Dornach

Was geschieht mit dem ehemaligen Swissmetal-Areal?

Wohnen und Arbeiten: So könnte es auf dem Areal Widen in Dornach in einigen Jahren aussehen.

Wohnen und Arbeiten: So könnte es auf dem Areal Widen in Dornach in einigen Jahren aussehen.

Am 28. September befinden die Stimmberechtigten über die Leitsätze zur Entwicklung des Widen-Areals. Die Entwicklung der Dornacher Gemeindefinanzen hängt massgeblich von der Zukunft des ehemaligen Swissmetal-Geländes ab.

Der Publikumsaufmarsch zur Orientierung im Dornacher Schulhaus Brühl stand fast im umgekehrten Verhältnis zur Wichtigkeit der Abstimmung über die Zukunft des 270 000 Quadratmeter grossen Widen-Areals, auf dem die Gebäude der ehemaligen Swissmetal stehen.

In den vergangenen zwei Jahren wurde von Fachleuten und einer Begleitgruppe der lokalen Bevölkerung ein Teilleitbild erarbeitet, das die Leitlinien der künftigen Entwicklung skizziert. Vorgesehen ist ein Mix von industrieller, gewerblicher und Wohn-Nutzung. Als Folge der Liquidation der Swissmetal, deren Tätigkeiten teilweise von der Baoshida Swissmetal Ltd. weitergeführt wird, hat die Grundeigentümerin, die Weidenareal Metall AG (WAM), beschlossen, das Areal einer nachhaltigen Nutzung zuzuführen.

Düstere Prognosen bei Ablehnung

Die Fachleute, die das Projekt aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten, sind sich einig, dass die Beibehaltung des Status quo keine Lösung sei, da für eine rein industrielle und gewerbliche Nutzung zu wenig Nachfrage bestehe. Liquidator Fritz Rothenbühler betonte, dass bei der Zustimmung zum Teilleitbild die Mitwirkungsrechte der Gemeinde bestehen blieben. Bei einer Ablehnung würden hingegen Investoren längerfristig keine guten Bedingungen vorfinden.

Stefanie Ledergerber erläuterte die verkehrstechnischen Fragen. Bei einer Entwicklung des Widen-Areals hätten der H 18-Vollanschluss und die S-Bahn-Station Apfelsee Priorität, aber auch der öV und die Situation des Velowegs müssten verbessert werden. Finanzfachmann Heini Sommer klärte über die finanziellen Aspekte auf: «Bei einer Ablehnung des Teilleitbilds würde das Gemeindedefizit bis ins Jahr 2035 voraussichtlich auf drei Millionen Franken ansteigen.» Eine langsame Entwicklung des Areals würde das Defizit zwar um rund eine Million verkleinern, aber nur eine nachhaltige Mischnutzung des Widen-Gebiets könne die Negativentwicklung spürbar bremsen.

Chance für die Gemeinde

Daniel Schneider vom Planungsteam strich die Chancen eines neuen Dorfteils heraus, in dem sich Arbeit, Wohnen und Erholung ergänzen. Die neuen Bauten müssten in das Ensemble der erhaltenswerten Gebäude integriert werden und vor allem sei das Potenzial des Erholungsraums Birsbogen stärker zu nutzen.

Lionel Leuenberger vom kantonalen Amt für Raumplanung machte klar, dass man nicht nur über ein technisches Teilleitbild abstimme, sondern über eine wichtige politische Weichenstellung. Schliesslich könne Dornach mit dem Projekt auch im Konkurrenzkampf mit anderen Gemeinden besser bestehen. Der Gemeinderat, das Amt für Raumplanung und die Regierung befürworten das Teilleitbild Widen. Nun liegt es an den Stimmbürgerinnen und -bürgern, Chancen und Risiken gegeneinander abzuwägen.

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