Spätestens seit Anfang Jahr ist es in aller Munde: Am 21. beziehungsweise 23. Dezember 2012 endet der Maya-Kalender und damit ist das Ende der Welt besiegelt. Was die einen zu einem Katastrophenfilm inspiriert, ringt anderen lediglich ein Schmunzeln ab, aber irgendwie fragt sich wohl jeder einmal, was denn nun wirklich geschehen wird an diesem ominösen Wochenende.

Diese Frage hat auch Beatrice Rüetschli beschäftigt, Präsidentin des Lions-Club Solothurn Aare. «Ich bin ein Angsthase», gibt die Immobilienmaklerin ohne Umschweife zu. Daher habe sie sich gedacht: «Warum nicht den Maya-Experten schlechthin fragen?» So hielt Erich von Däniken im Restaurant Sternen in Kriegstetten einen ausführlichen Vortrag zum Thema und verriet bereits im Vornherein: «Die Welt wird nicht untergehen.»

Unerklärliche Phänomene

Erich von Däniken befasst sich seit zirka 50 Jahren mit alten Kulturen und glaubt erkannt zu haben, dass es Phänomene gibt, die weder Religionen noch Wissenschaft wirklich erklären können. So fänden sich auf der ganzen Welt steinzeitliche Bauten, welche geometrisch exakt angeordnet wurden. Von Dänikens Theorie dazu hört sich nicht weniger plausibel an als jede religiöse Erklärung: Vor tausenden von Jahren hätten ausserirdische Wesen die Erde besucht, um das Leben auf dem Planeten zu studieren. «Unsere Vorfahren hatten aber keine Ahnung von ausserirdischem Leben. Sie dachten, diese Wesen seien Götter. Wir wissen heute aber, dass es keine Götter gibt», so von Dänikens Ausführungen.

Diesen «Göttern» zu Ehren wollte man Tempel errichten und die extraterrestrischen Besucher hätten dies dazu genutzt, den Zukunftsmenschen eine Botschaft zu hinterlassen. «Denn die Ausserirdischen wussten, dass der Mensch irgendwann fliegen kann», erklärte von Däniken. So seien die Heiligtümer in geometrischen Figuren angelegt worden, die bei Landvermessungen auffallen mussten.

Was hat dies nun mit dem Weltuntergang zu tun? Tatsächlich beginnt der Maya-Kalender am 13. August 3114 v. Chr., also weit früher als die Maya-Kultur selber. «Der Kalender wurde von den Vorfahren übernommen», so von Däniken.

Ausserirdische kehren zurück

Inschriften der Maya würden erklären, dass an diesem Tag ein Gott-ähnliches Wesen namens «Bolon Yokte» auf der Erde gewesen sei. Weitere Inschriften liessen erkennen, dass derselbe an einem bestimmten Tag auf die Erde zurückkehren werde. «Wird das Datum in unseren christlichen Kalender umgerechnet, so erhält man den 23. Dezember 2012», erklärt Erich von Däniken.

Von Däniken kam zu zwei Schlüssen, weshalb die Erde an diesem Tag jedoch nicht untergehen werde. Zumindest nicht wortwörtlich. Denn davon, dass die Ausserirdischen zurückkehren werden, ist von Däniken überzeugt. «Dann wird der ‹Götterschock› eintreten. Der Mensch wird erkennen, dass er nicht die Krone der Schöpfung ist. Und damit wird für ihn eine Welt untergehen.»

Man hat sich schlicht verrechnet

Dieser Tag liege aber noch in ferner Zukunft, denn der Startpunkt unseres christlichen Kalenders ist bekanntlich das Jahr 0, in dem Jesus Christus zur Welt kam. Tatsächlich sind aber weder dieses Jahr noch der 25. Dezember als Geburtstag Jesu belegt. Und damit, so Erich von Dänikens Schlussfolgerung, kann der 21. Dezember 2012 nicht dem Datum entsprechen, an dem laut dem Maya-Kalender die Götter, oder nach Erich von Däniken, die Ausserirdischen wiederkehren.