Der Vorschlag des Gemeinderates war klar. Gemeinsam mit der römisch-katholischen Kirchgemeinde die Wohnbaugenossenschaft Kirchmatt gründen, das alte Schulhaus als Genossenschaftsanteil einbringen und Wohnraum für ältere und junge Menschen aus Günsberg schaffen.

Nun hat die Gemeindeversammlung das Projekt abgelehnt. Ein Dorn im Auge war vielen Anwesenden, dass die Projektierung nicht nur das alte Schulhaus, sondern auch die Kirchmatt beinhaltet.

«Das alte Schulhaus ist unser Filetstück, von der Kirchmatt Süd muss man hingegen die Finger lassen», behauptete ein Anwesender. Diese Parzelle, die sich in Privatbesitz befindet, sei «durch die Ostausrichtung unattraktiv, ohne Aussicht und in einem Schattenloch», so ein Anwesender. Man befürchtete deshalb, dass Wohnungen auf diesem Grundstück nicht vermietet werden können, zumal sie sehr teuer seien.

Einige Besucherinnen und Besucher der Versammlung ärgerten sich ausserdem darüber, dass der jetzige Landbesitzer der Kirchmatt sein Land nun teurer an die Genossenschaft verkaufen könnte und so einen Gewinn erzielen würde.

Ex-Gemeinderätin Beatrice Sterki Baumgartner äusserte ihre Bedenken ausführlich. So vertrat sie die Meinung, dass Genossenschafterinnen und Genossenschafter angesichts der schlechten Lage ein grosses Risiko eingehen würden und betonte, dass das Bauen von Wohnungen nicht Aufgabe der Gemeinde sei.

Gemeindepräsident Thomas Jenni konterte, dass die Gemeinde nicht Bauherrin, sondern lediglich Genossenschafterin wäre. Projektinitiator Roland Kämpf verdeutlichte zudem den Bedarf solcher Wohnungen und erklärte, dass die Wohnungsgrössen aufgrund der hohen Preise auch reduziert werden könnten.

Beatrice Sterkis Antrag, die Entscheidung in einer Urnenabstimmung zu fällen, erreichte mit nur 14 Stimmen nicht das erforderliche Drittel aller Anwesenden. Deshalb kam es zur Abstimmung, in der sich die Gemeindeversammlung mit 22 Befürwortungen und 28 Gegenstimmen gegen den Gemeinderatsantrag aussprach. Ob nun ein neues Projekt, welches lediglich das alte Schulhaus umfasst, aufgegleist werden soll, ist noch offen.

Gute Rechnung dank Steuern

Deutlich genehmigt wurde die Rechnung. «Wir haben massiv besser abgeschnitten als budgetiert», freut sich Gemeinderat Andreas Bühler, Ressortleiter Finanzen. Bei einem Gesamtaufwand von 5,6 Millionen Franken resultiert ein Ertragsüberschuss von 371 778 Franken. Laut Budget hätten es nur 18 200 Franken sein sollen.

Das gute Ergebnis rühre vor allem daher, dass das Eintreiben von Steuern aus den Vorjahren ausserordentlich gut geklappt hat. 423 000 Franken konnten eingenommen werden. In der Regel belaufe sich der Betrag der im Nachhinein eingezogenen Steuern lediglich auf rund 200 000 Franken. «Es handelt sich dabei um eine einmalige Sache», mahnte Bühler. Ähnliche Erfolge dürfen in den kommenden Jahren kaum erwartet werden.

Weitere grössere Abweichungen weist die Position der öffentlichen Sicherheit auf, weil Zusatzeinnahmen der Feuerwehrersatzsteuer zu verzeichnen sind. Die allgemeine Verwaltung hingegen kostet statt der budgetierten 360 000 Franken rund 420 000 Franken, insbesondere aufgrund von Anpassungen der EDV-Anlagen. Die soziale Wohlfahrt schliesst 17 Prozent höher als budgetiert.

Kaum investiert

Die Nettoinvestitionen sind mit nur 204 879 Franken deutlich kleiner als erwartet. Dies liegt daran, dass die Sanierung der Turnhallen-Aussenhülle sowie der Bühnenbau nicht umgesetzt wurden. Auch gewisse Anteile der Weingartenstrasse fallen nur zum Teil auf die Rechnung des Jahres 2013.