«Ohne die Mitarbeit unseres ganzen Teams, die umfassende Planung durch meinen Vater Hermann und nicht zuletzt durch die musikalische Feinarbeit mit meinem Ehemann Reimar Walthert wäre diese Aufgabe kaum zu bewältigen. Denn bei uns ist alles Gemeinschaftsarbeit. Wie in einem grossen Familienunternehmen», bekennt Melanie Gehrig. Seit rund zwei Jahren hat sie sich neben ihrem Studium in Bern und ihrem täglichen Gesangstraining intensiv in die 1874 durch Komponist Johann Strauss uraufgeführte Operette «Die Fledermaus» hineingekniet. Sie hat das Werk behutsam modern gestaltet «und auch in den Figuren etwas «entkitscht», wie sie lächelnd festhält. Premiere ist am 1. Juni auf dem Burghof in Burgäschi.

Burgäschi ist nicht Wien

Die drei Akte des Werks fliessen in ihrer Dramaturgie ohne Zäsuren in 18 Szenen ineinander. Die Texte wurden umgeschrieben, weil auf der Freileichtbühne keine Persiflage auf die 1870er-Jahre in Wien aufgeführt werden soll. Vor allem die weiblichen Rollen habe sie auf sanfte Weise ins Frauenbild der heutigen Zeit übersetzt. Also: statt weicher Weibchen kesse Frauen! Sie selbst singt und gestaltet die Rosalinde. «Es geht in dieser Operette ja in bunten Verwechslungsspielen um Schein und Sein, um Glück, Rausch, Treue und Verführung, wie sie als Themen immer zeitgemäss bleiben», bekräftigt Gehrig. Mit ihren früheren Regiearbeiten an den beiden Operetten im Burghof Burgäschi, der «Gräfin Mariza» vor vier Jahren und «Die lustige Witwe» 2011, hat sie sich weit über die Region hinaus einen Namen geschaffen. «Auch bei dieser Produktion liegt mir am Herzen, die Seele des Stücks zu treffen», betont die junge Regisseurin.

Naturell aller Mitwirkenden

Sehr zufrieden sei sie mit der Auswahl aller solistisch Mitwirkenden. «Deren Naturell passt genau zu ihren Rollen, die eben auch deutliche schauspielerische Qualitäten erfordern», unterstreicht Melanie Gehrig. Gemeinsam diskutiert habe man die Anlage der Charaktere, die aus ihrer Sicht jetzt psychologisch abgerundet erscheinen. Und Gefängnisdirektor Frank alias «Chagrin» (Kummer) putze inzwischen sein feinstes Französisch heraus. Subtil unterstützt werden die solistischen Auftritte in der Begleitung durch ein grosses Orchester unter der Leitung von Reimar Walthert, mit Matthias Aeschlimann am Konzertmeisterpult. «Unüberhörbar sind tatsächlich die ironischen Akzente, mit der die Musik etwa das turbulente Eheleben des Protagonistenpaars Eisenstein würzt.» Einen wichtigen Auftritt – besonders geschätzt bei vielen Operettenliebhabern – absolviert der Gefängniswärter Frosch. Seinen Sprechpart, der mit spitzer Zunge auch auf augenblickliches Geschehen eingehen wird, bearbeitet sie gegenwärtig noch mit Darsteller Urs Mühlethaler.

Chor, Kostüme und Ballett

Der Chor Crescendo, der als walzerselige Festgesellschaft immer auf der Bühne anwesend ist, beherrscht bereits alle seine Einsätze. «Mit den Kostümproben ist dieser Teil unserer Arbeit fast abgeschlossen», freut sich Melanie Gehrig. Von besten Händen betreut sei ebenso der Bühnenbau, dessen Modell sie zum Gespräch mitgebracht hat. Die grosse, im Aufbau dann durchsichtige und 10 Meter hohe Uhr wird mit hörbarem Ticken die Zeit symbolisieren, in der Ereignisse dieser Operette ablaufen. Der Ballett-Auftritt widmet sich tänzerisch der Deutung des ungetreuen Ehedaseins. Viel Aufwand verlangte die Beschaffung der Requisiten, wobei vieles über private Kanäle organisiert werden konnte. «Die Mithilfe von so vielen Seiten und das kameradschaftliche Zusammenspiel unter allen Beteiligten vor und hinter den Kulissen freuen mich ausserordentlich», betont Melanie Gehrig, die feststellen kann, dass bereits jetzt 4500 Plätze reserviert sind.

Online-Kartenbestellung:
www.burgaeschi.ch