Mit dem Abbruch des baufälligen Hauses Nummer 30 am Scheidweg in Welschenrohr ist eines der ältesten Häuser verschwunden. Damit kann der Engpass bei der Kirche beseitigt werden, und für die Kirchgänger entsteht ein Begegnungsplatz. Auf dem Dorfplan von 1836 ist das Haus mit der Nummer 30 bereits eingetragen. Damals wurden die Häuser entlang der Hauptstrasse von Westen nach Osten fortlaufend nummeriert, von 1 bis 95 (katholische Kirche).

Seit mehreren Jahren war das Haus nicht mehr bewohnt. Im Stall waren Reitpferde untergebracht, davon zeugten die zahlreichen Plaketten an der Hauswand. Da die Liegenschaft nahe der Kirche steht und an Kindergarten und Parkplatz grenzt, war es naheliegend, dass die Kirchgemeinde sie kaufte. Damit bot sich Gelegenheit, den Zugang zur Kirche neu zu gestalten.

Begegnungsplatz geplant

Mit dem Abbruch des baufälligen Gebäudes kann die Verkehrssituation am Scheidweg wesentlich verbessert werden. Der gefährliche Engpass verschwindet und die Kreuzung mit der Hofackerstrasse wird übersichtlich.

Bisher trafen sich die Kirchgänger vor uns nach dem Gottesdienst auf der Strasse, was zu schwierigen Verkehrssituationen führte. Nun entsteht ein Platz, wo man sich ungestört treffen kann, und ein geplanter Unterstand bietet Schutz vor Wind und Wetter.

Woher der Name Chrüttler-Huus?

Das Haus mit Bauernbetrieb bewohnte die Familie Allemann mit neun Kindern, von denen zwei in jungen Jahren starben. Die Vorfahren lebten auf dem Chrüttli, einem Berghof zwischen Welschenrohr und dem Balmberg. So nannte man die Familie «s Chrüttlers», um sie von den viele andern Allemanns zu unterscheiden. Edwina und Werner waren die letzten Bewohner, sie lebten in bescheidenen Verhältnissen. Viele Jahre waren im Stall die Pferde von Karin Allemann untergebracht.

Im Gebiet der Kirche am Scheidweg rings um den «Egge-Brunne» wohnten nebst «s Chrüttlers noch drei weitere sehr kinderreiche Grossfamilien: «s Friedlis», «s Sigrischte» und «s Ruedis». So zählte man Anfang des letzten Jahrhunderts auf engem Raum über vierzig Kinder. Wenn ein weiteres zur Welt gekommen ist, soll der alte Sigrist, «dr Länzimmi Mathé», gesagt haben: «Es brucht numme e Löffu meh am Tisch!»