Witterswil
Von der Bieridee zum Geschäft: Nachfrage nach Landskroner Bräu steigt

Während andere regionale Kleinbrauereien Mühe bekunden oder sogar aufgeben, geht es der Landskroner Bräu prächtig. Jetzt kooperieren die Leimentaler mit den Machern des Ueli Bier.

Bea Asper
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Die drei Braumeister vom Bier aus dem Leimental (von links): Dominik Neff, Raphael Stöckli und Luca Siciliano.

Die drei Braumeister vom Bier aus dem Leimental (von links): Dominik Neff, Raphael Stöckli und Luca Siciliano.

Was einst in der Garage am Landskronweg in Witterswil als Bieridee angefangen hatte, erfreut sich heute grosser Nachfrage. Tausende Liter Bier sind im Milchhüsli Hofstetten bereits gebraut worden. Aus dem Hobby Landskroner Bräu ist ein aufstrebendes Unternehmen geworden. Im Jahr 2017 kam die Landskroner Bräu GmbH auf einen Jahresausstoss von 10'000 Liter – im Jahr 2018 verdoppelte sie ihren Umsatz und 2019 ist man daran, die Rekorde weiter zu brechen, sagt Raphael Stöckli. Der Medizinstudent aus Flüh hatte zusammen mit Dominik Neff, Betriebswirtschafts-Student aus Witterswil, im Herbst 2013 die erste Eigenkreation aus Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und dem Wasser aus dem Leimental auf den Markt gebracht.

Mit der Gründung eines Vereins gelang es den beiden, zuerst einige wenige und dann immer mehr Biertrinker von der Qualität ihres Produktes zu überzeugen. «Im Mai 2014 entschieden wir uns, fest ins Braugeschäft einzusteigen: Wir unterschrieben den Mietvertrag für das alte Milchhüsli, bauten es zu einer Kleinstbrauerei um, und investieren seither laufend in unsere Anlagen», erzählen die beiden. Sie hatten kürzlich im Milchhüsli zum Tag der offenen Türe eingeladen.

Bislang ist Bierbrauen für das Trio lediglich Hobby

Seit Anfang dieses Jahres sind die Brauer zu dritt am Werk – mit Luca Siciliano ist das Team um einen weiteren Jungunternehmer verstärkt worden. «Wir stehen derzeit vor der grossen Frage, welche strategischen Massnahmen wir einleiten sollen», erläutert Luca Siciliano. Er und Neff arbeiten bei einer Bank und Stöckli im Spital – während ihre Landskroner Bräu als Wochenendbeschäftigung die Produktionskapazität in Hofstetten bereits erreicht hat. «Als Zwischenlösung haben wir entschieden, die Anlage einer anderen Brauerei zur Produktion zu nutzen.» Doch eigentlich möchte man weiterhin in die eigene Produktionsstätte investieren.

Und man wittert Potenzial, die Marktstärke bedeutend ausbauen zu können. «In Basel sind wir bei diversen Gastroprojekten stark involviert und können so mit all unseren Bieren viele Menschen erreichen. Ausserdem können wir dank einer hervorragenden Zusammenarbeit mit anderen Gewerbebetrieben aus dem Leimental schon ab einer Harasse Gratislieferung anbieten.»

Somit kann man preislich mit den grossen Anbietern mithalten. Ausserdem sei bei den Konsumenten spürbar, dass sie nicht nur das Allerweltbier mögen, sondern das Besondere aus der Region schätzen, meint Siciliano.

Gerade bezüglich des Geschmackes und der Qualität setzen sie sich sehr hohe Massstäbe. Deswegen konnte Landskroner Bräu in diesem Jahr auch mit der «Fischerstube» in Basel (Ueli Bier) ein nach alter Braukunst gebrautes Altbier herstellen. «Die klassische Rezeptur wurde nach dem Motto Tradition trifft auf Innovation mit zwei neuen Aromahopfen Mosaic und Galaxy versehen», verrät Siciliano.

Zu den Rohstoffen, welche die Brauerei von einem Schweizer Vertrieb bezieht sowie zu den Rezepturen ist Siciliano nur so viel zu entlocken: «Wir vertreiben ausschliesslich ungefilterte Biere, da nur so gewährleistet werden kann, dass alle Geschmackskomponenten im Bier erhalten bleiben. Was entsteht, ist ein einzigartiges Erlebnis eines wunderbaren Craft Bieres aus der Region.» Im Angebot stehen verschiedene Sorten mit einem Alkoholgehalt von 5 bis 6,5 Prozent.»