Kantonale Wahlen und Gemeinderatswahlen lassen sich nicht vergleichen. Trotzdem kann die SVP in Selzach mit guten Hoffnungen ins Rennen steigen. Die Partei hat bei den Kantonsratswahlen prozentual gesehen praktisch gleich viele Stimmen geholt, wie die CVP und die FDP. Parteipräsidentin Sheena Strahm ist allerdings vorsichtig mit einer Prognose. «Wir möchten einen Sitz holen», meint sie.

Die Partei sei erst Ende letzten Jahres gegründet worden und man gehe nur mit drei Personen in die Wahlen. «Wir gehören zwar einer konservativen Partei an, aber wir wollen nicht überaltert wirken und frischen Wind in die Gemeinde bringen», meint sie. Als erste Partei in Selzach kann man die SVP darum auch auf Facebook liken. Die Steuern, die Miet- und Bodenpreise sind Themen, die der SVP am Herzen liegen. Aber auch die Förderung alternativer Energien hat sich die Partei auf die Fahne geschrieben.

FDP konkurriert mit CVP

«Ich gehe davon aus, dass sich die CVP und die FDP nach diesen Wahlen sieben Sitze teilen werden», erklärt FDP-Parteipräsident Christoph Scholl. Die FDP war bei den letzten Gemeinderatswahlen die wählerstärkste Partei und «das möchten wir auch bleiben», so Scholl. Die Partei kann mit den vier Bisherigen antreten, was ein gewisser Vorteil sei. Die Partei setze sich für ein intaktes Vereinsleben und die dazu nötige Infrastruktur ein. Verkehrsmassnahmen wie Tempo 30 würden dort unterstützt, wo sie Sinn machen. Schliesslich sind die Finanzen und eine gute Finanzplanung wichtig für die Freisinnigen.

Tempo 30 ist auch für die CVP ein Thema. «Wichtig ist auch uns, dass das Vereinsleben im Dorf gefördert wird und wir attraktiv sind für Familien, dass aber auch für Senioren etwas getan wird», meint Fraktionschef Andreas Zuber. Die CVP hat drei Bisherige auf der Liste. Sie muss auf Gemeindepräsident Viktor Stüdeli verzichten, der sich nach 24 Jahren zurückzieht. «Wir wollen unsere vier Sitze und das Gemeindepräsidium aber sicher verteidigen», so Zuber.

Sitz halten

Peter Brudermann (Freie Liste) ist sich sicher, dass seine Partei den Sitz halten kann. «Für einen weiteren Sitz haben wir zu wenig Kandidierende auf der Liste», meint er. Neben den Themen, die alle Parteien bearbeiten, hat die Freie Liste auch noch andere Anliegen. «Seit vier Jahren machen wir immer wieder darauf aufmerksam, dass in Selzach eine Planungskommission fehlt». Gerade jetzt zeige sich dies wieder. «Der Richtplan liegt zur Vernehmlassung vor und es fehlt eine Fachkommission, die diesen beurteilt.»

Daneben ist für Brudermann klar, dass eine vertiefte Zusammenarbeit mit Lommiswil Sinn machen würde. Die freie Liste unterstütze zudem die familienergänzenden Angebote, ohne dass dabei die Eigenverantwortung der Eltern vergessen werden solle. Schliesslich wünscht sich Brudermann, dass die Bevölkerung vermehrt in grosse Projekte einbezogen wird. «Je mehr Leute mitdenken, desto mehr Ideen gibt es.»