Bereits ab Juli nächsten Jahres soll an zentraler Stelle von Balsthal das Ärztehaus Balsthal seine Pforten öffnen und vier Arztpraxen sowie eine Physiopraxis in Betrieb gehen. Diese werden integriert in die Überbauung Bahnhofstrasse. Bauherr, Generalbauunternehmer und Investor ist Paul Fluri, Mümliswil.Entstehen werden zwei Häuser, die neben den Praxen noch 8 Wohnungen sowie
29 Einstellplätze enthalten. Auf den symbolischen Spatenstich folgt in der Regel der Baubeginn mit dem Aushub. Doch daraus wurde gestern nichts, zu fest ist der Boden gefroren.


Auch Fachärzte im Haus

Ins Ärztehaus einziehen werden die Ärztin Sabine Roth-Düringer, die Ärzte Antonio Calame-Walther, Andreas Vogt und Claudio Cahenzli sowie die Physiotherapie Paul Nabuurs - alle aus Balsthal. Es wird einen gemeinsamen Empfangsraum geben, beim Röntgen, im Labor und bei der Abgabe von Medikamenten wird zusammengearbeitet. «Wir vier Ärzte übernehmen unsere Räume gemeinsam im Stockwerkeigentum, jeder arbeitet jedoch selbstständig», so erklärt stellvertretend Antonio Calame. Es soll aber nicht beim hausärztlichen Grundangebot bleiben. Im Haus wird genügend Raum vorhanden sein, damit auch Fachärzte Sprechstunden anbieten können.

In Zusammenarbeit mit der Solothurner Spitäler AG SoH geht es vorab um die Fachgebiete Orthopädie, Gynäkologie, Hals, Nasen und Ohren sowie Augen. Ferner sei die psychiatrische und psychologische Behandlung ein Ziel. «Wir wollen dem Ausdruck Ärztehaus gerecht werden. Erst recht, da die Region nun einmal etwas abseits der Städte liegt», betont Calame.

Teilzeitlösung besser möglich
Im Weiteren könne die gegenseitige Stellvertretung gut gewährleistet werden, fährt Calame weiter. «Teilzeitlösungen sind besser realisierbar. Dieser Faktor wird künftig wichti-ger, denn mittlerweile sind mehr als die Hälfte Frauen, die das medizinische Studium abschliessen. Und diese wünschen in Teilzeit zu arbeiten.»

Ausgedehnt werden ferner die Zeiten für Sprechstunden. Boten einzelne Praxen bisher solche einmal pro Woche bis 19.30 Uhr an, so soll dies künftig zweimal pro Woche möglich sein. Ferner will man im Ärztehaus Plätze für Assistentinnen und Assistenten während ihrer medizinischen Ausbildung anbieten.


Nicht alleine mit Problemen
Angefragt worden seien alle Ärzte im Bezirk Thal, ob sie an einer gemeinschaftlichen Lösung interessiert seien, führt Antonio Calame aus. «Denn das Problem vom Mangel an Hausärzten ist das eine.» Eine Einzelpraxis mit breitem Angebot zu führen sei schwierig geworden. Das führe dazu, dass immer mehr Gemeinschaftspraxen entstehen. Dass sich aber Ärzte in ländlichen Gegenden zusammenschliessen und in einen Neubau einziehen, kommt noch selten vor. Ein Beispiel dafür ist das vor einigen Jahren eröffnete Kofmehl-Huus in Subingen. Fünf Allgemeinmediziner und eine Praxis für Physiotherapie sind dort untergebracht. Das andere Problem betrifft die Nachfolgeregelung, wie Calame weiter erläutert. Er jedenfalls - im Alter von 60 Jahren - befasse sich damit. Letztlich entschieden sich vier Ärzte für die gemeinschaftliche Lösung. «Wir sahen uns nach einem geeigneten Standort um und kamen auf die Überbauung Bahnhofstrasse.» Und dank der ebenso unkomplizierten wie speditiven Zusammenarbeit mit Bauherr und Behörden sei die Planung schnell vorangekommen.