Gilbert Ambühl, Zuchwil: «Der Bericht, der heute präsentiert wurde, entspricht ziemlich genau dem, was ich erwartet habe.

Es zeigt das Bild der künftigen Stadt, wie sie nach einer Fusion aussehen würde. Für mich persönlich gibt es noch Details, über die wir sprechen müssen. So bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass die Exekutive mit fünf Leuten besetzt werden müsste, während der Bericht ein Dreiergremium vorsieht.

Auch das Thema Polizei muss sicher noch ganz genau angesehen werden. Denn diese Frage ist ein Politikum. Die Stimmung in meinem Umfeld in Zuchwil ist eher positiv.

Viele sind in Richtung Stadt orientiert und sehen, dass die Vorteile überwiegen. Sicher ist der Entscheid für eine Fusion ein Sachentscheid. Das Gefühl sagt da möglicherweise etwas anderes aus. Im Gemeinderat hat sich die Stimmung nicht verändert. Der Rat ist nach wie vor geteilt. Rund die Hälfte ist positiv eingestellt, die Hälfte will keinesfalls fusionieren. In der breiten Bevölkerung scheint die Fusion noch kaum ein Thema zu sein.»

Kuno Tschumi, Derendingen: «Wir haben in Derendingen bisher bewusst weder Pro noch Kontra eine Fusion diskutiert.

Wir wollten bewusst vor allem Fakten sammeln. Mit denen denken wir uns jetzt eine fusionierte Stadt und stellen dieses Gebilde dem jetzigen Zustand gegenüber. Für uns gibt es noch eine zweite Variante. Nämlich die ‹Gemeinde Wasseramt›, wie sie auch schon angedacht und andiskutiert würde. So stellt sich die Frage, in welche Richtung wir gehen wollen. Für mich persönlich ist klar, dass ein starkes Zentrum, also eine starke Stadt, das zukunftsträchtigere Szenario ist.»

Martin Blaser, Biberist: «Im Jahr 2009 haben wir in Biberist das Leitbild erarbeitet.

Schon dort hatten wir eine Vision. Wir dachten nämlich, dass Biberist und Solothurn eigentlich zusammengehören. Damals hat das niemand richtig wahrgenommen. Obwohl eine Befragung in der Bevölkerung ein ähnliches Bild ergab. Im Gemeinderat ist die SVP gegen eine Fusion.

Aber auch für diese Partei war klar, dass die beiden ersten Schritte der Studie mitgemacht werden sollen.

Die anderen Parteien befürworten die Fusion grossmehrheitlich. Ich denke schon, dass es in der Bevölkerung noch Widerstand gibt. Bisher hört man einfach wenig dazu. Mich persönlich überzeugen die Ergebnisse der Studie, und ich bin deshalb ein klarer Befürworter einer Fusion. Ich kann mir auch vorstellen, dass nur Solothurn und Biberist fusionieren würden, wenn die anderen Gemeinden abspringen.»

Kurt Fluri, Solothurn: «Ja, ich bin klarer Befürworter einer Fusion.

Die grenzüberschreitenden Anliegen bei den Schulen oder in der Raumplanung können wir mit einer Fusion so regeln, wie der natürliche Lebensraum der Einwohnerinnen und Einwohner definiert ist. Bei einer besseren Verteilung und Abstützung der (kulturellen) Zentrumslasten sehe ich als Gegengewicht für die Regionsgemeinden ein wesentlich grösseres Mitspracherecht.

Auch den Steuerfuss betrachte ich nicht als gewichtiges Hindernis, zumal die in der Studie genannten Zahlen teilweise durch bessere Rechnungsabschlüsse schon wieder überholt sind.

Im Übrigen schätze ich die Haltung im Gemeinderat als grundsätzlich positiv ein. Für mich gibt es einen Nachteil bei einer Fusion: Die Gemeindeversammlung ist eine Institution, die mir an sich passt, aber die mit der neuen Gemeindeordnung nicht mehr möglich ist.»

Michael Ochsenbein, Luterbach: «Ich bin als allererstes gespannt darauf, wie die Bevölkerung auf die Studie reagiert.

Denn die Einwohner haben bisher wenig zu dieser Idee gesagt, obwohl wir immer wieder darauf hingewiesen haben, dass wir mitmachen. Für uns in Luterbach ist der Zeitplan wichtig. Wir haben tatsächlich einige Geschäfte im Gemeinderat, mit denen wir nicht vorwärts kommen, weil wir auf die Ergebnisse der Fusionsstudie warten.

Im Januar sollte ja klar sein, wie es weitergeht. Die Studie hat mir bestätigt, was ich bereits so dachte. Beispielsweise, dass der Steuerfuss zwischen 122 und 126 Punkte zu liegen kommt.

Ebenfalls logisch ist, dass Zuchwil mitmachen muss, damit eine Fusion für Derendingen und Luterbach Sinn macht. Im Gemeinderat war die Stimmung früher eher skeptisch. Heute sind wir vorsichtig neugierig.»

Hans-Peter Berger, Langendorf: «Der Langendörfer Gemeinderat hat der zweiten Phase der Studie nur knapp zugestimmt.

Danach haben aber alle – auch die Skeptiker – in den verschiedenen Arbeitsgruppen mitgearbeitet und sich eingebracht. Bei diesen Arbeiten habe ich übrigens viel über Langendorf gelernt, das ich vorher so nicht wusste, oder nicht bewusst zur Kenntnis genommen habe. Beispielsweise, dass wir im Dorf rund 1700 Arbeitsplätze anbieten, oder dass der grösste Teil unserer Bevölkerung in Solothurn arbeitet. Im Juli werden wir wieder im Gemeinderat diskutieren.

Dann zeigt sich, wohin die Reise geht. Mir persönlich ist klar, dass diese Fusion eine strategische Fusion ist und es dabei keine Gewinner und Verlierer gibt. So oder so müssen wir weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit suchen. Aber meiner Meinung nach kann die Zukunft nicht darin liegen, noch mehr Zusammenarbeitsverträge oder Zweckverbände zu bilden. Die Langendörfer müssen abwägen, was sie für die Zukunft möchten. Das Dorf ist praktisch fertig gebaut, wir können uns kaum mehr entwickeln.

Ich persönlich bin der Meinung, dass wir heute eine attraktive Gemeinde sind. Darum möchte ich lieber jetzt auf Brautschau gehen, als in ein paar Jahren.»

Anton Probst, Bellach: War ferienabwesend und konnte den Bericht bisher nicht studieren. Deshalb nahm er gestern auch noch keine Stellung dazu.