Derendingen
Weil Sozialfälle zunehmen, soll Personal aufgestockt werden

Die Sozialhilfe- und Vormundschaftskommission Wasseramt Ost kommt an ihre Grenzen. Der Gemeinderat Derendingen will deshalb das Personal aufstocken, um eine optimale Betreuung von Sozialhilfeempfängern und Mündeln zu ermöglichen.

Marlene Sedlacek
Drucken
Teilen
Mit dem momentanen Personalbestand ist in Derendingen eine umfassende Betreuung derzeit nicht möglich.

Mit dem momentanen Personalbestand ist in Derendingen eine umfassende Betreuung derzeit nicht möglich.

Oliver Menge

Die Sozialhilfe- und Vormundschaftskommission Wasseramt Ost möchte die Stellenprozente für die vormundschaftliche Mandatsführung um 30 und für die Arbeit mit Sozialhilfeempfängern um 40 Prozent aufstocken. «Wir kommen mit dem Personal an die Grenzen», beklagte Kommissionssekretär Olaf Wirtz. Die Abklärungen im Bereich Kind- und Erwachsenenschutz seien zeitaufwändig. Standortgespräche mit Betreuern müssen geführt und der Kontakt zu den Mündeln aufrechterhalten werden. Ausserdem sei in den letzten Jahren eine massive Zunahme von Sozial- und Vormundschaftsfällen zu verzeichnen gewesen.

Umfassende Betreuung nicht möglich

Neben der Betreuung der Mandanten falle ein Grossteil an administrativen Arbeiten an. Mit dem momentanen Personalbestand sei eine umfassende Betreuung nicht möglich, klagte Wirtz. Auch für Weiterbildungskurse reiche die Zeit nicht. Somit leide die Sozialarbeit, und in den Verhaltensweisen der Klienten können keine Fortschritte erzielt werden. Den Anstieg der Sozialhilfebezüger schreibt Wirtz vor allem Personen zu, die aus der IV fallen und denen, die ausgesteuert sind. Dazu kämen zunehmend Schliessungen von Kleinstbetrieben. Er prognostiziert weiterhin steigende Zahlen.

Der Gemeinderat stimmte dem Antrag auf Erhöhung der Stellenprozente als Notmassnahme zu. Abschliessend wird die Gemeindeversammlung darüber befinden müssen. «Wir haben als Leitgemeinde unserer Sozialregion eine gewisse Verantwortung», erinnerte Gemeindepräsident Kuno Tschumi (FDP). Wenn die Gemeindeversammlung der Massnahme nicht zustimmen würde, hätten sie allerdings ein Problem.