Laufsport
Waffenlauf-Ikone Albrecht Moser läuft in Niederbipp mit

Am Sonntag feiert der Niederbipper Waffenlauf Premiere. Mit prominenter Beteiligung: Albrecht Moser, der in den 70er und 80er Jahren den Waffenlauf beherrschte, wird mitlaufen.

Daniel Weissenbrunner
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 Die Titel bei der Schweizermeisterschaft im Marathon am 23. April 1978 in Schaffhausen bleiben in der gleichen Familie: Albrecht Moser gewann bei den Herren und seine Frau Marijke bei den Frauen.
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 Der Abwart Albrecht Moser am 6. März 1983 beim ersten Waffenlauf der Saison, dem Toggenburger. Moser gewinnt den Saisonstart.
 Albrecht Moser am 17. April 1983 auf dem Weg zu seinem fünften Sieg in Saison beim Zürcher Waffenlauf.
Der erfolgreiche Waffenläufer Albrech Moser

Die Titel bei der Schweizermeisterschaft im Marathon am 23. April 1978 in Schaffhausen bleiben in der gleichen Familie: Albrecht Moser gewann bei den Herren und seine Frau Marijke bei den Frauen.

Keystone/STR

Von den Zahlen können die Waffenläufer nur träumen. Die urschweizerischen Sportarten Schwingen und Hornussen stehen beim Publikum in der Gunst. Das Interesse an den «Eidgenössischen» zieht Zehntausende Schaulustige an – durch alle Altersschichten hindurch. Die Zuwachsraten sind phänomenal, die Swissness boomt wie nie zuvor. Vermarktungsmässig gehören die Schwinger zu den gefragtesten Athleten, feilschen um lukrative Werbeverträge und geniessen den Status von Popstars.

Von einem vergleichbaren Niveau sind die Waffenläufer meilenweit entfernt. Was nicht weiter verwundert. Angesagt ist Aufbauarbeit. Mit der Auflösung der Interessengemeinschaft Waffenlauf Schweiz (IGWS) vor sechs Jahren lag die Sportart mit Gewehr und Rucksack am Boden, war klinisch tot. Der schleichende Niedergang hatte in den 1990er-Jahren eingesetzt und war nicht mehr zu bremsen. Die Waffenläufer hatten die Zeichen der Zeit damals verschlafen und vermochten sich gegen die Konkurrenz der Trendsportarten nicht mehr zu behaupten.

Serie von sieben Läufen

Einige Unentwegte stemmten sich indes gegen das drohende Ende und haben inzwischen wieder eine Serie von sieben Läufen installiert. Jüngster Event, wie es auf Neudeutsch heisst, ist der Niederbipper, der am Sonntag zu seiner Feuertaufe kommt. Er dient als Vorbereitung für den in zwei Wochen stattfindenden Frauenfelder. OK-Präsident ist kein Geringerer als Emil Berger. Der Wiedlisbacher hat in seiner Karriere mehr als 270 Waffenläufe absolviert. Der 45-Jährige ist ausserdem Präsident der Läufergruppe Niederbipp und Ausrichter des Pfingstlaufes, der in diesem Jahr zum 50. Mal ausgetragen worden war.

Als 2007 die Schweizer Meisterschaft im Waffenlauf abgeschafft wurde, setzte sich Berger für eine Neuauflage ein. Mittlerweile ist er technischer Leiter der neu gegründeten Waffenlaufvereinigung Schweiz, in der, so Berger, einige innovative Köpfe sitzen.

Waffenlauf-Ikone am Start

Emil Berger macht sich allerdings keine Illusionen. «Wir können uns nicht mit den Schwingern vergleichen, dafür fehlt uns allein schon die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.» Dennoch ist ein Aufwärtstrend unübersehbar. Für die Premiere haben sich über 130 Läuferinnen und Läufer bereits angemeldet. «Das ist bedeutend mehr, als wir budgetiert haben.»

Und das es mit der erhofften Aufmerksamkeit doch klappen könnte, dafür steht ein Name, der sich überraschend in der Startliste eingetragen hat. Waffenlauf-Ikone Albrecht Moser. Der heute 67-Jährige aus Pieterlen beherrschte von Mitte der 1970er- bis Ende der 80er-Jahre den Waffenlauf fast nach Belieben. Moser errang 56 Tages- und 83 Kategoriensiege.

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