Gerlafingen
Wasserämter Gemeinden wollen wissen, welche Folgen «Solothurn Top 5» für sie hat

Die Wasserämter Gemeindepräsidenten unterhalten sich über die Folgen einer Fusion der Top 5 mit Solothurn, Biberist, Zuchwil, Derendingen und Luterbach. Sie wollen eine Studie in Auftrag geben.

Rahel Meier
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Flugaufnahme vom Wasseramt Richtung Jura.

Flugaufnahme vom Wasseramt Richtung Jura.

Simon Dietiker

Heute hat das Wasseramt rund 49000 Einwohner. Würde die Fusion der Top5 mit Solothurn, Biberist, Zuchwil, Derendingen und Luterbach Tatsache, dann blieben noch 23000 Einwohner. Aus Solothurn würde dafür statt einer Stadt mit 16000 eine Stadt mit 42000 Einwohner.

Vier vollamtliche Gemeindeverwaltungen würden im Wasseramt verschwinden. Die Sozialregionen, die Schulen - vor allem die Oberstufe Wasseramt Ost mit dem Schulhaus in Derendingen/Luterbach, der Zivilschutz und die Feuerwehren wären von der Fusion betroffen. «Was heisst das für uns», fragten sich Thomas Fischer (Drei Höfe), Hardy Jäggi (Recherswil) und Marcel Linder (Oekingen).

Die Fusion der Top5 beinhalte Chancen, aber auch Risiken. Für die Top5, aber auch für das restliche Wasseramt. «Welches sind unsere Chancen und Risiken?» Verliert das Wasseramt an Einfluss nach einer Fusion? Wird der Stadt-Land-Graben grösser? Verliert das Wasseramt seine Identität?

Student damit beschäftigen

Fischer, Jäggi und Linder schlugen vor, ein grobes Positionspapier zu erarbeiten und dieses dann einer Fachhochschule einzureichen. «In einer Bachelor- oder Masterarbeit könnten mit einem relativ geringen finanziellen Aufwand einige der Kernpunkte und Fragen herausgeschält und eventuell beantwortet werden.»

Sie forderten alle Gemeindepräsidenten dazu auf, ihre Fragen oder Bedenken aufzuschreiben und sie bis Ende Jahr weiterzuleiten. Markus Sieber meinte, er sei «in einer Spezialposition», denn Lohn-Ammannsegg arbeite sowohl mit Biberist, als auch mit dem Bucheggberg zusammen. «Auch das gehört in das Papier», so Hardy Jäggi.

«Es geht nicht darum, die Top5-Gemeinden zu bestrafen oder ihnen die Fusion mies machen zu wollen», so Jäggi. «Aber ich finde es besser zu agieren, als dann später nur noch zu reagieren.» Bruno Meyer (Etziken) und Eduard Gerber (Halten) zeigten sich eher zurückhaltend. Hans Ruedi Ingold (Subingen), Markus Sieber (Lohn-Ammannsegg), Stefan Berger (Aeschi) und Peter Jordi (Gerlafingen) fanden die Idee gut und meinten, dass man sich mit der Studie nichts vergebe.

Peter Jordi, in seiner Funktion als Präsident der Gemeindepräsidentenkonferenz, liess darum abstimmen und die Abstimmung ergab eine grosse Mehrheit gegen zwei Stimmen. Damit wird ein Papier ausgearbeitet und an der nächsten Sitzung ein Kredit gesprochen, damit eine Studie in Auftrag gegeben werden kann.

Keine weiteren Reformen

Die Gemeindepräsidenten liessen sich zudem an ihrer Konferenz von Yolanda Klaus (stellvertretende Amtsvorsteherin Volksschulamt) über den Lehrplan 21 informieren. Sie beschlossen danach, eine gemeinsame Stellungnahme zu verfassen. Zwar seien die Gemeinden nicht eingeladen worden, sich verlauten zu lassen, so Martin Blaser (Biberist). Aber der Lehrplan habe sehr wohl auch Einfluss auf die Gemeinden. Im Grundsatz sei er auch nicht bestritten.

Die Gemeinden möchten einfach etwas genauer wissen, was er für Auswirkungen habe, vor allem auch finanzieller Art. Die Gemeindepräsidenten übernahmen zu einem grossen Teil die Stellungnahme der Gemeinde Biberist. Die Gemeinden möchten im Moment keine weiteren grossen und umwälzenden Reformprojekte. Sie möchten zudem, dass die Kosten stabilisiert werden. «Ausserdem sollten wir sobald als möglich ausführlich informiert werden.»

Schliesslich stellte Esther Haldemann Zeltner den Verein Tagesfamilien Kanton Solothurn vor. Dieser ist aus drei Tagesfamilienvereinen entstanden und deckt nun neu das Angebot im ganzen Kanton ab. Damit Eltern von günstigeren Tarifen profitieren können, sollten die Gemeinden einen Vertrag mit dem Verein abschliessen. Einige Gemeinden haben diesen Vertrag übernommen, andere haben es abgelehnt, einen solchen zu unterschrieben.