Die Gemeinsame Schule Unterleberberg GSU kämpft mit steigenden Kosten: Allein für das nächste Jahr müssen die angeschlossenen Gemeinden Balm, Flumenthal, Günsberg, Hubersdorf, Kammersrohr und Riedholz 4,2 Prozent mehr zahlen. «Das ist extrem und nur schwer nachvollziehbar. Damit sind wir nicht einverstanden», sagt Günsbergs Gemeindepräsident Thomas Jenni unverhohlen. Der Gemeinderat von Günsberg will die wachsenden Kosten für das Schulpersonal und die Sonderschule nicht länger hinnehmen.

Günsberg ist damit nicht alleine: Ein entsprechendes Postulat an den Vorstand der GSU mit dem Ziel zu sparen wird von der Mehrheit der Unterleberberger Gemeinden unterstützt. Auf Druck von Riedholz wird gar eine ausserordentliche Delegiertenversammlung im Januar 2015 einberufen. «Wenn die Kosten weiter so steigen, können wir das irgendwann nicht mehr bezahlen», sagt Jenni. Allein der Personalaufwand steigt nächstes Jahr um über eine halbe Million Franken. Günsberg zahle jedes Jahr annähernd 2 Millionen Franken an die Schule. «Da wollen wir mehr Mitsprache.» Weil die Mittel für das nächste Jahr schon gesprochen sind, könne man das Budget der Schule nicht mehr zum Kippen bringen. Allerdings solle die Dienst- und Gehaltsordnung zurückgestellt und überarbeitet werden. «Wir wollen nicht stänkern», war man sich im Gemeinderat einig. Doch die Forderung ist deutlich: Die GSU solle vermehrt nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden.

Bauern auf den Zahn fühlen

Noch gibt es in Günsberg elf landwirtschaftliche Betriebe. Damit Hubert Müller weiterhin in der Gemeinde bauern kann, will er aussiedeln und auf der grünen Wiese einen neuen Hof bauen. Doch ohne die Einwilligung des kantonalen Amtes für Raumplanung lässt sich dies nicht realisieren. Denn eine Aussiedlung schafft neuen Verkehr. Bevor gebaut werden kann, soll den Günsberger Bauern auf den Zahn gefühlt werden: Wie sehen sie ihre Zukunft, wollen sie ausbauen, gibt es eine Nachfolge? Und könnte man eventuell Land zusammenlegen, damit dieses effizienter bewirtschaftet werden kann? Um solche Fragen zu klären, soll eine landwirtschaftliche Planung erstellt werden. Dazu wird der kantonale Bauernverband mit den Landwirten Interviews führen. Für eine Analyse hat der Gemeinderat 16 000 Franken gesprochen. «Die Auswertung können wir gleich für die Ortsplanung verwenden», sagt Thomas Jenni.

Bis Ende Januar 2015 sollen die Bauern systematisch befragt werden. Die Auswertung mit dem Bericht ist für März 2015 vorgesehen. Dann weiss auch Bauer Müller, ob und an welchem Ort er seinen Hof neu bauen kann. Müller plant bereits seit 2006, seinen Betrieb auszusiedeln. «Und was, wenn die Bauern nicht mitmachen bei der Befragung?», wollte Andreas Bühler wissen. Alex Affolter, selbst Landwirt, zeigte sich zuversichtlich: «Wir Landwirte haben ein gutes Einvernehmen mit dem Bauernverband. Ausserdem können sich die Bauern so selber Gedanken machen über die Entwicklung ihrer Betriebe.»

Inva Mobil weiter unterstützen

Der Gemeinderat hat beschlossen, das Inva Mobil weiterhin finanziell zu unterstützen. Der Fahrdienst chauffiert ältere oder behinderte Menschen, die den öffentlichen Verkehr nur erschwert nutzen können. Weil die Gemeindebeiträge (90 Rappen pro Einwohner) nicht mehr via den kantonalen Einwohnergemeindeverband geleistet werden, sollen nun die Kommunen
direkt ans Inva Mobil zahlen. «Das ist ein guter Dienst, gerade für Handicapierte, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen», sagt Thomas Jenni. Wie viele Günsberger den Dienst nutzen, sei zwar nicht ausgewiesen. Doch der Beitrag sei ein Akt der Solidarität,
meinte der Gemeindepräsident. Philipp Eng ergänzte, dass Günsberg exponiert am Hang liege und nicht sehr gut erschlossen sei mit dem Bus. Die 1100 Franken ans Inva Mobil waren im Rat
unbestritten.