Projekt Riverside

Weg vom Widi-Areal: Nicht alle vom FC Zuchwil sind begeistert vom Umzug

Mike Marti, Präsident des FC Zuchwil, kann sich eine neue Heimat vorstellen, wenn es eine «gute Lösung für alle» gibt.

Mike Marti, Präsident des FC Zuchwil, kann sich eine neue Heimat vorstellen, wenn es eine «gute Lösung für alle» gibt.

Weil auf dem Widi-Areal Wohnraum entstehen soll, müssen die Sportvereine umziehen. So auch der FC Zuchwil. Dessen Präsident Mike Marti will Garantien bei einem Umzug zum Sportzentrum Zuchwil.

Im Gemeinderat haben Sie, Mike Marti, erklärt, dass der FC Zuchwil sich bei einem Gemeindeverkauf des Widi-Areals einen Umzug vorstellen kann. Stimmt das?

Mike Marti: Am Anfang des Projektes haben wir uns gesagt, man kann offen gegenüber dem Anliegen sein. Wir sehen ja auch die Chancen des Projektes für eine Weiterentwicklung der Gemeinde in diesem Gebiet.

Wer ist wir?

Das sind der FC Zuchwil, der Tennisclub und die Eisstockschützen. Ich bin auch noch Mitglied im Tennisclub.

Die ersten Lösungsvorschläge fanden bei Ihnen aber kein Gehör.

Der FC Zuchwil hätte an verschiedenen Orten eine neue Heimat finden sollen. Das wäre eine organisatorische Herausforderung geworden und aus unserer Sicht ein «No-go» gewesen. Ich glaube nicht, dass die Leute in den verschiedenen Quartieren auf uns warten würden. Das hätte Parkplatzprobleme nach sich gezogen. 

Zu Beginn gab es also eine dezentrale Lösung. Wer hat diese Gespräche geführt?

Anfangs waren die Gespräche noch geheim. Gesprochen wurde im kleinen Kreis der Vereinspräsidenten, Swiss Prime Site, Sportzentrum und Gemeindebehörde. Dennoch sickerte etwas durch und ich wurde auch angesprochen, was ablaufe.

Wie haben Sie reagiert?

Ich ging zum Gemeindepräsidenten Stefan Hug und sagte ihm, wir sollten so schnell als möglich damit an die Öffentlichkeit. Es gab dann einen Infoanlass kurz vor der ersten Diskussion im Gemeinderat. Da konnten sich die Mitglieder, also Aktive, Funktionäre, Passiv- und Ehrenmitglieder zum Projekt äussern.

Das Gemeinde-Angebot sind ein Kunstrasen sowie ein neues Klubhaus. Haben Sie das gefordert?

Nein. Aber ich ging dann auf das Gelände neben dem Sportzentrum und habe das Areal ausgemessen. Ich wollte mir selber ein Bild machen, was ungefähr wo platziert werden könnte. Jetzt gibt es eine Gruppe mit den Vereinen und dem Sportzentrum, in der wir nach Lösungen suchen. 

Gibt es die?

Es gibt Lösungen, die schlussendlich auch für den FC stimmen, eben beispielsweise das Gelände beim Sportzentrum. Das Fussballfeld der Scintilla könnte eine Option für die zwei anderen Vereine sein. Tennisanlagen hat es dort auch schon. Aber klar, in unserem Verein hat es Herzblut-Indianer, die sagen, das ist unser Paradies, was es ja auch ist. Die wird man nicht umstimmen können, das weiss ich jetzt schon.

Wie geht der FC mit der Opposition in den eigenen Reihen um?

Wir hatten am letzten Samstag einen Workshop, um ein wenig die Grundhaltung des FC Zuchwil zum Projekt herauszufiltern. Wollen wir beispielsweise Stimmfreigabe erklären oder wollen wir den Umzug.

In welche Richtung geht es?

Mein Problem ist: wir haben aktuell nichts in der Hand. Das wird zeitlich ein Problem geben. Letzten Endes muss die Politik der Reinvestition zustimmen. Vom Erlös der Widi müsste wieder ein rechter Batzen für den Kunstrasen, das Klubhaus, das Scintilla-Spielfeld etc. ausgegeben werden. Der Vorstand ist mehrheitlich für eine gute Lösung, das kann ich hier offen sagen, aber welche Garantie haben wir. Ich zähle auf die öffentlich geäusserten Absichtserklärungen und hoffe, dass wir nicht in die Pfanne gehauen werden.

Und die Problematik mit dem Sportzentrum?

Ich bin nicht dafür, alte Geschichten aufzuwärmen. Aber trotzdem habe ich schon Befürchtungen gehört, dass der Trainingslärm die Hotelgäste stören könnte. Andererseits gäbe es eine Win-win-Situation im Unterhalt, der mit dem Sportzentrum aufgeteilt werden könnte.

Nach dem Training könnten Sie auch am neuen Standort immer noch rasch in die Aare springen.

Ja, das stimmt. So schlecht ist das nicht, wenn wir klare Vereinbarungen mit dem Sportzentrum treffen können. Es braucht aber klar eine Zustimmung nicht nur von uns, sondern auch vom Sportzentrum.

Eigentlich will der FCZ in eigener Regie über die Plätze bestimmen?

Das haben wir bisher nicht in dieser Deutlichkeit gesagt. Aber wir wollen mitbestimmen.

Wie schwer wäre ein Abschied von der Widi?

Momentan stimmt es für uns auf der Widi. Wir haben es gut unter den Vereinen. Letzten Endes haben wir nicht auf Swiss Prime Site gewartet. Es ist klar, dass es im Verein Opposition gibt.

Die mobilisieren wird, wenn der Verkauf an der Gemeindeversammlung traktandiert wird?

Aktuell macht der Verein keine Mobilitätsaufrufe. Ich habe aber schon von einzelnen Mitgliedern gehört, dass sie dies tun wollen. Ich als Präsident kann einfach sagen, wie ich die Sache sehe, aber jeder hat natürlich seine eigene Meinung.

Sie arbeiten auf der Gemeindeverwaltung? Wie gehen Sie damit um?

Ich wurde schon gefragt, ob man mich aus dem Kreuzfeuer nehmen soll. Nein. Ich trage zwar zwei Hüte, aber zum Projekt äussere ich mich als Präsident des FC Zuchwil und als freier Bürger. Es geht mir auch um unsere grosse Juniorenabteilung, um die Integrationsarbeit, die wir leisten. Wenn man den Verein auseinanderreisst, werde ich auch nicht mehr so viele Leute haben, die sich für den Verein engagieren.

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