Kehlengrabenschlucht

Wie Daniel Bumann ein Hofstetter Wirteehepaar rettete

Das Wirteehepaar Gisela und Jörg Gschwind in der sogenannten Schlucht, in der sie Eventgastronomie anbieten.

Das Wirteehepaar Gisela und Jörg Gschwind in der sogenannten Schlucht, in der sie Eventgastronomie anbieten.

Vor drei Jahren stand das Restaurant Kehlengrabenschlucht in Hofstetten vor dem Aus. Bis Restauranttester und Spitzenkoch Daniel Bumann zu Hilfe eilte. Wie er das Restaurant aus dem Tief holte und wie es den Eigentümern heute geht, erfahren Sie hier.

Im Restaurant Kehlengrabenschlucht in Hofstetten läuft es gut. Besonders in der Schlucht, dem zur Felsgrotte ausgebauten Raum im Keller, herrscht meistens Grossandrang. Ohne Reservation findet man hier nur schwer einen Platz.

Vor drei Jahren war dies noch ganz anders. Das Wirteehepaar Gschwind stand vor dem Aus. Die beiden suchten Hilfe beim Zwei-Sterne-Koch Daniel Bumann. In seiner Sendung ‹Bumann der Restauranttester› auf 3+ versucht er, kriselnde Restaurants vor dem Untergang zu bewahren. Gisela und Jörg Gschwind nahmen sich Bumanns Vorschläge zu Herzen. Wie vom Profi angeraten, wandelte sich Jörg Gschwind, ursprünglich ein gelernter Schreiner, vom Wirt zum Koch. Zusammen mit dem Chefkoch Lionel Baruffa schwingt er nun den Kochlöffel.

Mit neuem Team zu neuem Glück

Daniel Bumann sah die Küche als eines der Hauptprobleme. Dies vermutete das Ehepaar Gschwind selbst auch. «Wir hatten schon lange den Verdacht, dass in der Küche etwas nicht stimmte. Als Quereinsteiger hatten wir den professionellen Köchen vertraut. Die Kommunikation mit dem Küchenteam funktionierte nicht gut, und wir haben wohl auch zu lange zugeschaut.»

Nach Bumanns Besuch nahmen die Gschwinds einige personelle Änderungen vor. Seit zwei Jahren besteht nun das aktuelle Team. «Wir alle ziehen am selben Strang. Alle steuern Ideen bei. Wir sind wie eine Familie hier.» Dies gilt nicht nur im übertragenen Sinne. Die Eltern der Gschwinds helfen kräftig mit. Ihre Mütter waren besonders in der Krisenzeit vor drei Jahren unersetzlich im Service. «Jetzt, da es besser läuft, haben unsere Mütter wieder mehr frei», sagt Gisela Gschwind. «Darüber sind sie froh.»

Eine richtige Entscheidung

Das Hofstetter Ehepaar ist sich einig: Es hat sich gelohnt, den Restauranttester kommen zu lassen. «Wir hatten keine Skrupel, unsere Situation offenzulegen», sagen die Gschwinds. «Wir standen vor dem Ende und brauchten Hilfe. Vielleicht war es für uns einfacher, Hilfe anzunehmen, weil wir beide Quereinsteiger und keine gelernten Gastronomen sind. Für einen langjährigen, eingefleischten Wirt ist dies wohl schwieriger.»

Sie sind heute noch mit Daniel Bumann in Kontakt. Dieser führt in La Punt (GR) sein eigenes Gourmetrestaurant. Die Gschwinds liessen es sich auch nicht nehmen, den Spiess einmal umzudrehen: «Wir besuchten Daniel und seine Frau in ihrem Restaurant und haben ihn getestet», sagt Gisela Gschwind. «Diesen Test hat er natürlich glänzend bestanden.»

Auf Bumanns Anraten hat das Ehepaar auch noch weitere Änderungen vorgenommen. Sie kürzten die Speisekarte. Den Fokus setzt das Ehepaar voll auf Eventgastronomie. «Die Schlucht ist unser Highlight», sind sich die Gschwinds einig. Dort wird jeweils ein Monatsmenu angeboten. Bestellt wird bereits bei der Reservation, was den Einkauf vereinfacht. Der Hauptgang beinhaltet jeweils einen Fleischspiess, der dann am Tisch flambiert wird.

Die Schlucht wird noch grösser

Neben der Gaststube und der Schlucht gibt es im Restaurant eine Raucherlounge und ein Chalet. Dieses wird gerade von Jörg Gschwind umgebaut. Er verlegt es aus dem Keller in den heutigen Saal hinauf. Im Keller kann man so die Schlucht ausbauen. Das neue Chalet wird Ende Monat eröffnet. Die Eröffnung der erweiterten Schlucht folgt dann im kommenden Herbst, «je nachdem wie schnell ich mit dem Umbauen vorankomme», sagt Gschwind.

An Zukunftsplänen mangelt es in der Kehlengrabenschlucht also nicht. Die Gschwinds sind guter Dinge. Seit Bumanns Besuch ging es stetig aufwärts. Aber beide betonen: «Ganz über den Berg sind wir noch nicht.»

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