Derendingen
Verseuchte Böden im Elsässli: Derendingen zieht vor Bundesgericht

Die Gemeinde Derendingen zieht den Entscheid des Solothurner Verwaltungsgerichtes, dass der Boden im «Elsässli» durch Baustoffe und nicht Abfall verseucht wurde, nun definitiv vor Bundesgericht.

Rahel Meier
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«Elsässli»

«Elsässli»

Hanspeter Bärtschi

Über die Feiertage haben der Anwalt der Gemeinde und Gemeindepräsident Kuno Tschumi das Urteil analysiert und am Montagmorgen beraten und entscheiden. «Wir sind nach wie vor der Meinung, dass es sich beim Elsässli um einen Ablagerungsstandort handelt und der Kanton mit seiner Beurteilung nicht Recht hat», erklärte Kuno Tschumi auf Anfrage.

Die Teerplatten seien von der damaligen Kammgarnspinnerei in den Gärten der Angestellten entsorgt worden (wir berichteten).

Auch die Tatsache, dass alle 28 Gärten gleich behandelt würden, sei so nicht rechtens. «Es gibt Gärten, die nicht belastet sind.» Als Letztes führt Kuno Tschumi an, dass die Belastung innerhalb der Gärten ebenfalls sehr unterschiedlich sei. «Es sind ganz klar die Teerplatten, die die Belastung mit den Schadstoffen verursachen.»

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffen

Zur Erinnerung: Vor rund drei Jahren wurde die Belastung der Böden im Elsässli mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) entdeckt. Bei den nachfolgenden Untersuchungen zeigte sich, dass auch die Belastung mit Zink und Blei überdurchschnittlich hoch ist.

Daraufhin wurden Nutzungseinschränkungen verhängt und ein Eintrag im Grundbuch angedroht. Das ist für die Gemeinde unverhältnismässig, das die Liegenschaften mitsamt der Gärten unter Denkmalschutz stehen und eine Umnutzung bereits damit erschwert werde. Da die Gemeinde selbst auch Liegenschaften im Elsässli besitzt, führen sie und der Kanton stellvertretend für alle Eigentümer ein sogenanntes Leitverfahren durch.

Kurz vor Weihnachten entschied das Verwaltungsgericht und stützte die Beurteilung des Kantons grösstenteils. Der Kanton beurteilt die Böden als belastet gemäss VBBo (Verordnung über Belastungen des Bodens).

Die Gemeinde Derendingen geht aber davon aus, dass es sich um eine Altlast gemäss Altlastenverordnung (ALV) handelt. «Der Gang vor Bundesgericht ist heikel, weil dieses nur über abschliessende Entscheide urteilen kann», so Tschumi. Der Kanton sei aber vom Verwaltungsgericht angewiesen worden, diesen abschliessenden Entscheid noch zu verfügen.