Atomdebatte
Unvollständige Sicherheitsberichte: ENSI rüffelt AKW Gösgen

Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) hat den Betreiber des AKW Gösgen in Däniken gerüffelt. Es gebe ein «Qualitätsproblem der Analysegruppe», sagte ENSI-Direktor Hans Wanner am Montag vor den Medien in Brugg AG.

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Das AKW Gösgen hat, laut ENSI, ein «Qualitätsproblem der Analysegruppe».

Das AKW Gösgen hat, laut ENSI, ein «Qualitätsproblem der Analysegruppe».

Keystone

Die Forderung für Gösgen sei «etwas speziell». Die Qualität der Analysegruppe müsse verbessert werden, hielt Wanner fest. Gösgen müsse wirklich Massnahmen ergreifen, die das Problem lösten. Diese Fachgruppe ist beim AKW Gösgen für die Sicherheitsanalysen zuständig.

Die Sicherheit der Anlage ist gemäss ENSI-Direktor «natürlich gegeben». Das AKW weise einen hohen Sicherheitsstand auf. «Wir können sagen, Gösgen erfüllt die Sicherheitsanforderungen», sagte Wanner.

Berichte mehrfach überarbeitet

Gösgen habe seine Unterlagen mehrmals überarbeiten müssen, sagte Georg Schwarz, Leiter des ENSI-Aufsichtsbereichs Kernkraftwerke. Es sei nicht das erste Mal, dass die Unterlagen der Anlage nicht der notwendigen Qualität entsprochen haben.

Die vom ENSI identifizierten Mängel in der Analyse der Erdbebenfestigkeit der Betreiber seien «leider kein Einzelfall», führte Schwarz aus. Das ENSI habe mehrmals Nachforderungen stellen und zusätzlich eigene Berechnungen anstellen müssen.

Bereits im Rahmen der Periodischen Sicherheitsüberprüfung 2008 und dem Nachweis der Beherrschung des 10'000-jährlichen Hochwassers 2011 habe der Betreiber Analysen eingereicht, die unvollständig dokumentiert und/oder von ungenügender technischer Qualität gewesen seien. Im Aufsichtsbericht 2009 habe der Betreiber aufgrund ähnlicher Defizite lediglich das Prädikat «ausreichend» erhalten.