Kriegstetten
Urs Bucher hört im «Kreuz» auf und startet ein «Authentica»-Catering

Nach 28 Jahren schliesst Gastronom Urs Bucher das Kriegstetter Restaurant Kreuz. Er stellt sich einer neuen Herausforderung: einem Catering-Betrieb mit regionalen Produkten. Dabei sollen die Produzenten gleich selbst vor Ort sein.

Christoph Neuenschwander
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Urs Bucher (rechts) präsentiert seinen Gästen das neue Catering-Konzept.

Urs Bucher (rechts) präsentiert seinen Gästen das neue Catering-Konzept.

Simon Kneubühl

Urs Bucher tippt auf sein Smartphone. «Für solches Zeug geben wir all unser Geld aus», sagt der Gastronom. «Aber für Lebensmittel wollen die meisten Menschen immer weniger bezahlen.» Es sei diese «Geiz-ist-geil-Mentalität», die vieles kaputtmache.

Und die Mentalität nagt nicht nur an der Gastronomie, sondern auch an Urs Bucher ganz persönlich. «Viele Restaurants müssen sich heute die Frage stellen, ob sie das chinesische oder das brasilianische Poulet kaufen, damit der Betrieb noch rentiert. Dies, ohne sich zu überlegen, ob diese Erzeugnisse weniger gesund sind als regionale Produkte.»

Dieser Trend macht ihm Mühe. Das ist, in aller Kürze, der Grund weshalb der Wirt nach 28 Jahren den Betrieb des «Kreuz» in Kriegstetten einstellt.

Aber Urs Bucher wäre kaum Urs Bucher, würde er sich nicht einmal mehr neu erfinden. Am Montag lud er 80 Freunde, Geschäftspartner und Mitarbeiter ein, um über die Zukunft des «Kreuz» zu informieren.

Produzenten immer vor Ort

«Das Leben als Gastronom wird unberechenbarer», sagte er. Das habe ihn einerseits dazu bewogen, das Kreuz Anfang dieses Jahres zu verkaufen und den Restaurantbetrieb per Ende Jahr aufzugeben – den Pisonikeller und die Wasserbar werde er aber als Pächter weiterführen. Andererseits habe er sich gefragt, ob man denn immer jeden Trend mitmachen müsse, oder ob es nicht besser sei, auf Herkömmliches und Bodenständiges zu setzen.

Das ist der Hintergrund von Buchers «Authentica»-Messe, die bereits zweimal in Solothurn durchgeführt wurde. «Ich habe Lebensmittelproduzenten aus der Region besucht und dabei unzählige Entdeckungen gemacht», berichtete er. «Ich stieg in Weinkeller, ging über Äcker, besuchte Küchen, Braustuben und Metzgereien. Und ich war hingerissen von der Vielfalt an Produkten, die wir praktisch vor unserer Haustür finden.»

Daher wolle er nun ein «Authentica»-Catering lancieren. Die Idee: Anlässe sollen nicht nur mit regionalen Produkten beliefert werden, sondern die Kleinproduzenten sollen auch selbst vor Ort sein, um über ihre Ware Auskunft geben zu können. Für «Authentica»-Events soll künftig die Gaststube des «Kreuz», aber auch das Kapuzinerkloster in Solothurn oder der «Spiegelberg» in Halten zur Verfügung stehen.

Geschichten hinter den Menschen

Einen Vorgeschmack auf einen solchen Anlass bot der Montagabend, an dem Buchers Lieferanten ihre Köstlichkeiten vorstellten. In Kleinarbeit gesammelter Safran aus dem Kanton Luzern etwa, oder im Emmental gerösteter Kaffee von ausgewählten Plantagen in Äthiopien und der Dominikanischen Republik. «Das sind einzigartige Produkte», erklärte Bucher begeistert. «Und einzigartig sind auch die Menschen und deren Geschichten, die hinter den Produkten stehen.»