Weinprämierung
Witterswiler Winzer holen mit einem edlen Pinot-Noir-Tröpfchen Gold

Für den ausgezeichneten Witterswiler Pinot Noir «Sonnenrain» 2011 erhielten Marc Roux und seine drei Winzerkollegen die Médaille d’or der unabhängigen Weinprämierung La Sélection.

Jürg Jeanloz
Merken
Drucken
Teilen
Warten auf die Lese: Pinot-Noir-Traube in Witterswil.

Warten auf die Lese: Pinot-Noir-Traube in Witterswil.

Zur Verfügung gestellt

Wie nahe Glück und Unglück beieinanderliegen, mussten der Hobbywinzer Marc Roux und seine drei Kollegen schmerzlich erfahren. Während ihr Pinot Noir «Sonnenrain» 2011 in den Fässern im aargauischen Ueken zu einem Spitzenjahrgang heranreifte, setzte Anfang Jahr die grausame Frostperiode ihrem wunderschönen Witterswiler Rebhang derart zu, dass die Rebstöcke erfroren und dieses Jahr keine einzige Traube hervorbrachten.

Fast die Hälfte der 27-jährigen Rebstöcke mussten durch neue Pflanzen ersetzt werden. Erstaunlich tapfer nimmt der Optimist Marc Roux dieses Unglück hin und freut sich umso mehr an der Médaille d’or, die von der Basler Jury La Sélection für den hervorragenden Jahrgang 2011 verliehen wurde.

Prämierung unter 750 Weinen

Im heimeligen Rebgebiet nördlich von Witterswil öffnet Marc Roux eine Flasche und lässt den Gast von seinem himmlischen Blauburgunder kosten. Elegant, fruchtig und mit ansprechendem Säuregehalt präsentiert sich dieser Rotwein, der mit viel Liebe und Herzblut gekeltert wurde. 750 Weine aus der Schweiz und anderen Ländern wurden an dieser Prämierung blind verkostet und mit Noten für Dichte, Geschmack, Farbe, usw. versehen, wobei nur die allerbesten Weine teilnahmen. Etwa hundert Weine wurden mit einer Gold- oder Silbermedaille ausgezeichnet. «Mit rund 100 Öchslegraden haben wir mit unserem Witterswiler Blauburgunder ein Topresultat geschafft», meint der passionierte Hobbywinzer stolz.

700 Flaschen «Ernte» im 2011

«Im Prinzip verkaufen wir unseren Wein nicht», fährt Roux weiter. Das Weingut beträgt 14 Aren an sonnigster Lage, 2011 konnten 700 Flaschen abgefüllt werden. Die Flaschen verteilen die Winzer unter sich, an ihrer Generalversammlung bestimmen sie einen symbolischen Verkaufspreis, der gegenwärtig bei 13.50 Franken liegt.

Seit 27 Jahren verbringen die vier Winzer ihre Freizeit im Rebhang. «Wir achten auf höchste Qualität durch gezielte Reduktion der Traubenmenge», erklärt der gebürtige Glarner. Zusätzlich wird in der Traubenzone das Laub entfernt, damit die Früchte eine optimale Sonneneinstrahlung erhalten. Aufwendige und liebevolle Handarbeit ist angesagt.

Damit daraus ein Spitzenwein resultiert, steht ihnen mit professionellem Rat der Winzerkollege und Kellermeister Ambros Thüring aus Ettingen zur Seite. Die vier Hobbywinzer studieren Bücher, diskutieren mit Fachleuten und besuchen andere Rebgebiete. Der ehemalige Syngenta-Mitarbeiter Marc Roux ist ebenfalls ein begnadeter Koch, sodass die vier Herren ihre Weinkenntnisse mit kulinarischen Höhenflügen verbinden können.