Rüttenen
«Unvermeidliche Sanierung» des neuen Schulhauses strapaziert Finanzlage

Das Budget 2014 der Gemeinde Rüttenen enthält Vorboten des Projekts, das die Finanzen stark belastet: Das neue Schulhaus muss dringend saniert werden. Der Planungskredit beläuft sich auf 155'000 Franken.

Sven Altermatt
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Die Sanierung des neuen Schulhauses ist unvermeidlich. Hp. Bärtschi

Die Sanierung des neuen Schulhauses ist unvermeidlich. Hp. Bärtschi

Hanspeter Bärtschi

Die finanziell rosigen Zeiten könnten in Rüttenen bald vorbei sein. Im nächsten Jahr soll die Pro-Kopf-Verschuldung erstmals seit Jahren wieder die Marke von 1000 Franken knacken. «Auf unsere Gemeinde wartet eine Rieseninvestition», erklärte Markus Boss. Was der Präsident der Finanzkommission damit meinte, ist die «in jedem Fall unvermeidliche» Sanierung des Schulhauses, das im Dorf unter dem Namen neues Schulhaus bekannt ist.

Doch das 1971 erbaute Schulhaus ist nicht mehr so neu, wie sein Name vermuten lässt. «Gerade heute Morgen hat es wieder reingeregnet», verdeutlichte Gemeindepräsident Gilbert Studer am Montag (FDP) die Notwendigkeit einer Sanierung.

Im Budget 2014, das der Gemeinderat zuhanden der Gemeindeversammlung vom 9. Dezember einstimmig verabschiedet hat, ist mit dem Planungskredit von 155 000 Franken ein erster Vorbote veranschlagt. Sobald das Vorprojekt abgeschlossen ist, will Studer eine Spezialkommission mit Vertretern aller fünf Gemeinderatsparteien einsetzen.

Ein neues Feuerwehrauto

Bei Nettoinvestitionen von insgesamt 517 000 Franken resultiert 2014 ein Finanzierungsfehlbetrag von 419 147 Franken. In den Genuss einer Investition kommt die Feuerwehr. Sie soll ein neues, 200 000 Franken teures Mehrzweckfahrzeug erhalten. «Unser 31-jähriges Feuerwehrauto fällt regelrecht auseinander, das kann im Ernstfall gefährlich werden», begründete Gemeindepräsident Studer diese Entscheidung.

Für das neue Klubhaus des FC Rüttenen ist ein Beitrag von 31 000 Franken budgetiert. Man wolle diesen «wichtigen Botschafter des Dorfes» unterstützen. Weitere Kredite sind für den Unterhalt der örtlichen ARA (100 000 Franken), für die Sanierung diverser Kanalisationsabschnitte (93 000 Franken) und für die Sanierung der Ufermauer Chesselbach (58 000 Franken) vorgesehen.

Das Budget 2014 weist in der laufenden Rechnung bei Aufwendungen von 6,11 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 169 972 Franken aus. Die Bildungskosten, der grösste Brocken, sollen 2014 wie in den Vorjahren höher ausfallen und 2,34 Mio. Franken betragen. Der Kostenanstieg sei auf die Einführung von Frühfremdsprachen in der Primarschule und auf die spezielle Förderung in den Regelklassen zurückzuführen, erläuterte Finanzverwalter Kurt Lüthi.

Steuererhöhung noch kein Thema

Irgendwo im Kanton Solothurn muss sich ein Murmeltier versteckt haben, das munter vor sich hin gluckst. Landauf, landab erinnern die Gemeinderatssitzungen in diesen Tagen ein wenig an den Kinofilm «Und täglich grüsst das Murmeltier». Da erlebt der exzentrische Hauptdarsteller tagtäglich das Gleiche. In den Solothurner Gemeinden sind es die steigenden Sozialkosten, die das Murmeltier wecken und bei Gemeinderäten für rote Köpfe sorgen.

Anders in Rüttenen: Hier klingt das Klagelied sanfter. «Die Sozialkosten steigen weniger stark als in den Vorjahren», freute sich Finanzverwalter Lüthi. Im nächsten Jahr soll die soziale Wohlfahrt rund 1,40 Mio. Franken kosten. «Nach wie vor gibt es zahlreiche Beiträge», ergänzte Markus Boss, «die der Kanton vorgibt und die wir als Gemeinde nicht beeinflussen können.»

Obwohl Rüttenen vor einer «Rieseninvestition» steht, will im Gemeinderat niemand etwas von einer Steuererhöhung wissen. «Am attraktiven Steuersatz von 112 Prozent schrauben wir vorläufig nicht», meinte Gemeindepräsident Studer. Immerhin fällt der Steuerertrag mit 4,43 Mio. Franken im Budget 2014 höher aus als in den Vorjahresbudgets. Zwar erklärte Markus Boss: «Der Steuereingang entwickelt sich erfreulich.» Trotzdem mahnte der Präsident der Finanzkommission zur Vorsicht, das Prognostizieren von Steuererträgen sei ein wenig wie Kaffeesatzlesen.