Langenthal
Wasser ist und bleibt ein kostbares Gut, zu dem man Sorge tragen muss

Noch bis zum 18. Mai ist im Museum in Langenthal die Ausstellung «Wässermatten – eine Chance für den Oberaargau» zu sehen. Der ehemalige Fachbereichsleiter Umwelt und Energie Langenthals bietet dazu persönliche Führungen.

Irmgard Bayard
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Andreas Schärer beim Hauptauslass der Langete ins Grunholz. Dort startet auch seine Wanderung vom 27. April.

Andreas Schärer beim Hauptauslass der Langete ins Grunholz. Dort startet auch seine Wanderung vom 27. April.

Irmgard Bayard

Diese kleine Ausstellung ist eine Wertschätzung an die Landwirte, die damit arbeiten», sagt Andreas Schärer, Präsident der Betriebskommission Wässermatten. «Sie soll aber auch aufzeigen, wie diese Bewässerung überhaupt funktioniert.»

Bis Mitte des letzten Jahrhunderts waren die Wässermatten in allen Tälern des Mittellandes verbreitet. Ihr Ursprung geht zurück ins 13. Jahrhundert. Damals legten sie die Zisterziensermönche des Klosters St. Urban an, um die ursprünglich kargen Kiesböden fruchtbar zu machen.

«Die im Wasser mitgeführten Nährstoffe düngten den Boden auf natürliche Weise, lange bevor die heute übliche Düngwirtschaft eingeführt wurde», weiss Andreas Schärer.

Mit der «Anbauschlacht» im Zweiten Weltkrieg (staatlich angeordneter Lebensmittelanbau), dem Intensivanbau, der Mechanisierung und dem Einsatz von Kunstdünger waren die Wässermatten nicht mehr aktuell. Von den rund 700 Hektaren im Langetental waren 1980 kaum ein Zehntel übrig geblieben. Nur dank dem Einsatz verschiedener Persönlichkeiten und Organisationen wurden die Wässermatten Mitte der 1980er-Jahre als Schutzzone ausgeschieden. 1992 konnte eine Stiftung zum Schutz der Wässermatten gegründet werden.

Zwei Jahre später schloss sich der Kanton Luzern mit rund 15 Hektaren Wässermatten in der Gemeinde Altbüron an, später kamen die unmittelbar angrenzenden Matten von Melchnau sowie drei weitere Flächen auf Luzerner Boden dazu. «Die Stiftung hat mit 64 Landwirten aus dem Langeten- und dem Rottal Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen», erklärt Schärer und betont: «Die Bedeutung der Wässermatten erkennt man daran, dass sie ins Inventar als ‹Landschaft von nationaler Bedeutung› aufgenommen worden sind.» Finanziert wurde die Stiftung durch die Kantone Bern und Luzern, den Fonds Landschaft Schweiz, die Gemeinden sowie verschiedene Naturschutzorganisationen.

Die Wässermatten erfüllen noch einen weiteren Zweck: Sie bieten eine Erholungslandschaft mit grosser Vielfalt. Und die Meliorationsanlagen sind auch ein wertvolles kulturhistorisches Denkmal aus dem Mittelalter. In der selbsterklärenden Ausstellung werden Schwarz- Weiss-Fotografien von Heini Stucki (Biel) gezeigt, welche dieser im Auftrag der Stiftung angefertigt hat. Karten zeigen zudem, wo sich die Wässermatten befinden, und ein Relief, wie sie funktionieren (siehe auch Kasten unten rechts). Am 27. April findet zudem eine Führung durch die Wässermatten im unteren Langetental mit Andreas Schärer und Käthi Matter, ebenfalls Mitglied der Betriebskommission, statt. «Wir sprechen dabei nicht nur von der Bedeutung des Wassers, sondern wässern auch», verrät Schärer.

Der ehemalige Fachbereichsleiter Umwelt und Energie der Stadt Langenthal bietet zudem durchs Jahr von der Ausstellung unabhängige Führungen zum Thema Wasser (Nutzung, Gefahr, Bedeutung als Lebensmittel) an. «Mit der Ausstellung und den Führungen wollen wir auf die grosse Bedeutung des Wassers in unserem Alltag hinweisen», sagt der 73-Jährige. Denn Wasser ist und bleibt ein kostbares Gut, zu dem man Sorge tragen muss.

Ausstellung im Museum Langenthal, Mi und So, 14 bis 17 Uhr.

Führung durch die Wässermatten im unteren Langetental: So, 27. April, 10 Uhr. Treffpunkt Parkplatz Kaltenherberge Roggwil (Anmeldung Tel. 062 922 59 73 oder am.schaerer@gmx.ch). Lesung «Strohwitwen und Wasserleichen» mit Urs Mannhart: So, 4. Mai, 10 Uhr, im Museum. Führungen mit Andreas Schärer können via Stadtladen gebucht werden. www.museumlangenthal.ch und www.wässermatten.ch