Ortsplanung
Wachstum ist in Aetigkofen nur noch beschränkt möglich

Nachdem der Teilzonen- und Gestaltungsplan für den Ischhof seit Mitte Juli 2012 rechtens ist, wurde nun auch die Gesamtrevision der Ortsplanung für die Gemeinde Aetigkofen genehmigt.

Rahel Meier
Drucken
Teilen
Aetigkofen hat eine neue Ortsplanung und kann moderat weiterwachsen.Hanspeter Bärtschi

Aetigkofen hat eine neue Ortsplanung und kann moderat weiterwachsen.Hanspeter Bärtschi

Auch gegen diese wurde Beschwerde geführt – notabene von den gleichen Einsprechern, die sich auch gegen die Umzonung der Grundstücke des Ischhofes gewehrt hatten.

Teil der Ortsplanung ist unter anderem das räumliche Leitbild. Dieses sieht für Aetigkofen vor, dass der Ort eine «attraktive, ländliche Gemeinde» bleiben soll. Die Gemeinde möchte moderat wachsen, der Kanton zieht hier allerdings klare Grenzen. Er bezieht sich dabei auf den kantonalen Richtplan. Trotzdem kann mit der Ortsplanung neues Bauland eingezont werden. Vorgesehen sind eine Verdichtung und eine Arrondierung der Bauzone. Mit der neuen Ortsplanung stehen in Aetigkofen total 7,31 Hektaren Bauland zur Verfügung, 0,92 Hektaren sind noch nicht überbaut. Dies wiederum teilt sich in 0,82 Hektaren Wohnzone W2 und 0,1 Hektaren Kernzone auf.

Gleichzeitig wurde das ehemalige Schulhaus aus der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in die Kernzone und der Reitplatz dafür aus der Kernzone neu in die Spezialzone Freizeit, Erholung und Sport umgezont. Ebenso wurde die kommunale Landschaftsschutzzone auf drei Grundstücken aufgehoben , um eine angemessene Entwicklung der Landwirtschaftsbetriebe zu ermöglichen.

Angst um Landwirtschaftsbetrieb

Einer der beiden Einsprecher sah mit der Ortsplanungsrevision seinen Landwirtschaftsbetrieb gefährdet. Er wolle, so die Begründung seiner Einsprache «die langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten seines landwirtschaftlichen Betriebes im Sinne einer vorausschauenden Planung sicherstellen. Jetzt neu vorgesehene Einzonungen könnten eine Aussiedlung seines Betriebes gefährden oder einschränken», so der Einsprecher. Sowohl der Gemeinderat als auch der Regierungsrat wiesen diese Beschwerde aber ab. Die Begründung dafür ist, dass die Zonengrenze auf dem neu von der Einzonung betroffenen Grundstück exakt so gezogen wurde, dass der Radius die sogenannten FAT-Abstände (Geruchsabstände bei Tierhaltung) einhält, sodass der Betrieb des Beschwerdeführers nicht mehr eingeschränkt wird, als er es mit der bisher geltenden Ortsplanung bereits ist.

Zu spät eingereicht

Eine zweite Einsprache, die von zwei Personen gemeinsam deponiert wurde, wurde nach Ablauf der Einsprachefrist eingereicht, weshalb der Gemeinderat nicht darauf eintrat. Trotzdem begründete der Gemeinderat, wieso die Einsprachen sowieso abgelehnt worden wären.

Die beiden Einsprecher wollten vor allem, dass zwei Grundstücke, die ihnen gehören, vollumfänglich in die Wohnzone W2 aufgenommen und deren Erschliessung mit einer Privatstrasse geregelt werden soll. Der Gemeinderat machte deutlich, dass ein schöner Teil dieser beiden Grundstücke mit aufwendiger Drainage und Plafonierung landwirtschaftlich nutzbar gemacht wurde und entsprechend fruchtbar sei.

Eine Einzonung dieser Grundstücke sei genau deswegen sowohl im Gemeinderat als auch in der Bevölkerung umstritten. Hingegen hätten die Mitwirkung und die Vorprüfung durch den Kanton gezeigt, dass die Ein- und Umzonung zweier angrenzender Grundstücke, die am Hang liegen und deshalb landwirtschaftlich weniger wertvoll sind, im Gesamtinteresse der Gemeinde stehe. Zudem macht der Gemeinderat darauf aufmerksam, dass er sich trotz der erheblichen entgegenstehenden Interessen dazu entschieden habe, eines der beiden umstrittenen Grundstücke einzuzonen. Dieser Entscheid habe, so steht es im Regierungsratsbeschluss, auch «Zugeständnischarakter».

Beide Beschwerden wurden vom Regierungsrat ebenfalls vollumfänglich abgewiesen und die Verfahrenskosten von je 1000 Franken auf die Einsprecher abgewälzt.

Gegen den Entscheid des Regierungsrates kann beim Verwaltungsgericht Beschwerde eingelegt werden. Bis gestern traf bei der Kanzlei des Verwaltungsgerichtes keine solche ein, wie eine Anfrage ergab.

Aktuelle Nachrichten