Altreu
Viktor Stüdeli: «Ohne den Kantonsbeitrag wird es ‹für üsi Witi› schwierig»

Der Kanton muss sparen. Und er sucht die Beträge überall zusammen. So ist auch der Betriebsbeitrag von 20000 Franken für das Infozentrum Witi in Altreu auf der Liste der Sparmassnahmen.

Rahel Meier
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Im Hochstudhaus werden die Wechselausstellungen präsentiert.

Im Hochstudhaus werden die Wechselausstellungen präsentiert.

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Der Vorstand des Vereins «für üsi Witi», der das Infozentrum betreibt, hat daran natürlich wenig Freude. «Ohne den Kantonsbeitrag wird es für uns schwierig», erklärt Vereinsvizepräsident Viktor Stüdeli.

Information über Schutzzone

Im Jahr 2001 wurde die kantonale Landwirtschafts- und Schutzzone Witi Grenchen-Solothurn in einer Sonderschau an der Mittelländer Messe (mia) in Grenchen präsentiert. «Damit wir die Ausstellung überhaupt realisieren konnten, mussten wir überall Geld und Material zusammenbetteln», erinnert sich Stüdeli. Einige der Geldgeber bestanden darauf, dass dass ihre Spende nachhaltig wirken soll.

Damit war klar, dass die ad hoc konzipierte Ausstellung weiter bestehen soll. Zuerst fand der Verein einen Platz auf dem Flughafen in Grenchen. Später dann konnte man sich mit der Stiftung Storch Schweiz einigen und in die ehemalige Storchensiedlung in Altreu ziehen.

Jedes Jahr etwas Neues

In Fronarbeit wurden die nicht mehr genutzten Gehege in der ehemaligen Storchensiedlung weggeräumt und das Gelände hergerichtet. «Wir haben uns seither bemüht, jedes Jahr eine Sonderausstellung auf die Beine zu stellen.» Diese wurden anfangs in einem Zelt untergebracht. «Das war nicht ideal. Wir hatten teilweise teure Präparate, die zu wenig geschützt waren.»

Der Zufall half mit und so konnte 2007 ein Hochstudhaus aus dem Ballenberg gekauft und in Altreu aufgestellt werden. 200000 Franken wurden investiert. Auch dies wurde mit Spenden finanziert. «Die Arbeiten der Vereinsmitglieder und von Freiwilligen waren gratis.»

Der Beitrag des Kantons werde für die Sonderausstellungen genützt. «Wir haben jährlich rund 100 Führungen durch das Witizentrum», so Stüdeli weiter. Zwischen 35000 und 40000 Personen würden das Zentrum pro Jahr besuchen. Das habe mit der guten Lage gleich bei der Schiffanlegestelle und an der nationalen Veloroute zu tun. Das Gelände sei zudem rollstuhlgängig. «Wir haben viele Schulklassen, aber auch Seniorengruppen zu Gast.»

Stüdeli gibt zu, dass es möglich wäre, Eintritt zu verlangen. Dann müsste aber auch immer jemand da sein, der einkassiert. «Am Schluss würde der Aufwand die Einnahmen praktisch wieder wegfressen», ist er überzeugt. Alle die für das Witizentrum arbeiten, tun dies ehrenamtlich. Nur die Damen, die zu den offiziellen Öffnungszeiten die Aufsicht übernehmen, erhalten einen geringen Lohn, wie auch die Führerinnen und Führer.

Gibt Kanton auch etwas zurück

Das Witizentrum erfülle einen Auftrag, der dem Kanton zugute komme, so Stüdeli. Immerhin werde im Infozentrum umfassend über die kantonale Witi-Schutzzone informiert. Der Verein hätte durchaus noch Ideen. So sollten zusätzliche Storchenhorste gebaut werden. Auch ein Schwalbenbaum wäre ein Projekt, das die Vereinsmitglieder anpacken möchten.

Schliesslich würde Stüdeli gerne einen Klapperstorch auf dem Gelände des Infozentrums aufstellen. «Ich stelle mir eine Art bewegliches Kunstwerk vor, das klappert, wenn es mit Geld gefüttert wird.» Damit könnte man die Spendenkasse füllen.

Kanton wartet ab

«Wir warten im Moment noch ab, bis die Vorlage mit den Sparmassnahmen den Kantonsrat passiert hat», erklärt Departementssekretär Bernardo Albisetti (Bau- und Justizdepartement). Er gibt zu, dass das Witizentrum durchaus einen Auftrag erfülle, der im öffentlichen Interesse sei. Die Frage, ob das noch zu bezahlen sei, stelle sich trotzdem. Immerhin sei dies eine Sparmassnahme, bei der nicht an der Substanz des Kantons geknabbert werde.