Lohn-Ammannsegg
Wein, der nicht im Handel erhältlich ist

Das Ziel des Weinfestivals in der Landi Bucheggberg war es, Weine zu zeigen, die nicht im Handel erhältlich sind. Dies glückte. Der Anlass begeisterte mit Raritäten aus dem Kanton Solothurn.

Agnes Portmann-Leupi
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Die Macher der Schiller-Weinbaugenossenschaft Bucheggberg (v.l.): Vizepräsident Ulrich Abbühl, neuer Präsident Wolfgang Bertschmann und ehemaliger Präsident und Vorstandsmitglied Manfred Küng.

Die Macher der Schiller-Weinbaugenossenschaft Bucheggberg (v.l.): Vizepräsident Ulrich Abbühl, neuer Präsident Wolfgang Bertschmann und ehemaliger Präsident und Vorstandsmitglied Manfred Küng.

Agnes Portmann-Leupi

Weinreisen im Kanton Solothurn als neues Tourismusangebot? Weinbauer und Rechtsanwalt Manfred Küng winkt ab. «Es gibt viele, jedoch kleine Winzer mit geringem Ertrag, mit grösseren Mengen Wein eindecken kann man sich nicht», sagte er. Gerade mal ein Glas Wein pro Einwohner sei im Jahr 2009 im Kanton produziert worden. Staunen über das Weinvorhandensein von rund 20 Produzenten konnten die Besucher am «Mini-Weinfestival» vom vergangenen Samstag allemal.

Interessierte nutzten die Gelegenheit, die eine oder andere Flasche dieser Raritäten zur Urteilsbildung zu erwerben. Degustieren durften sie den Küttigkofer «Räbdächli» des Weinbauern und Handchirurgen Ulrich Abbühl. «Mit dem Anlass wollen wir Weine zeigen, die im Handel nicht erhältlich sind», sagte Manfred Küng, dessen eigener Weinberg in Kriegstetten rund 120 Flaschen abwirft. Die Bevölkerung solle aber auch für den Solothurner Rebbau sensibilisiert werden.

Dornach gilt als die wohl bedeutendste Rebbaugemeinde, gefolgt von Hofstetten-Flüh, Metzerlen und Erlinsbach. Auszumachen sind Traubensorten wie Pinot Noir, Pinot Gris, Regent, Cabernet Jura, Léon Millot, Maréchal Foch, Riesling, Réselle. Laut Manfred Küng betrug die Anbaufläche im Kanton Solothurn im Jahr 2009 rund 6,4 Hektaren. Aus den im Rebkataster eingetragenen Parzellen resultierten knapp 50 000 Kilogramm Trauben.

Winzer und Kelterer gesichert

Mit Hilfe der im Juli 2011 gegründeten Schiller-Weinbaugenossenschaft Bucheggberg soll nun die Weinproduktion im Kanton angekurbelt werden. Deren Ziel ist es, Bauernbetriebe in dieser Region für den Rebanbau zu sensibilisieren und zu motivieren. «Die Pflanzung eines Rebbergs von 1,3 Hektaren im Räckholder in Küttigkofen scheint für 2016 gesichert», verriet der Vizepräsident der Genossenschaft, Ulrich Abbühl. «Für die Vinifikation konnten wir den Spitzenfachmann Peter Wehrli aus dem aargauischen Küttigen gewinnen.» Die Arbeit auf dem Feld erledige ein Solothurner Winzer.

Ulrich Abbühl verheimlicht nicht, dass diesem Erfolg viele Diskussionen mit verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben von Küttigkofen bis Messen vorangingen. Er hofft, dass weitere Bauernbetriebe als Ergänzung zur klassischen Landwirtschaft nachziehen. Wenn alles nach Plan verläuft, dürfen sich die Weinliebhaber spätestens im Jahr 2020 auf einen hochstehenden Rosé freuen – einem Schillerwein, ganz dem Namen der Genossenschaft getreu, bestehend aus roten und weissen Trauben aus derselben Parzelle, gleichzeitig gelesen und zusammen gekeltert.

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