Gerlafingen
War das Restaurant Gerlafingerhof Ziel von einem Anschlag?

Beim Treppenhaus in Gerlafingen, in dem in der Nacht auf Sonntag laut Kantonspolizei ein Knallkörper gezündet wurde, handelt es sich um das Treppenhaus im Restaurant Gerlafingerhof.

Urs Byland
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Warum wurde im Gerlafingerhof eine Rauchpetarde gezündet?

Warum wurde im Gerlafingerhof eine Rauchpetarde gezündet?

Urs Byland

Dies bestätigt Thalia Schweizer, Mediensprecherin der Kantonspolizei. Es soll sich laut Schweizer nicht nur um einen Feuerwerkskörper sondern um eine Rauchpetarde gehandelt haben. Brisanz erhält diese Untat, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 03 Uhr stattgefunden haben soll, durch den Umstand, dass der Gerlafingerhof als mögliches Durchgangszentrum für Asylbewerber in Gerlafingen heftig diskutiert wird.

Fayik Yavuz, Sohn des Pächters, berichtet von einer starken Rauchentwicklung. «Im Haus wohnt mehr als ein Dutzend Menschen. Einer jungen Frau ist mitten in der Nacht ein Plastikgeruch aufgefallen. Als sie die Türe öffnete sah sie nur Rauch», beschreibt Yavuz den Hergang des Geschehens in der Nacht auf Sonntag. Die geweckten Bewohner seien schreiend aus dem Haus gelaufen. «Sie wussten nicht, ob es brannte.» Rasch seien Feuerwehr und Polizei alarmiert worden. Der materielle Schaden sei gering. «Aber die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses haben nun Angst.»

Täterschaft wurde gefilmt

Fayik Yavuz versteht nicht, warum jemand eine solche Tat verüben kann. «Es hätte viel schlimmer kommen können, wenn jemand beispielsweise Asthma hat.» Er appelliert an die Vernunft der Gegner eines Durchgangszentrums im Gerlafingerhof. «Wir sind nur Pächter der Liegenschaft und auch die Bewohner sind nur Mieter. Mit dem Entscheid, den Gerlafingerhof als Durchganszentrum anzubieten, haben wir nichts zu tun.» Wer gegen ein Durchgangszentrum sei, solle die demokratischen Spielregeln in einem Rechtsstaat
beachten. «Es sieht für mich stark nach einer Frusttat aus.»

Die Polizei hat laut Mediensprecherin Thalia Schweizer keinen Hinweis darauf, dass die Rauchpetarde aus politischen Gründen gezündet wurde und ein Zusammenhang zur Absicht besteht, im Gerlafingerhof ein Durchgangszentrum für Asylbewerber einzurichten. «Wir werden aber diese Möglichkeit im Auge behalten.» Möglich sei aber nach wie vor, dass die Tat ein Lausbubenstreich gewesen sei. Die Mediensprecherin verweist in diesem Zusammenhang auf zwei Vorfälle in Biberist im Nachgang zu den 1. August-Feierlichkeiten. Dort seien aber Feuerwerkskörper gezündet worden. Auch über die Täterschaft hat die Polizei laut Mediensprecherin noch keine Hinweise. Wenigstens wurde die Tat auf Video aufgenommen und die Bilder der Polizei übergeben. Dies bestätigt Fayik Yavuz.

Bei der Feuerwehr erkundigt

Gerlafingens Gemeindepräsident Peter Jordi hatte sich gestern keine grossen Gedanken wegen der Polizeimeldung gemacht. «Das passiert immer wieder, auch im Zentrum von Gerlafingen, dass Feuerwerk missbraucht wird.» Dass es eine Rauchpetarde war, die im Gerlafingerhof für Angst und Schrecken sorgte, habe er nicht gewusst. Er habe sich noch bei der Feuerwehr erkundigt, aber nichts Besonderes erfahren. Natürlich würde er auch einen Anschlag gegen den Gerlafingerhof verurteilen.

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