Niederbipp
Wie Familie Buchwalder Kindern unbeschwerte Ferien ermöglicht

Familie Buchwalder aus Niederbipp nimmt ein Kovive-Ferienkind für ein paar Wochen bei sich auf. Buchwalders ermöglich damit einem Kinden, das aus wenig begüterten Familien kommen, unbeschwerte Ferien. 1000 andere Familien tun es Buchwalders gleich.

Rebekka Balzarini
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Corinne Buchwalder und ihre Buben mit Ferienkind Diego* (rechts).

Corinne Buchwalder und ihre Buben mit Ferienkind Diego* (rechts).

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Wenn wir einige Tage ein Kind bei uns aufnehmen, ist unsere Hilfe sofort spür- und sichtbar», meint Corinne Buchwalder aus Niederbipp. «Uns geht es gut, wir haben von allem genug. Wir wollen das gerne mit sozial schwächeren Familien teilen.» Stefan und Corinne Buchwalder gehören mit ihren zwei Söhnen zu den über 1000 Schweizer Familien, welche im Namen der Organisation Kovive regelmässig Gastkinder in ihrer Familie aufnehmen.

Seit 1954 setzt sich Kovive für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein und lindert mit Erholungsangeboten persönliche, wirtschaftliche und soziale Not. Jährlich erhalten rund 1200 Kinder aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz die Möglichkeit, bei einer Gastfamilie oder in einem Jugendlager erholsame Ferientage zu verbringen und kurz die Alltagsprobleme zu vergessen. Um ihren Kindern einen Urlaub zu ermöglichen, müssen infrage kommende Eltern sich mit dem Sozialamt oder gleich mit dem Kovive-Zentrum in Luzern in Verbindung setzen.

Kinder trage einen «Rucksack»

«Alle Kinder, die von uns vermittelt werden, tragen in irgendeiner Form einen Rucksack mit sich», erklärt Rita Borer, Kommunikationsleiterin von Kovive. Finanziert wird der politisch und religiös neutrale Verein von Spendengeldern, und zusätzlich stehen viele Freiwillige für die verschiedenen Projekte im Einsatz. Das Ziel von Kovive ist es, den Kinder Selbstvertrauen, Zuversicht und Wertschätzung für bessere Zukunftschancen mit auf den Weg zu geben. Bei einem Aufenthalt in der Gastfamilie wird Toleranz und gegenseitiges Verständnis gefördert, Lebensfreude und sozialer Austausch sind die Grundlagen der Arbeit. Corinne Buchwalder engagiert sich zusätzlich als regionale Mitarbeiterin beim «Bahnhofsdienst». Dabei empfängt sie zusammen mit den jeweiligen Familien regelmässig Gastkinder an Bahnhöfen und führt Gespräche mit jenen, welche gerne ein Kind bei sich aufnehmen würden. Wichtig ist dabei vor allem, dass jeder der Familienangehörigen mit der Aufnahme eines Gastkindes einverstanden ist. Dann versucht Corinne Buchwalder zusammen mit ihnen herauszufinden, welches Kind am besten in die entsprechende Familie passen könnte, damit sich alle Beteiligten wohl fühlen.

Der sechsjährige Diego* ist bereits zum dritten Mal bei Familie Buchwalder zu Besuch. «Er integriert sich, auch dank unseren gleichaltrigen Söhnen, sehr gut», erzählt Corinne Buchwalder. Sie selber ist mit Kovive schon von Kindsbeinen an verbunden. So nahmen schon ihre Eltern früher selber Gastkinder auf. «Die Erfahrungen, die ich damals gemacht habe, möchte ich heute nicht missen.» Sie ist sich sicher, dass ihr Engagement bei Kovive positive Auswirkungen auf ihre eigene Familie hat. «Es lehrt uns und unsere Kinder, mit dem zufrieden zu sein, was wir haben. Unsere zwei Söhne kriegen einen Einblick in andere Familien und können sehen, dass nicht nur materielle Werte zählen, sondern auch Zusammenhalt, und dass es wichtig ist, zusammen eine gute Beziehung zu haben.» Mit den Eltern der Gastkinder hätten sie regelmässig Kontakt. Oftmals entstehen langjährige Beziehungen mit den Kindern, selbst wenn diese später ihre Ferien nicht mehr bei den jeweiligen Familien verbringen.

*Zum Schutz der Persönlichkeit wurde ein Pseudonym verwendet.