Unterleberberg

Verschmelzen diese sechs Gemeinden bis in zehn Jahren zu einer Gemeinde?

Bereits heute arbeiten die Gemeinden im Unterleberberg in vielen Bereichen eng zusammen. Feldbrunnen dagegen orientiert sich nach Solothurn.

Bereits heute arbeiten die Gemeinden im Unterleberberg in vielen Bereichen eng zusammen. Feldbrunnen dagegen orientiert sich nach Solothurn.

Die Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten der Gemeinden Riedholz, Flumenthal, Hubersdorf, Kammersrohr, Günsberg und Balm bei Günsberg wollen vertieft über eine Fusion diskutieren.

«Ich habe die Vision einer Gemeinde Unterleberberg, die alle Orte unseres Teilbezirks umfasst.» Mit dieser Aussage in der Gemeindepräsidienkonferenz Unterleberberg hatte Andreas Rüegger als Vorsitzender ganz bewusst «ordentlich Staub aufgewirbelt» und für eine ausführliche Debatte gesorgt.

Auf vielen Gebieten wie im Schul- und Sozialwesen, in der Jugendarbeit, der ARA und der Gruppenwasserversorgung bestünden intensive Zusammenarbeitsformen, die man vor rund 15 Jahren mit der Rahmenvereinbarung «Lebendiger Unterleberberg» als «Absicht, enger zusammenzurücken» bereits vertieft habe.

Ob sich denn dieses Vorhaben, das er grundsätzlich als richtigen Weg erachte, in den nächsten Jahren nicht konkreter angehen lasse, fragte Rüegger in die Runde. «Längerfristig werden wir vermutlich nicht um einen Zusammenschluss herumkommen, aber jetzt ist es noch zu früh», beantwortete der Günsberger Thomas Jenni diese Frage.

Er erinnerte an den vor Jahren missglückten Versuch der Gemeinden rund um Günsberg, einen Zusammenschluss zu wagen. Indirekt sei der spätere Anschluss von Niederwil an Riedholz eine Folge von damaliger schlechter Aufgleisung dieses politischen Geschäftes gewesen.

«Riedholz ist fusionsmüde»

Die Riedholzer Gemeindepräsidentin Jasmine Huber erklärte deutlich, dass für Riedholz in den nächsten 10 bis 20 Jahren ein derartiger Schritt nicht infrage komme: «Wir sind fusionsmüde.

Zudem wird unsere Gemeinde mit dem Ausbau von Attisholz-Nord in der Zukunft selbst auf über 3000 Einwohner wachsen.» Gut vorstellen könne sie sich aber eine ausgebaute sektorielle Zusammenarbeit, in der beispielsweise Bau- oder Finanzverwaltungen extern angegliedert im Bezirk geführt würden.

Auch Pascale von Roll (Balm) befand, dass man erst mal die Entwicklung von «Top 5» und auch diejenige der anderen Fusionsgemeinden abwarten solle. «Wenn Riedholz nicht mitmacht, ist das Vorhaben von Anfang an gescheitert», warf Christoph Heiniger (Flumenthal) ein mit dem Satz: «Entweder alle oder sonst nicht».

Keine Notlage

Die Konferenz einigte sich darauf, das Thema an der nächsten Zusammenkunft nochmals zu behandeln und vorher dazu Diskussionen in den einzelnen Gemeinderäten zu führen.

«Wir müssen uns wirklich Gedanken machen, wo wir als kleine Kommunen angesichts unserer geringen Autonomie in den nächsten 10 bis 20 Jahren stehen», gab der Vorsitzende dem Kollegium mit auf den Weg. Als fusionierte Gemeinde erhalte man die richtige Grösse und politisches Gewicht. Jetzt handele man noch nicht aus einer Notlage heraus, um diese politische Einheit anzustreben.

Terry Spillmann (Kammersrohr) veränderte den Blickwinkel, in dem er grundsätzlich fragte, wie man sich das Leben in der kommunalen Nachbarschaft gegenseitig erleichtern könne. Zu bedenken gab er, dass jede Zusammenarbeitsvariante zwar professioneller aber stets auch teurer werde.

Wem gehört das Schulzentrum?

Im Vorgriff auf die künftige Rechnungslegung in den Gemeinden gemäss HRM2, wo jede Gemeinde ihren Besitz ausweisen muss, hatte Christoph Heiniger – auch als Vorstandsmitglied der Gemeinsamen Schule Unterleberberg (GSU) – eine umfangreiche Analyse zu Investitionen gestartet, um die finanzielle Beteiligung der Anschlussgemeinden entsprechend ihrer Einwohnerzahl über die Jahre nachzuweisen.

Grundstück, Gebäude und Veloständer verfügen über einen Wert von 12,408 Millionen Franken, mit dem Klarheit über die anteiligen Besitzverhältnisse geschaffen wird. Das Gremium wünschte, dass die GSU künftig eine Bestandesrechnung führt. Heiniger wird darüber orientieren mit dem Ziel, dass keine der Gemeinden Schaden durch die Umstellung auf HRM2 erleidet.

Schutzwald soll Schäden verhindern

Nur Flumenthal und Feldbrunnen sind vom durch das Kreisforstamt lancierten Schutzwald-Projekt nicht betroffen. Es geht um das regelmässige Ausholzen der Bachufer und -betten in den Gefällestrecken am Jura, um Schäden durch extreme Wasserführung zu verhindern.

Einig waren sich alle Konferenzteilnehmer, dass man das schon letztjährig vorgestellte Projekt, für das weder neue Fakten noch eine bezifferte Offerte vorlagen, nicht brauche, weil überall lokale Lösungen teils sogar mittels Unterhalts- und Notfallkonzept (Riedholz) getroffen worden sind.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1