Verunreinigung
Was macht rostig-ölige Flüssigkeit am Emme-Ufer in Derendingen?

Leserreporter Andy Matter aus Derendingen entdeckt eine merkwürdige Flüssigkeit am Emme-Ufer. Er macht Bilder von den Verunreinigungen und stellt eine Vermutung auf: «Vielleicht ist nebenan Industriemüll vergraben?»

Simon Binz
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Am Emme-Ufer bei Derendingen entdeckte Leserreporter Andy Matter Deponiesickerwasser
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 Am Wochenende war aufgrund tiefem Wasserstand der Emme, das Deponiesickerwasser gut erkennbar.
 Martin Brehmer, Leiter der Abteilung Boden im Amt für Umwelt des Kantons Solothurn: «Die roten Flecken am Emme-Ufer sind üblicherweise Rost von im Deponiematerial enthaltenem Eisen und die ‹Öl-Flecken› sind dünne Eisenoxidhäutchen.»

Am Emme-Ufer bei Derendingen entdeckte Leserreporter Andy Matter Deponiesickerwasser

Leserreporter Andy Matter

Bereits am Wochenende bemerkte Leserreporter Andy Matter entlang dem Emme-Ufer in Derendingen, an mehreren Stellen die rostig-ölige Flüssigkeit. «Die Stellen befinden sich auf dem Weg vom Spielplatz, Richtung Papierfabrik Biberist, auf der Südseite der Emme», sagt Matter.

«Ich bin kein Umweltwissenschaftler, aber oftmals sind ja alte Deponien Schuld an diesen Miseren. Diese ölige Flüssigkeit ist aber merkwürdig und könnte meiner Meinung nach darauf hinweisen, dass dort Industriemüll vergraben ist.»

Ehemalige Deponie von Derendingen

Ein Blick auf den kantonalen Kataster der belasteten Standorte zeigt: Auf der Südseite im «Schachen» auf Gemeindegebiet Derendingen, ist tatsächlich ein belasteter Standort verzeichnet. Martin Brehmer, Leiter der Abteilung Boden im Amt für Umwelt des Kantons Solothurn bestätigt, dass dort die ehemalige Mülldeponie von Derendingen liege.

Martin Brehmer, Leiter der Abteilung Boden

Martin Brehmer, Leiter der Abteilung Boden

Hansjörg Sahli

Diese wurde bereits untersucht und sei sanierungsbedürftig. Brehmer erklärt die Verunreinigungen: «Die roten Flecken am Emme-Ufer sind üblicherweise Rost von im Deponiematerial enthaltenem Eisen und die ‹Öl-Flecken› sind dünne Eisenoxidhäutchen.»

Das sei typisch für Deponiesickerwasser, welches darauf hinweise, dass dort eine alte Deponie liege. «Rost ist jedoch ungefährlich», gibt Brehmer Entwarnung. Er glaubt, dass man das Sickerwasser am Wochenende aufgrund der geringen Niederschläge und dem tiefen Wasserstand der Emme so klar erkennen konnte.

«Alte Deponien sind träge Systeme»

«Bereits jetzt weitere Untersuchungen vorzunehmen ist aber nicht sinnvoll. Einerseits könnten wir ohnehin keine Sofortmassnahmen gegen die Sickerwasseraustritte ergreifen. Andererseits sind solche alten Deponien relativ träge Systeme, so dass weitere Untersuchungen höchstwahrscheinlich nur unsere bisherigen Erkenntnisse bestätigen würden», so Martin Brehmer weiter. Es sei anzunehmen, dass das Sickerwasser einen ganzen Cocktail von weiteren Stoffen und Schadstoffen enthält.

Dies hätten frühere Untersuchungen auch schon nachgewiesen. Durch die Lage unmittelbar an der Emme sowie durch die feststellbaren Sickerwasseraustritte habe die Deponie ohnehin eine hohe Dringlichkeit betreffend Untersuchung und Sanierung.

«Die Deponie wird saniert»

Die jetzt vorgesehene Sanierung im Rahmen des Hochwasserschutzprojektes, die zirka ab 2016 erfolgen soll, werde diese Dringlichkeit berücksichtigen. «Die Deponie wird aber unabhängig vom Ausgang des Hochwasserschutzprojektes saniert werden», sagt Brehmer.

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