Stahl Gerlafingen
«Wir unternehmen alles, damit es zu keiner Explosion mehr kommen wird»

Laut Daniel Aebli, Werksleiter der Stahl Gerlafingen, wird als erste Massnahme nach der Verpuffung vom 12.Juli die anfallende Schlacke länger gekühlt. Der Schaden auf dem Fabrikareal wird auf rund 400'000 Franken geschätzt.

Drucken
Teilen
Solche Schlackensteine flogen herum.

Solche Schlackensteine flogen herum.

Hansjörg Sahli

Der Schreck war gross, als am Samstagmorgen, 12. Juli, faustgrosse, mehrere Kilogramm schwere Gesteinsbrocken in Gerlafingen und Biberist durch die Luft flogen. In der Schlackengrube auf dem Werkareal des Stahlwerkes Gerlafingen war es zu einer gewaltigen explosionsartigen Verpuffung gekommen. «Wir bedauern den Vorfall sehr, glücklicherweise wurden keine Personen verletzt», sagt Werksleiter Daniel Aebli.

Beim Auskippen des Materials in die Grube sei kochende, flüssige Schlacke auf den Grund geflossen, wo sich zusammen mit eingedrungenem Wasser ein Dampfdruck aufbaute, welcher zur gewaltigen Verpuffung führte. Entgegen ersten Vermutungen habe das Sicherheitsnetz bis auf einen kleinen Riss standgehalten. Aber, so Aebli, decke das Netz nicht die ganze Grube ab. Geologen und weitere Experten seien nun dran, den Einfluss des Grundwassers und des Wasserspiegels der Emme zu überprüfen.

Als erste Massnahme werde die Schlacke – jährlich fallen rund 90 000 Tonnen an – vor der Einfüllung in die Grube länger gekühlt. Zudem sei die Grube ausgebaggert worden, um eine Pumpe zu installieren. Der Wasserstand in der Grube wird durch Mitarbeiter überwacht, und bei Bedarf wird Wasser ausgepumpt. Weitere Schritte würden folgen. Aebli geht davon aus, dass es zu einer Kombination von Massnahmen in der Grube und der Überprüfung der Arbeitsprozesse kommen werde. Die Grösse des Netzes werde ebenfalls überprüft.

Die betroffenen Anwohner würden im August über die Ursachen und die Sicherheitsmassnahmen vor Ort orientiert. Bereits 2002 und 2011 kam es zu Verpuffungen. Wurde fahrlässig gehandelt? Das sei nicht der Fall, sagt Aebli. «Es stellt sich zwar im Nachhinein die berechtigte Frage, ob die Risiken falsch eingeschätzt worden sind.» Aber 2011 sei das flexible Spezialnetz montiert worden, die Arbeitsprozesse überprüft und das Personal geschult worden.

Man sei davon ausgegangen, dass damit die Gefahr einer Verpuffung unter Kontrolle sei. «Wir werden nun alles unternehmen, damit es zu keiner derartigen Verpuffung und anschliessender Explosion mehr kommen wird», versichert Aebli.

Inzwischen seien bei der Polizei von Anwohnern zwölf Schadensfälle durch herumfliegende Gesteinsbrocken gemeldet worden. Den Schaden auf dem Fabrikareal – vorab auf den Dächern der Hallen – beziffert Aebli auf rund 400 000 Franken. (FS)

Solche Schlackensteine flogen am durch die Luft
10 Bilder
Sie landeten überall: Im Wald...
Einer der Schlackensteine
... und auch auf Autos.
Diese Dach wurde ebenfalls getroffen
Hier ging eine Scheibe zu Bruch
Ein Schlackenstein blieb in einem Schutzgitter hängen
Stefan Bühler wurde nicht direkt durch einen Stein verletzt. Bei Aufräumarbeiten löste sich eine Fensterscheibe und begrub seinen Arm unter sich.

Solche Schlackensteine flogen am durch die Luft

Hansjörg Sahli