Feldbrunnen-St. Niklaus
Wenn hinter den Kulissen des Theaters gemordet wird

Die Theatergruppe Feldbrunnen-St.Niklaus zeigt ein Lustspiel der besonderen Art. Die Bühne ist zweigeteilt: Auf der rechten Bühnenseite blicken die Zuschauer hinter die Bühne, auf der linken Seite wird für ein Stück geprobt.

Agnes Portmann-Leupi
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Die Theatergruppe Feldbrunnen-St. Niklaus probt das Stück «Mord on Backstage».

Die Theatergruppe Feldbrunnen-St. Niklaus probt das Stück «Mord on Backstage».

Agnes Portmann-Leupi

Speziell zeigt sich bereits das zweigeteilte Bühnenbild. Einerseits präsentiert sich ein Schlosszimmer mit Kronleuchter und andererseits ein gewöhnlicher, unordentlicher Aufenthaltsraum mit Neonlampe. Nicht weniger speziell ist auch das Lustspiel «Mord on Backstage» in drei Akten von Claudia Gysel.

Das Stück gibt die Geschichte eines Regisseurs wieder, der eigens für seine Theatergruppe ein Drama, welches in England spielt, in kurioser und komplizierter Sprache geschrieben hat. Dies passt der Gruppe keineswegs, ist sie sich doch an Lustspiele gewöhnt. Alles todlangweilig findet die emotionale, aufbrausende Schauspielerin Danielle (Claudia Gubser). Das mitspielende Ehepaar Hofer (Gaby Lehmann und Felix Häusermann) bemüht sich vergeblich, seine Eheprobleme zu verbergen. Die junge Schauspielerin Cindy (Joanna Lye) strotzt nicht von Selbstsicherheit und hat zudem etwelche Mühe mit Auswendiglernen.

Im Dauerstress ist die Souffleuse (Thérèse Hofer), sei es draussen am Rauchen oder beim Ertragen der Launen aller Beteiligten. Stets hilfsbereit, als «Mädchen für alles», zeigt sich der Techniker (Adrian Zbinden). Vereinspräsident Bötsch (Patrick Lehmann) eckt als Gesundheitsfreak mit Randen- und Karottensaft an.

Schliesslich der launische Regisseur Feinstaub (Roger Schmid), der von seinem «Shakespeare-gefärbten» Stück trotz aller Widerstände immer noch mehr als nur begeistert ist. Obwohl selbst seine Schwester Katrin (Tanya Germann) das Ganze zum Davonlaufen findet. Was aber hat das plötzliche Auftauchen des Kommissars und Krimiautors Rutscher (Peter Reinhart) auf sich?

Neu wurde ein Verein gegründet

Auf der zweigeteilten Bühne passiert so manch Amüsantes. Das Publikum darf sich auf heitere Unterhaltung freuen beim Miterleben der harzigen Proben, des Aufbäumens der charakterstarken Mitwirkenden mit all ihren Nöten und Sorgen, der förmlichen Sprache sowie der Pannen während der Theater-Aufführung.

Mit Bravour führt erstmals Markus Schmid im nicht gerade einfachen Stück Regie, nachdem Heinrich Würgler – das «Multitalent», wie die Mitglieder sagen – nach elfjährigem Einsatz zurückgetreten ist.

Für die Theaterleute, die bisher als offene Gruppe fungierten, bedeutete dies, über die Bücher zu gehen. Von Anfang an war für die engagierten Spielerinnen und Spieler klar: «Das Dorftheater darf nicht sterben.» Also gründeten sie den Verein «Theatergruppe Feldbrunnen-St. Niklaus» mit Peter Reinhart als Präsident. Damit soll die Verantwortung auf alle Mitglieder verteilt werden.

Aufführungen in der Mehrzweckhalle Feldbrunnen: Fr 28. und Sa 29. März, jeweils 20 Uhr, Türöffnung und warme Küche vom «Elements Club» ab 18 Uhr.