Kantonalturnfest
Wetter überstrahlt die kleinen Probleme

Das OK des Kantonalturnfestes in Balsthal zieht nach dem ersten Wochenende eine positive Bilanz. Es gab schönes Wetter, faire Wettkämpfe und viele Besucher.

Fabian Muster
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Ein emotionaler Höhepunkt: Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri (links) übergibt die Kantonalfahne an OK-Präsident Enzo Cessotto.

Ein emotionaler Höhepunkt: Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri (links) übergibt die Kantonalfahne an OK-Präsident Enzo Cessotto.

Aeschbacher

Die Jugendlichen stehen auf den Bänken, tanzen und klatschen zu «We Are The Champions» oder «Stand Up For The Champions». Der Lärm ist ohrenbetäubend, kaum einer versteht sein eigenes Wort. Die Stimmung im Festzelt an der Rangverkündigung der Königsdisziplin des ersten Turnfest-Wochenendes, der Jugendwettkämpfe, ist am Sonntagnachmittag am Siedepunkt angelangt – nicht nur wegen der brütenden Hitze. «Für diese Freude der Jugendlichen können wir nicht einmal viel dafür», sagt OK-Präsident Enzo Cessotto.

Am ersten von zwei Turnfestwochenenden in Balsthal hätte einfach nur alles gestimmt: das schöne Wetter, die fairen Wettkämpfe und die gute Organisation. Auch mit dem Besuch des Unterhaltungsprogramms zeigt Cessotto sich zufrieden. «Die volkstümliche Band Simu&Simu kam am Freitagabend sehr gut an, auch das Bierzelt war gut besucht.» Ein «sehr emotionaler Moment» war für den Turnfest-Chef die Fahnenübergabe am Samstagabend vom alten OK des letzten Turnfests 2006 in Solothurn mit Ehrenpräsident und FDP-Stadtpräsident Kurt Fluri.

Bei den Helfern hat sich die Situation entspannt. Wurden bis kurz vor Festbeginn noch Personen gesucht, die als Parkplatzeinweiser oder als Grillmeister arbeiten, hat das OK nun die Sache im Griff. Dazu beitragen hat ein Reservehelferpool, der seit Sonntagmorgen in Betrieb ist. OK-Sekretärin Corinne Schaad ist dafür besorgt, bei Bedarf sofort Helfer zu vermitteln, wo Not am Mann ist. Es sollen keine Helfer mehr ohne Arbeit herumstehen. Cessotto macht noch weiteres Verbesserungspotenzial aus: «Wir müssen die Helfer dort einsetzen, wo sie es gewohnt sind zu arbeiten.»

Die Rückmeldungen der bisherigen Einsätze stimmen den OK-Chef aber positiv. «Das Echo der Helfer ist sehr gut.» Einige Personen hätte sich auch fürs nächste Wochenende gemeldet, obwohl sie nicht eingeteilt gewesen seien. Er führe dies auf das schöne Erlebnis zurück, das der Helfereinsatz vermittle. «Vereinsmitglieder, die sonst nicht viel gemeinsam teilen, arbeiten und haben es gut zusammen.»

Fünfliber als Entschädigung

Trotzdem konnte das OK negative Reaktionen nicht ganz vermeiden. Vor allem die fünf Franken, welche für den Parkplatz bezahlt werden müssen, regt viele Besucher auf. OK-Chef Cessotto begründet diese Gebühr: «Die fünf Franken sind die Entschädigung für das Land der Bauern, das wir für die Parkplätze benützen dürfen.» Weitere negative Rückmeldungen gab es vereinzelt von Anstössern wegen des Lärms oder von Turnern wegen der etwas zu langen Wartezeiten bei der Essensausgabe über Mittag. Aufs nächste Wochenende hin werden punktuell Massnahmen ergriffen. Um das Littering geringer zu halten, sollen weitere Abfallkübel aufgestellt werden. WC-Anlagen müssen sichtbarer angeschrieben sein, weil einige sie nicht auf Anhieb fanden.

Gesamtwettkampfleiterin Renate Krähenbühl zieht nach dem ersten Wochenende ebenfalls ein positives Fazit. «Die Wettkämpfe gingen planmässig über die Bühne, die Zeitpläne konnten fast überall eingehalten werden.» Auch die Wettkampfrichter waren alle vor Ort. Sie führt dies auf den sanften Druck zurück, den die Wettkampfleitung gegenüber den Vereinen ausgeübt hat: «Wer keine Kampfrichter stellt, wird disqualifiziert.» Negativ fallen die kleineren und grösseren Verletzungen und Wehwehchen ins Gewicht. Ein Turner zog sich etwa einen Achillessehnenriss zu, andere kamen nur mit Schürfungen davon. Zudem hatten Turner vereinzelt einen Sonnenstich oder Hitzschlag wegen des warmen Wetters.