Aeschi
Wegen Vertrauensbruch: Schulleiter reicht sofortigen Rücktritt ein

Albert Arnold gibt den sofortigen Rücktritt als Schulleiter der Schule im äusseren Wasseramt. Zwischen ihm und der neuen Präsidentin des Schulausschusses Michelle Heuberger bestehe kein Vertrauen.

Urs Byland
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Albert Arnold, Schulleiter der Regionalen Schule äusseres Wasseramt, hat seinen sofortigen Rücktritt eingereicht.

Albert Arnold, Schulleiter der Regionalen Schule äusseres Wasseramt, hat seinen sofortigen Rücktritt eingereicht.

Maddalena Tomazzoli Huber

Die Schule im äusseren Wasseramt (RSAW) kommt nicht zur Ruhe. Nach der Wahl des neuen Schulleiters für die RSAW und dessen unerwartetem Rückzug noch vor dem Stellenantritt hat nun der bisherige Schulleiter Albert Arnold den sofortigen Rücktritt eingereicht.

Eigentlich erklärte er sich bereit, die vorzeitige Pension hinauszuschieben, bis seine Nachfolge an der RSAW gefunden worden ist. Er wollte die Schule nicht im Stich lassen, denn diese sei seine «Herzensangelegenheit». Jetzt macht er Vertrauensbruch geltend und geht auf Ende Januar.

Zwischen ihm und der neuen Präsidentin des Schulausschusses Michelle Heuberger, Gemeinderätin mit Ressort Schule in der Leitgemeinde Aeschi, bestehe kein Vertrauen. So habe er nur zufällig von der Sitzung erfahren, die auf gestern Abend anberaumt worden war, und kann sich nicht erklären, weshalb er nicht eingeladen worden sei. Zur Begründung erklärt Albert Arnold, dass er bisher immer die Sitzungen des Schulausschusses mit dessen Präsidium vorbereitet und durchgeführt hatte. «Für die aktuelle Einladung wurde das bisherige Formular verwendet, das automatisch meinen Namen enthält. Dieser wurde willentlich herausgenommen.» Es sei eine Vertrauensfrage und er wisse genau. «Ist einmal das Vertrauen nicht mehr vorhanden, kann man auch nicht mehr zusammenarbeiten.»

«Schade, dass dies passiert ist»

Michelle Heuberger will zur Angelegenheit nichts sagen und verweist auf Aeschis Gemeindepräsidenten Stefan Berger. Auch dieser möchte eigentlich nichts sagen. «Ich will zuerst mit den Beteiligten reden. Es ist jedenfalls sicher nicht eine grosse Geschichte.» Nach den Sitzungen gestern Dienstagabend – zuerst diskutieren die Gemeindepräsidenten und anschliessend wurde die Schulausschusssitzung abgehalten – werde man mehr wissen.

Immerhin sagt Berger, dass an dieser Sitzung die Zukunft der Schule ab dem nächsten Herbst diskutiert wird. «Es ist kein Muss, dass die Schulleitung an eine Strategiesitzung eingeladen wird.» Die Nichteinladung von Arnold sei keine Absicht und habe keine persönlichen Gründe. «Arnold wird im Herbst sowieso nicht mehr dabei sein.» Die RSAW wolle zuerst eine neue Schulleitung finden und dann die Strategie der Schule entwickeln. «Das war sicher kein guter Stil, aber wir werden eine Lösung finden. Schade, dass dies passiert ist», so Berger

Schule steht unter Druck

Albert Arnold, der sieben Jahre lang Schulleiter der RSAW war, tappt im Dunkeln, warum er nicht an die Sitzung eingeladen wurde.

In seinem Rücktrittsschreiben erwähnt Arnold, dass er gegenüber der Präsidentin des Schulausschusses Bedenken im Zusammenhang mit der Ausbildung zweier Schulleitungskandidaten geäussert hatte. Diese meldeten sich auf die ausgeschriebene Stelle. «Es ging um meine Nachfolge, die Kandidaten durften mir telefonieren und ich habe gemerkt, dass sie weder die Schulleiterausbildung noch Schulleitererfahrung ausweisen.» Er habe die Vorbehalte Michelle Heuberger mitgeteilt, weil die Schule in einer schwierigen Phase Unterstützung und auch Schulleiter mit Erfahrung brauche. Bekannt ist, dass die Schule unter Druck ist, will doch der Kanton Schulstandorte schliessen, weil die Klassen wegen rückläufiger Schülerzahlen zu klein sind. Das sei der einzige Kontakt zwischen ihm und Heuberger seit der Vertragsunterzeichnung gewesen. Weil er kein Vertrauen spüre und sich über den Tisch gezogen fühle, habe er nun den sofortigen Rücktritt eingereicht.