champagner begossen 500 Stück wurden produziert
Die Jungs von 5-lieber können auch romantisch
Die Band erhielt auch Unterstützung.
Raymond Andrist und Emre Eren
Sänger Marco Galantino

CD-Taufe der Zuchwiler Band 5-lieber in der Pisoni-Turnhalle

Hanspeter Bärtschi

Die locker flockige Badi-Stimmung (Eifach Summer) wird romantisch (Stand by me), um dann ins Melancholische (Plötzlech furt) zu kippen, ohne je den Optimismus zu verlieren. Auf der Bühne steht die Band 5-lieber, und sie zelebriert in der gut besetzten Pisoni-Turnhalle ein Heimspiel. Sie sind so etwas wie die Waltons aus Zuchwil und man muss sie einfach gern haben, die fünf adretten und gut erzogenen Jungs, die ihr Publikum sogar auf einen Ausflug zu Polo Hofers Alpenrosen mitnehmen. Dann lässt Ralf Bethke den Korken knallen. Mit Champagner, nicht mit Weihwasser, tauft der Zuchwiler Pfarrer die neue CD auf den Namen «Du bisch Du». «Es ist wie eine Geburt, jetzt beginnt diese Musik ihr eigenes Leben», sagt Bethke in seiner Laudatio – eine Predigt kann es ja nicht sein.

Erst am Freitagabend wurde die CD ausgeliefert. Produzent Michael Vescovi musste sie persönlich bei der Fabrik abholen, damit die Taufe überhaupt mehr als ein gewöhnliches Konzert werden konnte. 500 Stück wurden davon produziert. «Nicht um Geld zu verdienen, sondern weil wir alle davon geträumt haben», sagt Schlagzeuger Joel Grolimund. «Wir verkaufen sie für 25 Franken, obwohl uns jede einzelne eigentlich 26 Franken gekostet hat.»

Alle Mitglieder sind gute Musiker

Seit 10 Jahren gibt es die Band nun schon, und auch das gilt es zu feiern. Als 13-Jährige haben sie den Namen 5-lieber gewählt. «Ohne viel zu überlegen», sagen sie heute. Dass man die Münze eigentlich Fünfliber schreibt, weil sie 1850 mit dem Wert von fünf Pfund (französisch «Livre») eingeführt wurde, sei nicht entscheidend. «So regt der Name zu Diskussionen an. 5-lieber erinnert an Liebe, und das passt gut zu uns», meint Sänger Marco Galantino. «Meh Dräck» würde dagegen die Rocklegende Chris von Rohr ausrufen, sollte er per Zufall einmal in ein Konzert der Band 5-lieber hineinstolpern. Aber Marco Galantino und Joel Grolimund interessiert das nicht. Sie stehen auf die Zuchwiler Blasmusik und nicht auf Krokus. Als «Easy listening» bezeichnen sie ihren Sound, der sauber und gut gekämmt rüberkommt.

Alle Bandmitglieder sind gute Musiker, die auf der Bühne mühelos und zielgenau den guten Ton treffen. Unterstützt werden sie bei ihrem Jubiläumskonzert aus dem Hintergrund von der Sängerin Chelsea Zurflüh, und ab und zu gibt Sabrina Kuhn mit der Geige das Sahnehäubchen obendrauf. Mit dem Keyboard weckt Emre Eren Erinnerungen an die Disco-Hits der 80er-Jahre, am Bass sorgt Felice Gargaro diskret für den kompakten Zusammenhalt.

Die Harmonien bewegen sich zwischen Elton John und den Carpenters. Innovativ oder gar revolutionär ist die Musik der «Zuchler Giele» somit nicht. «Sie soll es auch nicht sein», sagen Grolimund und Galantino wie aus einem Mund, «unser Stil ist nicht geplant, der hat sich so ergeben. Uns gefällt diese Musik ganz einfach. Wir hören und spielen alle gerne recht kommerzielle, melodiöse Musik. Dementsprechend komponieren wir auch.»

Die Wünsche der Zuchwiler Band 5-lieber sind realistisch und zurückhaltend. «Wir arbeiten alle 100 Prozent und leben die Musik als Hobby», sagt Sänger Marco Galantino. Von der Musik leben zu können, sei mit einer Mundartband nicht möglich. «Schön wäre es, wenn der Titelsong ‹Du bisch Du› ab und zu auf Radio 32 gespielt würde, und wir möchten gerne wieder einmal am Etziker Openair auftreten.»

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