Gunzgen/Boningen
Wanderausstellung zwischen Gunzgen und Boningen eröffnet

Unter freiem Himmel, am Grenzweg zwischen Gunzgen und Boningen, wurde bis Oktober dauernde Wanderausstellung «Im Reich der Steine» eröffnet. Die erste Etappe, die bist zum 22.April dauert, bestreitet der Projektverfasser selbst: der Berner Maler und Zeichner Bruno Arn.

Karola Dirlam-Klüh
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Bruno Arn mit einigen seiner – wetterfest gemachten – Bilder auf dem Kiesgrubenareal.

Bruno Arn mit einigen seiner – wetterfest gemachten – Bilder auf dem Kiesgrubenareal.

Karola Dirlam-Klüh

Bruno Arn selber war bei der Eröffnung ebenso anwesend wie Roger Lötscher von der Stiftung «Landschaft und Kies», die das Patronat für die Ausstellung übernommen hat, und Jürg Wyss, Geschäftsführer des Baustoffzentrums Olten/Zofingen, auf dessen Grund und Boden die Kunstwerke bis im April ausgestellt sind

Heimlich in den Kiesgruben

«Der Abbau von Bodenschätzen schafft Steinreiche – neue Landschaften, von Baumaschinen geschaffen. Steinbrüche und Kiesgruben mit ihren speziellen Gebäuden, mit den Betriebseinrichtungen, den schweren Fahrzeugen und den mächtigen Geländemodulationen haben mich schon als Bub unheimlich fasziniert», erzählt Bruno Arn.

Deshalb sei er nun schon seit über 20 Jahren im Reich der Steine tätig. Die aktuelle Ausstellung ist für den in Münchenbuchsee wohnenden Künstler also lediglich der Abschluss einer langen Vorgeschichte, die damit begann, dass er sich heimlich in Steinbrüche und Kiesgruben schlich. Anfangs sei es die Abenteuerlust gewesen, die ihn trieb, später – als er auch die ausdrückliche Erlaubnis der Betreiber hatte – lockten ihn die faszinierenden Motive, die sich ihm in den verschiedenen Kiesgruben boten. Entstanden sind bei Arns Kiesgrubenbesuchen unzählige Skizzen, schnelle Malereien und auch Fotos, die ihm als Grundlage für etliche, im eigenen Atelier gemalte Ölbilder dienten.

Nicht auf einen Blick

33 Werke bringt der Künstler nun im Rahmen der aktuellen Ausstellung an ihren Entstehungsort zurück – auf die Werkgelände regionaler Kiesgruben. «Mit diesen 33 Bildern, die alte Kieswerke mit ihren Gebäuden und Maschinen zeigen, erzähle ich die Geschichte von meinem Eindringen in das Reich der Steine», erklärt Bruno Arn.

«Ich probiere zu erzählen, was es beim Vordringen in das innerste Innere des Reiches an Stimmungen, Licht- und Schatteneffekten, räumlichen und betrieblichen Kostbarkeiten zu entdecken gibt, welcher Erfindergeist, welcher Sinn für einfachste, zweckmässigste Konstruktion, Architektur und Mechanik in dem Ganzen steckt.» Mit dem Zusammenfügen der 33 Bilder gelingt es dem gelernten Architekten Arn, sein Bild, das er auf seiner Entdeckungsreise vom Reich der Steine erhalten hat, zwar nicht auf einen Blick, aber doch auf «einen Gang» sichtbar zu machen.

Grosse Ausdauer war nötig

Bevor es so weit war, waren jedoch viel Engagement, Geduld und Ausdauer nötig: Zunächst arbeitete der 73-jährige Künstler zwischen 2008 und 2010 an 78 mal 108 Zentimeter grossen, wetterfesten Reproduktionen seiner Ölgemälde, um sie in seiner ersten Freilichtausstellung zeigen zu können. Dazu wurden die Originale abfotografiert, in einem speziellen Textildruckverfahren auf Textilbanner übertragen und in Aluminiumrahmen gespannt.

Vor ziemlich genau einem Jahr lernte er Roger Lötscher von der Stiftung «Landschaft und Kies» kennen und erzählte ihm von seiner Idee – im Mai 2011 fiel die Entscheidung zur Umsetzung. Anschliessend folgten ab August 2011 Antrittsbesuche bei verschiedenen Firmen, die sich an dem von Bruno Arn selbst finanzierten Projekt mit dem Transport und dem Aufbau der an elf Holzkonstruktionen befestigten Bilder beteiligen sollten.

Neben dem Baustoffzentrum Olten/Zofingen sind das vier verschiedene Kies-, Beton- und Baufirmen im Kanton Bern, auf deren Werkgeländen die Ausstellung im kommenden halben Jahr zu sehen sein wird. «Weil jeder Ausstellungsort wieder anders ist und über seine ganz speziellen Eigenheiten verfügt, entstehen unterschiedliche Ausstellungen innerhalb der Gesamtausstellung», freut sich Bruno Arn.

Zunächst sind Arns wandernde Kiesgrubenbilder bis zum 22. April in der Freilichtgalerie am Grenzweg Gunzgen/Boningen zu sehen. Er und auch Roger Wyss, Geschäftsführer des Baustoffzentrums Olten/Zofingen, hoffen auf viele Besucher: «Wir wollten etwas für die Leute in der Region machen, den Lebensraum Kiesgrube für sie erfahr- und erlebbar machen. Deshalb haben wir uns an diesem Projekt beteiligt.» Die Ausstellung, die mit ihrem Weg durch ehemaliges und aktuelles Abbaugelände auch zur Imagepflege der Kultur und Tradition der hiesigen Baumaterialgewinnung beitragen soll, ist tagsüber kostenlos zugänglich.

Infos unter www.steinreich.ch

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