Ab 1. Januar ging es für die ausgewählten bäuerlichen Familienbetriebe der Schweiz los, darunter auch für die Familie Weyeneth aus Lüterkofen: Anlässlich des schweizerischen Projekts «mein Bauer/meine Bäuerin» berichtet in diesem Jahr eine Bauernfamilie pro Kanton via Facebook über die Aktivitäten im eigenen Betrieb.

Dies an jedem Tag, mit kurzen Kommentaren und Bildern. Das Ziel dabei ist, der Bevölkerung das bäuerliche Leben näherzubringen (weitere Erläuterungen siehe Kasten).

Nicht nur Kürbis, auch Facebook

Die Familie Weyeneth übernimmt diese Aufgabe im Kanton Solothurn. Durch das jetzige Online-Projekt hat die Familie wieder einmal gezeigt, dass sie Herausforderungen nicht scheut, sondern gerne Neues ausprobiert. Bereits vor über zwanzig Jahren hat die Familie etwas gewagt. Bauer und Hofbesitzer Urs Weyeneth erzählt: «Damals haben wir drei Kürbissetzlinge gepflanzt und versuchten diese anschliessend spasseshalber zu verkaufen. Und sie gingen sehr schnell weg.»

Dies brachte die Familie auf die Idee, sich auf den Kürbisanbau zu spezialisieren. Dieser Entscheid lohnte sich, wie sich durch den guten Verkauf zeigte: Kürbisse sind beliebt. Die Familie züchtet jährlich über 150 Kürbissorten. In ihrem Erlebnispark, den sie darauf gründete, kann man eine Kürbis-Pyramide und verschiedene Labyrinthe aus Rasen, Kürbis, Hecken und Steinen besichtigen. Weyeneths haben auch Weidebeef im Angebot und bewirten eine Gastwirtschaft, die während der Öffnungszeiten des Erlebnisparks auch ohne Voranmeldung besucht werden kann.

Inzwischen fast 300 Likes

Nun hat die Familie Weyeneth einen Account auf Facebook. Fast 300 Facebook-Nutzer haben inzwischen ihren Kanal «geliket» und folgen damit aktiv den Beiträgen der Familie. Um sich die Bilder und Einträge anzuschauen, muss man aber nicht bei Facebook angemeldet sein, jedoch um einen Kommentar zu hinterlassen schon.

Zunächst war das Ehepaar Urs und Rosmarie Weyeneth unsicher, ob es beim Projekt zusagen soll. Die beiden Bauersleute haben sich davor nicht wirklich mit dem Online-Netzwerk befasst und befürchteten, es könne viel unnötigen Aufwand mit sich bringen. «Wir entschieden uns schliesslich dafür, weil wir damit den Leuten über das Bauernleben erzählen können. Aber auch aus Werbezwecken», erklärt Rosmarie Weyeneth.

Das Projekt richtet sich an Bauernfamilien mit einem Betrieb und Kindern im Schul- oder Ausbildungsalter.

Drei Mitglieder der Familie engagieren sich gegenwärtig auf dem Hof der Weyeneths: Das Ehepaar Urs und Rosmarie und der Sohn Stefan. Letzterer absolviert eine Uhrmacherlehre und kann deshalb nur in den Ferien mithelfen. Tochter Jacqueline wiederum wohnt in Basel, dafür arbeitet zusätzlich ein Praktikant auf dem Bauernhof.

Das Einarbeiten auf Facebook dauerte eine Weile, doch damit sie am 1. Januar durchstarten konnten, haben die Weyeneths bereits im vergangenen Jahr zu üben begonnen und hin und wieder auf dem bereits erstellten Account gepostet. Aus dem täglichen Berichten hat sich ein gewohnter Rhythmus ergeben. «Wir haben mit 30 Likes gestartet», meint Rosmarie, «am Anfang war es stressig, sich jeden Tag darum zu kümmern. Aber nun haben wir uns daran gewöhnt.» Die meisten Fotos macht Urs, Rosmarie schreibt die Kommentare.

Von Holzen und Selbstversorgen

Einmal am Tag postet die Familie einen Beitrag. Dabei ist ihr wichtig, den Lesern Abwechslung zu bieten. Sie berichten jeden Tag meistens über eine andere Aktivität. Die Nutzer können unter anderem lesen, wie Urs am 17. Januar Bäume fällte oder wie sich die Weyeneths selber versorgen, für Rosmarie eine wichtige Sache: «Wir haben Beiträge gepostet, in denen ich backe oder etwas einlege.» Das Ehepaar ist am letzten Wochenende in die Ferien gefahren. Nun wird Stefan den Hof bis zu ihrer Rückkehr leiten und die Nutzer auf dem Laufenden halten.