Oberdorf
Wir Könige aus dem Morgenland…

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und leichtem Schneefall machten sich gestern in Oberdorf 16 «Königinnen» und «Könige» auf, um den Menschen die Freude über die Geburt Jesus zu bringen.

Beatrice Kaufmann
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Sternsingen in Oberdorf
20 Bilder
Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus
Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus
Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus
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Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus
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Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus
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Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus
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Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus
Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus
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Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus
Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus
Die Sternsinger ziehen in Oberdorf von Haus zu Haus

Sternsingen in Oberdorf

Hanspeter Bärtschi

Genau darum gehe es beim Sternsingen, erklärt Pfarrer Agnell Rickenmann. «Weihnachten fällt in die dunkelste Zeit des Jahres. Die drei Könige sind aber einem hellen Licht gefolgt. Dieses Licht und die Freude über die Geburt von Jesus überbringen die Kinder als Sternsin-ger», führt er aus. Die Kinder, von denen die Jüngste den Kindergarten und die ältesten die achte Klasse besuchen, gingen gestern dafür von Tür zu Tür, sangen bekannte Sternlieder, wie «Stern über Betlehem», und überbrachten den Haussegen.

Die Tradition sei eigentlich sehr alt und seit dem 19. Jahrhundert sicher belegt. In Oberdorf habe man sie aber länger nicht mehr gepflegt, so Pfarrer Agnell Rickenmann. Erst seit einigen Jahren organisiert Eva Birri, Oberstufenlehrerin in Solothurn, das Sternsingen und hat dem Brauch in Oberdorf neues Leben eingehaucht.

«Klopft an Türen»

Die «Könige» singen aber nicht nur Sternlieder. Unter dem Motto «Klopft an Türen, pocht auf Rechte», sammeln sie ausserdem Geld für einen guten Zweck. «Die gesammelten Spenden gehen an Missio, dort werden sie dann verteilt», erklärt Eva Birri. Mit Missio ist das internationale Katholische Missionswerk gemeint, welches in der Schweiz einen gleichnamigen Zweig hat. Die Vereinigung legt jedes Jahr fest, für wen die Spenden der Sternsinger bestimmt sind. «So ist sichergestellt, dass die Spenden in ein sinnvolles Projekt fliessen», erklärt Pfarrer Rickenmann.

Die Tradition der Sternsinger geht auf die Geschichte der heiligen drei Könige zurück, die einem besonders hellen Stern gefolgt sind und so nach Bethlehem zum Jesuskind geführt wurden. Allerdings berichtet das Matthäus-Evangelium nicht von Königen, sondern von Sterndeutern aus dem Osten. Erst später, etwa im 6. Jahrhundert, wurden die Sterndeuter als Könige bezeichnet. Auch zu ihren Namen kamen die drei Gestalten erst im Laufe der Zeit, da die Bibel darüber schweigt. Manche sprechen von einem Zufall, dass die Buchstaben C, M und B, welche sich im Haussegen finden, mit den Anfangsbuchstaben der Namen der drei Könige übereinstimmen. «Ich könnte mir vorstellen, dass die drei Weisen ihre Namen, erst durch die Buchstaben im Haussegen erhalten haben», so eine Vermutung von Pfarrer Rickenmann.