Berichtet man jemandem, der Roland Adattes Malerei nicht kennt, davon, dass dieser Künstler nur ein einziges Sujet kennt, nämlich Gefässe, glaubt er wohl, dass dies eine ziemlich langweilige Angelegenheit sei.

Doch dieses Sujet ist unerschöpflich und faszinierend. Adatte beweist es seit Jahren. In jedem Raum im Schlösschen Vorder-Bleichenberg hängen sie, seine Trinkschalen, Vasen, Flaschen. Mal schlank, dann wieder beleibt; mal feingliedrig, dann wieder stachelig. Mal weich und fast verschwindend, dann wieder hart und dominierend.

Adatte schafft es seit Jahren, seine Gefässe mit Leben zu füllen. Sie kommen einem vor wie schlanke Damen, oder harte Egoisten. Wie kleine, unschuldige Kinder oder abgeklärte, weise Eremiten. Adatte ist der Meister der harmonischen Form und der Farbgebung.

So ist in dieser Ausstellung, die seine Lebensgefährtin Ute Winselmann Adatte kuratierte, die ganze Farbpalette zu finden. Roland Adatte greift aus dem Vollen. Dunkle, schwarze Gefässe, bis hin zu weissen, fast nicht mehr erkennbaren Formen. Pastos und dick aufgemalt, mehrere Schichten lassen die Wirkung der Bilder intensiver werden.

Ute Winselmann Adatte war in dieser Ausstellung besonders mutig und liess die verschiedenen Arbeiten teilweise ganz eng zusammen aufhängen. Umso eindrücklicher und umso unterschiedlicher wirken diese über- und nebeneinander präsentierten Gefässe. Die Intensität, mit der Adatte seine Arbeit verfolgt, wird so direkt spürbar. Dann wieder, fast wie als eine Erholung, sind grossformatige ruhige weiss oder gelbgrün gehaltene Arbeiten daneben gehängt.

Im Altar-Raum des Schlösschens ist ein Tisch mit Malerutensilien, farbigen Schuhen und Kleidern des Malers zu sehen.

Im Altar-Raum des Schlösschens ist ein Tisch mit Malerutensilien, farbigen Schuhen und Kleidern des Malers zu sehen.

In den letzten Jahren sind Adattes Arbeiten insgesamt eher hell geworden. Das habe wahrscheinlich mit seinem jetzigen Atelier, in einer alten Villa in La Neuveville, zu tun, meint die Kuratorin. Helle Räume, der Blick in den Garten und zum See inspirieren den Künstler, bringen Helligkeit und Licht in seine Arbeit.

Und apropos Atelier: Im Altar-Raum des Schlösschens hat sich die Ausstellungsmacherin etwas ganz Spezielles ausgedacht. Zu sehen ist dort, neben einem riesigen Selbstporträt des Künstlers – eines der ganz wenigen, die existieren – ein Tisch mit seinen akkurat platzierten Malerutensilien, seinen farbigen Schuhen und Kleidern. Man soll sehen, wie Roland Adatte seine Kunst herstellt.