Altreu
Wannengraben: Frosch und Co. freuen sich über den neuen Lebensraum

Eröffnet ist der Wannengraben zwar schon länger - Flora und Fauna können das neu geschaffene Gewässer seit März als Lebensraum nutzen. Eingeweiht wurde er aber offiziell am Donnerstagabend.

Beatrice Kaufmann
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Martin Huber, Projektleiter BSB + Partner

Martin Huber, Projektleiter BSB + Partner

Beatrice Kaufmann

Vertreter verschiedenster Helferorganisationen waren eingeladen worden, um ihr geschaffenes Werk zusammen einzuweihen. Das Projekt war bereits 2004 in Angriff genommen worden, wie Irene Froelicher, Präsidentin Pro Natura Solothurn, rückblickend erklärte.

Damals ist die Umsetzung allerdings an der Finanzierung gescheitert. Nun, knapp zehn Jahre später sei, dank des Engagements von Pro-Natura-Geschäftsführerin Ariane Hausammann, der Wannengraben wieder aus den Schubladen hervorgeholt worden. Die Finanzierung, das Projekt kostete nach Angaben von Hausammann rund 138‘000 Franken, wurde dieses Mal dank dem «Fonds naturemade star KW Ruppoldingen der Alpiq Hydro Aare AG» sichergestellt. Ein Fonds, der eigens dafür angelegt ist, Gewässer aufzuwerten.

Was das Ziel von Pro Natura war. Die Parzelle, auf der der Wannengraben liegt, bildet zusammen mit dem Eichacker ein Auengebiet von nationaler Bedeutung. Nur das Feuchtgebiet habe bisher gefehlt, so Projektleiter Martin Huber von BSB + Partner. «Feuchtgebiete stellen einen wichtigen Lebensraum für Amphibien und Vögel wie den Sumpfrohrsänger dar.» Und die berühmten Altreuer Störche finden mit Amphibien auch in strengeren Monaten mehr Nahrung.

«Leidensgeschichte» gut gemeistert

«Wir haben gedacht, wir könnten hier mit wenig Aufwand einen Aushub vornehmen», gibt Martin Huber schmunzelnd zu. Von einer «Leidensgeschichte» sprach der Projektleiter, die unter anderem Altlasten auf der angrenzenden Parzelle des Kantons (wir berichteten), fünfmonatiges Warten auf die Baubewilligung und ein äusserst kurzes Zeitfenster von nur zwei Wochen für die Aushebung des Grabens beinhaltet. Schliesslich sollte das Wetter stimmen und niemand wollte die Amphibien gefährden, die just im März auf Wanderung waren. Man habe aber speditiv gearbeitet und das Beste aus der schwierigen Situation gemacht, wie Huber anerkennend resümierte.

Derzeit muten die Ufer des neuen Totarms, eines steil, das andere flach, noch karg an. «Wir haben aber bereits eine Aussaat gemacht», so Huber. Und damit sich neugierige Zweibeiner den Graben nur aus der Ferne ansehen und so das empfindliche Ökosystem nicht gefährden, wurde das Ufer vorausschauend durch Äste versperrt. Nun sei die Natur dran und man dürfe gespannt sein, wie sich der vielseitige Lebensraum in den nächsten Jahren entwickle, so Huber abschliessend.

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