Kriegstetten

Wie geht es weiter mit dem Zimmermann-Areal?

Das Bauernhaus auf dem Zimmermann-Areal: Abreissen oder umbauen?

Das Bauernhaus auf dem Zimmermann-Areal: Abreissen oder umbauen?

Der Kanton Solothurn ist gegen den Abriss des Bauernhauses auf dem Zimmermann-Areal in Kriegstetten. Möglich wäre allenfalls ein hochwertiger Ersatzbau. Werden doch noch die Alterssiedlungen realisiert?

Vis-à-vis der Kirche kaufte die Gemeinde vor bald zwei Jahren das Zimmermann-Areal mit dem Bauernhaus. 1,3 Mio. Franken kosteten die rund 5000 Quadratmeter Land. Der Kauf des Landes war umstritten. Über die Nutzung des Areals wird noch heute heftig diskutiert. Das nächste Mal an der kommenden ausserordentlichen Gemeindeversammlung im Zusammenhang mit der Interpellation «Wohnen im Alter».

Zur Nutzung des Areals gibt es verschiedene Meinungen. Gemeindepräsident Peter Siegenthaler sprach von einem Filetstück im Gemeindegebiet, auf das die Gemeinde unbedingt ihre Finger drauf halten sollte. Auch wurde das Areal immer wieder als idealer Standort für das Projekt «Wohnen im Alter» angesehen. Diese Nutzung des Zimmermann-Areals «hat sich inzwischen in den Köpfen der Bevölkerung wie eingebrannt», beschrieb es Ersatzgemeinderätin Brigitte Palacios (SVP) an einer Gemeinderatssitzung.

Mehrheit der Versammlung überzeugt

2010 präsentierte der Gemeinderat an der Rechnungsgemeindeversammlung seine Altersprojekte. Als ein möglicher Standort wurde das Zimmermann-Areal genannt. Der Souverän genehmigte an dieser Rechnungsgemeinde 2010 den Kaufrechtsvertrag für das Gelände. Die Gemeinde ermittelte sodann mittels Fragebogen die Bedürfnisse der Einwohner in Sachen «Wohnen im Alter». Die Resultate wurden an der nächsten Budgetgemeindeversammlung mit Beifall bedacht. Die Rede war von altersgerechten, komfortablen, nicht zu teuren (etwa 1400 Franken für vier Zimmer) und zentrumsnahen Wohnungen mit bezahlbarem Service. Alle sahen bereits das Bauernhaus auf dem Zimmermann-Areal niedergewalzt und prächtige, günstige Wohnungen entstehen.

Dann an der Rechnungsgemeinde im Sommer 2011 wurde der Kauf des Areals entschieden. Im Vorfeld schreibt die FDP aber, dass das Projekt «Wohnen im Alter» losgelöst vom Grundstückkauf Zimmermann zu betrachten sei. Die Rechnung war miserabel. Umso schwieriger fiel es den Anwesenden, das Areal zu kaufen. Das «es ist gut, dort die Finger drauf zu haben» des Gemeindepräsidenten überzeugte damals die Mehrheit der Versammlung.

«Auf dem Nullpunkt»

In Aktion trat nun die Arbeitsgruppe «Quo vadis», die in Absprache mit dem Gemeinderat vier Varianten für eine Alterssiedlung ausschrieb, darunter auch eine Variante mit dem Standort Areal Zimmermann. Drei Rückmeldung gingen ein. Eine Rückmeldung war aussagekräftig, stiess aber in der Vernehmlassung bei den Parteien auf teilweise Ablehnung. «Wir haben in dieser Sache den Nullpunkt erreicht», erklärte der Gemeindepräsident an der vorletzten Gemeinderatssitzung. An der letzten Gemeinderatssitzung fand sich aber eine Mehrheit im Gemeinderat, die den Gestaltungsplan aus dieser Rückmeldung weiterverfolgen und diesen auch nach Solothurn zur Prüfung schicken will. Parallel dazu soll eine Arbeitsgruppe für die immer wieder geforderte Transparenz in dieser Angelegenheit sorgen.

Das will der Gemeindepräsident auch an seiner letzten Gemeindeversammlung der Bevölkerung im Zusammenhang mit der Interpellation mitteilen. Gefragt wird nach dem Stand des Projektes «Wohnen im Alter» auf dem von der Gemeinde erworbenen Areal Zimmermann.

Der Gemeindepräsident hält seine Meinung nicht zurück: «Heute ist jede neue Wohnung altersgerecht gebaut. Man wird kaum alle Wohnungen, die dort entstehen, an alte Menschen aus Kriegstetten vermieten können. Wir brauchen eine Mischnutzung.» Ein anderes Problem betrifft die Mieten, die einmal vom Gemeinderat festgelegt wurden. Diese sind tief angesetzt und wenig Rendite versprechend. Wird dies nicht geändert, müsste die Gemeinde «Wohnen im Alter» auf dem Zimmermann-Areal finanziell unterstützen.

Ein Problem ist auch das Bauernhaus. Beim Kanton ist zum Zimmermann-Areal schon länger nichts mehr gelaufen, wie Kreisplanerin Corinne Stauffiger weiss. Ideen seien diskutiert worden, aber mehr nicht. Die Haltung des Kantons ist aber klar: «Das Gebäude, das auf dem Areal steht, ist für das Ortsbild ziemlich wichtig. Uns wäre es am liebsten, es würde erhalten bleiben. Wenn dies absolut nicht möglich ist, sollte ein qualitativ hochwertiger Ersatzbau gestellt werden.»

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