Büren an der Aare
Warum hier die schnellste Fasnacht abläuft

Das Wetter am Neujahrsmorgen sah nicht verheissungsvoll aus. Doch gegen Mittag sah dann alles anders aus. Närrinnen und Narren strömten scharenweise ins Aarestedtli. Die Schaulustigen genossen den Umzug als ein buntes fasnächtliches Spektakel.

Kaspar Haupt (Text und Bilder)
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Der FC Büren und das leidige Beizenproblem
14 Bilder
Ohren zu, bald knallen die Böllerschüsse
Freie Sicht auf das Geschehen
Was wird hier gewettet
Anderswo hängen noch Weihnachtsbeleuchtungen, in Büren schon die Bööggen
Die auf ewig verfluchte Figur des Nimmerselig
Büre Nöijahr
Gruppe ohne Namen, aber mit Wirkung
Turnverein mit rauchenden Brüter sucht Endlager
Konfettiregen im Aarestedtli
Warten auf den Umzug
Wikinger wollen das Büre Nöijohr kennenlernen
Türmliwilerzunft mit kopfloser Vennerfigur
Eine lose Vereinigung von Guggenmusikern

Der FC Büren und das leidige Beizenproblem

AZ

Seit der Gründung der Türmliwiler Zunftvor 35 Jahren steht Büren fest im Banne der Narren. Man sagt: Das Büre Nöijohr sei die schnellste Fasnacht überhaupt: Kaum angefangen ist sie schon wieder vorbei. Doch alle Elemente eines traditionellen Fasnachtsbrauches werden hier gepflegt.

Beigetragen zum Wiederaufblühen hat die Schaffung der Bürenöijahrsplakette. Kein Wunder also, dass das Büre Nöijohr mit seinem Umzug viel Publikum ins Aarestedtli zu locken vermag. Am frühen Nachmittag drängten sich scharenweise Närrinnen und Narren, Fasnächtler und Normalbürgerinnen und Bürger auf die Strassen und Gassen entlang der Umzugsroute. Viele der Schaulustigen kamen wohl, um nach durchfeierter Silvesternacht etwas frische Luft zu schnuppern. Andere hingegen fieberten dem Neujahrstag entgegen, um am frühen Morgen chesselnd durch die Strassen zu ziehen.

Pünktlich um 14.31 Uhr startete mit zwei Böllerschüssen der traditionsreiche Umzug. Angeführt wurde das närrische Spektakel von der mächtigen Figur des Nimmerselig, gefolgt vom Sujetwagen. Denn nach langer Zeit hatte die Türmliwilerzunft wieder einen Sujetwagen gebaut, wie Wagenbauchef Jürg Wagner betonte.

Hier wurde interessant die Bedeutung des Mottos «Mir drääje düre» im übertragenen Sinne sichtbar gemacht. Die kopflose Vennerfigur auf dem Wagen deutete dabei auf das unprofessionelle Vorgehen bei der Demontage des Venners an. Auch der FC Büren war am «dure drääje». Die Schnitzelbankgruppe des FCB nahm dabei auf ihrem Wagen das ramponierte Bürener Beizenleben aufs Korn.

Weil das Café 18 nur temporär geöffnet ist, in der «Krone» Platzmangel herrscht, die «Bauleuten» wegen Rohrleitungsbau in Thailand geschlossen seien, und im «il grano» die Cervelatprominenz verkehrt, preisen sie gleich ihren Umzugswagen als Beiz an.

Suche nach einem Endlager

Neben dem obligaten Konfettiregen stachen die kleinen Schlümpfe aus den Schulen des Aarestedtli als bunter Farbtupfer auch optisch aus dem bunten fasnächtlichen Geschehen heraus. Hingegen gelb gekleidet mit einem rauchenden Atommeiler im Schlepp hiess es beim Turnverein: Endlager gesucht! Im verteilten Flyer lautete es lakonisch: «Eis heimer scho gfunge» - in der Strahlebar im Kronenkeller. Mit einer Parodie auf «Wetten dass in Türmliwil» - den monströsen Wagen hatte Fabian Kocher gebaut- parodierte eine bunte Clique eine Show.

Ein Umzug ohne Guggen ist wie eine Suppe ohne Salz. Eine grosse Anzahl bunt gewandeter Guggen waren weitere Farbtupfer am Umzug. Ihre schrägen Töne klingen wie himmlische Töne in den Ohren der Fasnächtlerinnen und Fasnächtler.

Nach dem Umzug fand in der alten Turnhalle die Kinderfasnacht statt. Neben den Guggenmusikklängen der jugendlichen Mülchijäter aus Lyss und den heimischen Houzbrüggfäger stand für die kleinen Narren ein aufregendes Kreiselspiel im Mittelpunkt. Da wurde gerannt, aber auch lauthals angefeuert. Dabei erwiesen sich die Mädchen flinker als die Buben. Als Belohnung fürs Mitmachen gabs Wurst und Brot.

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