Lengnau

Wahlkampf für Gemeinderat und Gemeindepräsidium hat viele verschiedenen Facetten

Das Gemeindehaus Lengnau ist heissbegehrt.

23 wollen in den siebenköpfigen Gemeinderat von Lengnau.

In den vergangenen zwei Legislaturen betrug das Stärkeverhältnis in Lengnau jeweils 5 bürgerliche Gemeinderäte SVP und FDP und 2 SP. Vorher war das Verhältnis während Jahren 4 zu 3. Dies wollen EVP und SP mit einer Listenverbindung wieder erreichen. «Sollten wir einen Sitz gewinnen, möchten wir vor allem ausgleichend wirken, uns nach den vielen Bauaufgaben eher sozialen, menschlichen Themen annehmen», sagt Ruedi Mösch, Präsident der EVP. Dafür müsste die in Lengnau relativ neue Kleinpartei jedoch wirklich Stimmen zulegen, hat Mösch ausgerechnet. Zum Wohle der Gemeinde zusammenarbeiten und versuchen, die Migranten möglichst ins Dorfleben zu integrieren, haben sich die Kandidierenden der EVP zum Ziel gesetzt.

Frischen Wind und gleiche Chancen für alle

«Frischen Wind» nach Lengnau bringen wollen die Kandidierenden der SP Lengnau. «Jedes Zeichen in Richtung Nachhaltigkeit ist positiv» sagt Parteipräsidentin Margrit Gatschet. Daran gelte es zu arbeiten, gerade weil Politik eher längfädig sei. Gatschet sieht Verbesserungspotenzial in der Schule. Gleiche Chancen in der Bildung für alle sei unbedingt nötig und könnte wohl auf Gemeindeebene möglich sein. Dazu gehöre die Einbindung von Fremdsprachigen ins Dorfleben, wie dies die bisherige Gemeinderätin Sandra Huber mit einer Gruppe Frauen bereits unternehme. Gatschet ist wenig erfreut über die hohe Fluktuation der Lehrkräfte in Lengnau. Da brauche es Massnahmen, und wenn dies mehr Kompetenzen für die Kommission bedeute.

Dass die Kommissionen allgemein wieder mehr Kompetenzen erhalten könnten, kann Paul Schaad, Wahlausschusspräsident der bürgerlichen Parteien FdP und SVP nachvollziehen. Im Zuge von New Public Management sei dies in der Gemeindeordnung geändert worden. Wenn nun Änderungen nötig seien, könnten diese angegangen werden. Doch es gelte, dafür die Arbeit aufzunehmen und diese nicht nur zu reklamieren. Schaad findet es schade, dass nach den erfolgreichen Legislaturen der Wahlkampf Wellen werfe. Schliesslich werde auf die Finanzen geschaut und zahlreiche Projekte seien am Laufen.

Die gute Situation, dass sich mehrere Kandidaten als Plätze auf der Liste zur Verfügung stellten, machte bei den bürgerlichen Parteien eine Auswahl nötig und ergebe nun das Gerangel. Der bisherige Frank Huber wechselte seine Meinung hin und her und machte schliesslich Pakt mit dem für auch für den Nationalrat kandidierenden Adrian Spahr. Eine Liste «junge» SVP wurde zwei Tage vor Eingabeschluss eingereicht. Der Wahlausschuss der Bürgerlichen blieb bei seinem Entscheid Rücken und lehnte die Listenverbindung ab.

Gibt es eine Kampfwahl ums Präsidium?

Mit Peter Abrecht und Frank Huber haben zwei Kandidierende Ambitionen für das Gemeindepräsidium als Ersatz von Max Wolf. Das Ergebnis der Wahlen vom 20. Oktober wird zeigen, ob es zu einer Kampfwahl kommt. «Je nach Ergebnis der Wahlen gibt das eine spezielle Zusammenarbeit» sagt der ehemalige Gemeindepräsident Paul Schaad. Und über die Erhöhung der Entschädigungen für den Gemeinderat befinde schliesslich die Gemeindeversammlung. Wahrscheinlich gehe es Lengnau wirklich zu gut.

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