Erst am Donnerstagabend hat die Familie Antener für ihre neue Fähre einen Check über 80'000 Franken von der Bruderschaft Odd Fellows erhalten. Doch die Arbeit ruht auf der Aare-Insel bei Lüsslingen-Nennigkofen deshalb nicht. Wir erreichen Vreni Antener am Nachmittag per Telefon. «Sie haben Glück, dass ich das Telefon gehört habe», lacht sie. Sie sei gerade mit Gartenarbeit beschäftigt und nur rasch zum  Schuhwechseln ins Haus gekommen. In den Stiefeln sei es zu heiss. Es sei Zeit Erbsen, Kefen und Spinat zu säen. «Was gemacht ist, ist gemacht», sagt sie. Ihr Mann Simon Antener ist auf dem Feld am Gülle ausbringen.

Wie geht es Ihnen einen Tag nach der Check-Übergabe?

Vreni Antener: Der Unterschied ist, dass es jetzt im Innersten nicht mehr Winter, sondern Frühling ist. Als wir die Verfügung bekamen (die Fähre nicht mehr nutzen zu dürfen, A.d.R.), wussten wir erstens nicht, wie wir das finanziell schaffen sollten und zweitens, woher wir überhaupt eine neue Fähre bekommen sollten. Die ganze Umstrukturierung des Hofes kostet immer noch sehr viel Geld. Aber es schaut wenigstens so aus, dass wir es irgendwie schaffen.

Bekommen Sie finanziell gesehen alles zusammen hin?

Es gibt auf jeden Fall Schulden. Das können wir nicht aus dem hohlen Bauch bezahlen. Es steht ja auch an, den Hof auf Mutterkuhhaltung umzustellen. Wir sind einfach zu klein, um Milchbauern zu sein. Und Mutterkühe müssen draussen sein. Die Gelegenheit nehmen wir beim Schopf und wollen den Kuhstall in einen Gastraum umbauen. Als wir die Verfügung bekommen haben, dachten wir, dass alles vorbei ist, dass wir das Ganze nicht machen können. Wir hoffen, dass wir alles Geld zusammenkratzen können. Die Umstrukturierung zieht sich sicherlich über Jahre hin. Der dicke Check hat uns aber garantiert, dass es sicher einfacher geht zum Bauen. Wir können mehr Material auf die Fähre laden.

Haben Sie Reaktionen von privaten Personen bekommen?

Nein, bis jetzt nicht. Die können das ja alle aus den Medien mitverfolgen. Alles geht aussen an uns vorbei. Privates Fernsehen können wir nicht schauen, weil wir Satellit haben. Die Solothurner Zeitung haben wir auch nicht. Im Moment haben wir noch nichts mitbekommen, was gegangen ist. Im Radio habe ich ganz kurz etwas gehört.

Fühlen Sie sich den Odd Fellows zu speziellem Dank verpflichtet? Taufen Sie jetzt die ganze Insel um?

Die Bruderschaft hat sich rausgenommen, eine Fährentaufe zu machen. Ich weiss noch nicht genau, wie sie sich das vorstellt.

Die Bruderschaft wird die Fähre also auf einen Namen taufen, den sie auswählt?

Ja genau. Das steht schon fest. Die Fähre wird «Odd Fellows» heissen. Das heisst im Prinzip «besonders, merkwürdig» wurde mir erklärt. Das ist die Fähre ja, habe ich gesagt. Der Name passt, warum soll man sie also nicht so taufen?

Checkübergabe für Inseli-Fähre: v.l.: Simon Antener, Vreni Antener,  Andreas Pletscher, Richard Mühlemann

Checkübergabe für Inseli-Fähre: v.l.: Simon Antener, Vreni Antener, Andreas Pletscher, Richard Mühlemann