Als eines der «wichtigsten Geschäfte dieser Legislatur» bezeichnete Gemeindepräsident Hans Ruedi Ingold den Teilzonen- und Erschliessungsplan Fadacker. Dieser soll die Entwicklung des Industriegebiets im Westen Subingens steuern. Vor rund drei Jahren hatten die Gemeinde und die Landbesitzerin Espace Real Estate das Projekt ins Rollen gebracht. Nun liegt das vorläufige Resultat vor. Nach viel Arbeit seitens zweier Planungsbüros und der Planungskommission. Nach der Vorprüfung durch das Amt für Raumplanung. Und nach «zähen Verhandlungen», wie Ingold erwähnte. Die Gemeinderäte äusserten sich an ihrer Sitzung positiv zum Ergebnis.

«Die Planung hat für die Gemeinde das Bestmögliche rausgeholt», sagte etwa Margrit Flühmann (SP). «Wenn man nichts unternommen hätte, würde dort jetzt einfach drauflosgebaut.» Indes zeigte sich Michael Kummli (FDP) zufrieden, dass man mit dem Projekt einem «wichtigen Grundsatz des Leitbildes» nachkommt: der Verdichtung nach innen.

Ein «weicher Übergang»

Ein zentrales Anliegen war, dass sich das Gebiet Fadacker, das momentan der Industrie- und Gewerbezone zugeteilt ist, und die angrenzende, bestehende Wohnzone «nicht konkurrenzieren, sondern sich gegenseitig ergänzen», wie es im Raumplanungsbericht heisst. Es sei daher wichtig, so Ingold, einen «weichen Übergang zwischen Wohn- und Gewerbezone hinzukriegen.»

Dies soll nun gewährleistet werden, indem das Gebiet in verschiedene Zonen unterteilt wird. Einerseits wird die zulässige Gebäudehöhe (beziehungsweise die Geschossigkeit) abgestuft: Zwischen dem Industriegebiet mit einer Maximalhöhe von 18 Metern und der ein- bis zweigeschossigen Wohnsiedlung sollen Mehrfamilienhäuser realisiert werden können. Andererseits werden die künftigen Zonen die Lärmempfindlichkeit berücksichtigen. So entsteht im Westen eine Arbeitszone mit Wohnanteil (wobei nur «betriebsnotwendige Wohnungen» zulässig wären), welche die Empfindlichkeitsstufe 4 aufweist. Im Osten gibt es eine Wohn- und Arbeitszone der Stufe 2, und dazwischen eine der Stufe 3. Der bestehende Immissionsschutzstreifen wird aufgehoben. Ausserdem müssen laut Bericht bauliche Massnahmen, beispielsweise «die Ausrichtung nicht wohnorientierter Räume hin zu den Lärmquellen», umgesetzt werden.

Die Nutzungspläne streben also eine Wohn- und Mischnutzung an. Das Wohnareal umfasst dabei 19000 Quadratmeter und wird Platz für etwa 250 Einwohner bieten. Zusätzlich zur Industrie, versteht sich. Der aufkommende Verkehr und damit die Erschliessung des Gebiets war daher ein weiterer fundamentaler Aspekt der Planung. Nicht nur in Bezug auf den motorisierten Verkehr: Auch soll Fussgängern und Velofahrern ein direkterer Anschluss ans Dorfzentrum ermöglicht werden. Dies will man mittelfristig mit einer Unterführung zum Dahlienweg bewerkstelligen.

Zum motorisierten Verkehr: Die Industriestrasse soll entlang der Bahnlinie ausgebaut werden und den Verkehr von der Wohnzone wegleiten. Die Erschliessung des Fadackers und des benachbarten Wissensteinfelds, das auf Derendinger Boden liegt, soll weiterhin getrennt gelöst werden. Eine Verbindung der Gebiete würde «die Gefahr von Schleichverkehr erhöhen», wie es im Raumplanungsbericht heisst. Oder, um es in den Worten von Hans Ruedi Ingold auszudrücken: «Die Derendinger wollen unseren Verkehr nicht, und wir wollen ihren nicht.»

Aller Verkehr wird also auf die Kreuzung Kriegstetten- und Horriwilstrasse geleitet. Nach Einschätzung der Planer werden aufkommende Mehrfahrten durch Gewerbe und Anwohner die Kapazität des Knotenpunkts jedoch langfristig übersteigen. Eine Kreuzung mit Ampel wäre eine denkbare Lösung. Kurz- bis mittelfristig bestehe aber kein Handlungsbedarf.

Infoveranstaltung im November

Dennoch befürchtet der Gemeinderat, dass der Knotenpunkt kollabieren könnte. Lösungen wie ein Autobahnanschluss oder eine Umfahrung liegen zwar in weiter Ferne, müssten aber zu gegebener Zeit wieder thematisiert werden. Gemeindepräsident Ingold gab hingegen zu bedenken, dass ein Autobahnzubringer auch zusätzlichen Verkehr anziehen würde.

Der Gemeinderat hat die Nutzungspläne genehmigt und ein Mitwirkungsverfahren lanciert, das mit einer öffentlichen Informationsveranstaltung im November startet. Anschliessend werden die Pläne aufgelegt.