«Kühne+Nagel»

Wie geht es nun mit dem Logistikzentrum von Derendingen weiter?

Kühne + Nagel will auf diesem Feld in Derendingen ein Logistikzentrum bauen

Kühne + Nagel will auf diesem Feld in Derendingen ein Logistikzentrum bauen

«Kühne+Nagel» hat beantragt, das Baugesuch für das Logistikzentrum auf dem Wissensteinfeld vorderhand zu sistieren. Die Firma geht intern über die Bücher. Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi hat Verständnis. Wie gehts nun weiter?

«Kühne+Nagel» hat beantragt, das Baugesuch für das Logistikzentrum auf dem Wissensteinfeld vorderhand zu sistieren. Die Firma geht intern über die Bücher. Derendingens Gemeindepräsident Kuno Tschumi hat Verständnis für die Firma. «Die Verantwortlichen von ‹Kühne+Nagel› gingen bisher davon aus, dass sie auf dem Wissensteinfeld bauen können, ohne dass ein Gestaltungsplan nötig ist», so Tschumi. Nachdem das Baugesuch publiziert wurde, gingen aber Einsprachen ein. Der VCS forderte eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Die Nachbargemeinden Subingen, Kriegstetten und Deitingen zeigten sich besorgt wegen des zu erwartenden Mehrverkehrs, der sich durch ihre Dörfer wälzen dürfte.

Unklarer Regierungsratsbeschluss

Mit Beschluss vom 21. April 2009 wurde der Teilzonenplan «Wissensteinfeld» vom Regierungsrat genehmigt. In diesem ist das Fahrtenkontingent von 1200 Fahrten pro Tag (was 600 Fahrzeugen entspricht) geregelt. Eher unklar ist hingegen, ob für ein Bauvorhaben ein Gestaltungsplan nötig ist. Wortwörtlich steht: «Für Vorhaben, deren Verkehrsaufkommen zu Problemen führen könnte, ist ein Gestaltungsplan zu verlangen. In diesem Verfahren können zusätzlich Regelungen hinsichtlich des Verkehrsaufkommens, beziehungsweise Verkehrscontrolling festgelegt werden oder allenfalls aufgezeigt werden, dass die geplante Nutzung mit den Standortbedingungen nicht verträglich ist.»

Ebenfalls im Regierungsratsbeschluss festgehalten ist, dass «für eine künftige Nutzung des Areals arbeitsplatzintensive Betriebe mit einem möglichst geringen Verkehrsaufkommen im Vordergrund stehen, ausgeschlossen sind publikums- und verkehrsintensive Anlagen.»

So stellt sich also die Frage, ob die Derendinger Baukommission das Baugesuch richtig beurteilt hat. Kuno Tschumi stellt sich klar hinter die Baukommission. «Unsere Baubehörde hat keinen Gestaltungsplan verlangt. Ihre Idee war es, das Projekt aufzulegen und Schritt um Schritt durchzuziehen.»

1200 Fahrten sind bewilligt

Kuno Tschumi zeigt sich eher überrascht vom eisigen Gegenwind, der dem Projekt entgegenbläst. Er macht darauf aufmerksam, dass der Teilzonenplan in einer Sache klar sei. «Für das Areal Wissensteinfeld sind 1200 Fahrten pro Tag bewilligt.» Ob diese durch den Logistikbetrieb «Kühne+Nagel» ausgelöst würden, oder durch andere Betriebe, spiele keine Rolle. «Die bewilligte Anzahl Fahrten bleibt so oder so gleich gross.»

Derendingens Gemeindepräsident ist persönlich davon überzeugt, dass es besser wäre, wenn nur ein Betrieb auf dem Wissensteinfeld bauen würde. «Kühne+Nagel» habe die Möglichkeit, den Lastwagenverkehr zu steuern. «Die Fahrten müssen nicht in den Stosszeiten erfolgen.» Auch sei es einfacher, die Kontrolle über die Anzahl der Fahrzeuge zu behalten, wenn es nur einen Ansprechpartner gebe. Tatsächlich gehe die Firma bei einem Vollausbau des Logstikzentrums in frühestens fünf Jahren von insgesamt 300 Lastwagenfahrten pro Tag aus. «Das sind also 150 Fahrzeuge.» Verteilt auf den ganzen Tag sei diese Belastung vernachlässigbar.

Braucht es eine UVP?

Es werde nun geprüft, ob ein Gestaltungsplan und ein UVP nötig seien. Aus Gründen der Transparenz wäre ein UVP wohl sinnvoll, ist sich Tschumi bewusst. Er weiss aber auch, dass «Kühne+Nagel» dann zeitlich in ein Problem laufen. «Wenn ein Gestaltungsplan aufgelegt werden muss, kann das Baugesuch mit Einsprachen verzögert werden.»

Der Richtplan des Kantons Solothurn weist übrigens das gesamte Gebiet der Industriezonen Derendingen und Subingen, inklusive der Reservezone Wissensteinfeld, als Arbeitsplatzgebiet von überörtlicher Bedeutung aus. Tatsache ist auch, dass die Derendinger Behörden gerne Arbeitsplätze ansiedeln möchte. Gleichzeitig sei man sich aber auch bewusst, dass Ansiedlungen im Wissensteinfeld Mehrverkehr ins Dorf bringen würden.

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