Luterbach

Weil Computerfirma Kontron schliesst, verlieren 56 Mitarbeiter ihren Job

Die Kontron AG in Luterbach wird geschlossen.

Die Kontron AG in Luterbach wird geschlossen.

Die deutsche Kontron-Gruppe schliesst ihr Werk in Luterbach. 56 Mitarbeitende haben die Kündigung erhalten. Ob ein Sozialplan ausgearbeitet wird, ist noch offen.

Was die Firmenleitung bereits Ende September als Möglichkeit angekündigt hatte, ist nun Tatsache. Das Werk in Luterbach der deutschen Kontron-Gruppe, nach eigenen Angaben weltweit Marktleaderin in der Herstellung von Kleinstcomputern, wird dichtgemacht.

Von der Schliessung sind 51 Angestellte und 5 Lernende betroffen. Vier weitere Lernende sollen ihr letztes Lehrjahr noch beenden können, wie die Kontron Compact Computers AG in Luterbach am Montag mitteilt.

Rettungsvorschläge «nicht realisierbar»

Die Kündigungen auf Ende Oktober wurden heute Morgen ausgesprochen, unter Einhaltung der jeweiligen persönlichen Kündigungsfrist. Zwar seien im Rahmen der Konsultationsfrist mehrere Vorschläge zur Rettung des Betriebes eingereicht worden. Der Verwaltungsrat der Kontron Compact Computers AG habe diese zusammen mit der deutschen Konzernleitung geprüft. «Leider sind die Vorschläge nicht realisierbar oder würden nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft führen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Die Umsätze hätten sich nicht wie erwartet entwickelt, begründet Kontron die Schliessung. «Im laufenden Jahr werden wir nur ungefähr die Hälfte des geplanten Umsatzes erreichen, was zu einem erheblichen Verlust führen wird.» Der bekannte und künftig zu erwartende Auftragseingang werde nach heutigem Stand auch 2013 zu einem hohen Verlust führen. Selbst ein rascher Markterfolg neuer Produkte werde kurzfristig «die finanziell prekäre Lage» nicht verbessern. Die operativen Tätigkeiten der früheren Digital Logic AG würden nun nach Deutschland verlagert.

Sozialplan fraglich

Ob für die Betroffenen ein Sozialplan ausgearbeitet werde, sei noch offen, erklärt Pascal Péquignot, Geschäftsführer des Werkes in Luterbach. Der Verwaltungsrat werde entsprechende Gespräche mit der Muttergesellschaft in Deutschland führen. Im Rahmen des weiteren Vorgehens werde man sich dabei „bestmöglich für die Interessen der Arbeitnehmenden einsetzen".
Für Markus Baumann, Leiter der Sektion Solothurn der Gewerkschaft Unia, ist der Fall klar. Er fordert, dass die Kontron «einen anständigen Sozialplan» vorlegen werde. Das könne sich der deutsche Konzern leisten. Man werde nun mit dem Personal Kontakt aufnehmen, um dieses Ziel erreichen zu können.

Für Standortgemeinde «sehr bedauerlich»

Für Michael Ochsenbein, Gemeindepräsident der Standortgemeinde Luterbach, kommt der Schliessungsentscheid überraschend. Beim Verkauf an die Kontron vor drei Jahren habe noch Optimismus vorgeherrscht. Es sei von einem guten Geschäftsgang und günstigen Perspektiven gesprochen worden. Offenbar habe sich nun in kurzer Zeit die Lage verändert und das Werk in Luterbach schreibe Verluste. Nach Angaben der Firmenleitung seien «die Produktionskosten zu hoch». «Die Schliessung ist für alle Betroffenen wie auch für die Standortgemeinde und den Werkplatz Luterbach sehr bedauerlich.»

Lebenswerk Digital-Logic

Erst vor drei Jahren hatte Firmengründer Felix Kunz sein Lebenswerk, die Digital-Logic AG, an die Deutschen verkauft. Damals beschäftigte die Firma 98 Angestellte und 17 Lernende. Kontron sprach von einem «lucky buy», Kunz betonte, Verwaltungsratspräsident zu bleiben. Dann aber ist er bereits im Sommer 2010 zurückgetreten.

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