Wie die Interessengemeinschaft Kriegstetten am Dienstag mitteilte, zieht sie sich aus der Gemeinderatspolitik zurück. Ihr Gemeinderatsmitglied Brigitte Palacios und das Ersatzmitglied Rémy Wysmann haben bereits die Demission eingereicht. Das Vertrauen gegenüber dem Gemeindepräsidenten sei nach einem Telefongespräch vom Freitag zwischen Brigitte Palacios und Manfred Küng endgültig verloren, begründet die Gemeinschaft den Entscheid.

Küng habe telefonisch bestätigt, dass die Anschuldigungen als Wahlpropaganda verwendet wurden. Zu den Vorwürfen gegen Brigitte Palacios gehörten, dass sie auf Facebook sei. Ausserdem erwarte Küng von ihr, dass sie für ihn «klare Verhältnisse» schaffe und sich deshalb von Beat Bommer distanziere.

«Alle haben ihm zu folgen»

«Frau Palacios ist nicht bereit, sich vom Gemeindepräsidenten vorschreiben zu lassen, mit wem sie Kontakt habe und ob sie auf Facebook sei oder nicht. Der Gemeindepräsident ist offensichtlich der Auffassung, dass ihm alle zu folgen haben», wird das Geschehen kommentiert. Wer Küng nicht folge, dem würden haltlose Vorwürfe gemacht, heisst es in der Mitteilung. Auch Internet-Pranger zähle dazu.

«Frau Palacios wäre für eine Zusammenarbeit bereit gewesen, hätte sich der Gemeindepräsident für gewisse öffentlich geäusserte Anschuldigungen auch öffentlich entschuldigt», lässt die IG verlauten. «Dazu war der Gemeindepräsident leider nicht bereit».

Die IG Kriegstetten komme daher zum Schluss, dass eine «kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat» aufgrund der bisherigen Erfahrungen «nicht möglich und nicht zumutbar» sei. Zu diesen bisherigen Erfahrungen zählt die Interessengemeinschaft «Internet-Pranger, Vorenthalten von Informationen, Nichtbeantwortung von Anträgen, Nichtabhaltung von Sitzungen, Verweigerung von Vereidigungen gewählter Mitglieder des Gemeinderates und zuletzt Versuche des Gemeindepräsidenten, von Frau Palacios hundertprozentige Treue abzuverlangen». Die IG Kriegstetten werde sich aber weiterhin politisch engagieren.

CVP zog sich letzte Woche zurück

Erst letzte Woche hat sich die CVP aus dem Gemeinderat zurückgezogen, weil eine Zusammenarbeit mit Gemeindepräsident Küng nicht mehr möglich sei. Beat Bommer und sein Ersatzmann Daniel Junker verzichteten per sofort auf ihr Amt. Grund dafür war der Vorfall, dem frisch gewählten Gemeinderat Bommer nicht zu vereidigen. (ckk)