Etziken
Unterhaltungskonzert mit Hits, Schlager und ein paar Ausnahmen

Für ihr zweites Unterhaltungskonzert unter der Direktion von Ruedi von Arx wählte die Musikgesellschaft Etziken vorwiegend Titel, die auf Gesang basieren. Zudem hat die Theatergruppe mit ihrem zweiaktigem Lustspiel das Publikum begeistert.

Hans Blaser
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Das Stück «Real-it Swing» bot Tenorsaxofonistin Melanie Stampfli die Gelegenheit zu einem Soloauftritt.

Das Stück «Real-it Swing» bot Tenorsaxofonistin Melanie Stampfli die Gelegenheit zu einem Soloauftritt.

Einen zünftigen Marsch an den Anfang eines Unterhaltungskonzertes zu setzen, ist nicht die falsche Praxis. Besonders dann nicht, wenn er von einem bekannten Könner stammt. Das ist Julius Fucik unbestritten. Der heutigen Instrumentation und den Hörgewohnheiten angepasst hat sein «Furchtlos Und Treu» der deutsche Musikverleger Siegfried Rundel. Weil Fucik ihn dem Oberst Oskar Sehrig widmete, ist er auch als «Oberst-Sehrig-Marsch» bekannt.

Vorwiegend basierten die von der MG Etziken ausgewählten Musiktitel auf Gesang. Ausgenommen davon und gut gelungen ist die von Freek Mestrini arrangierte «Sakvicka Polka» von Metodej Praja. Die bekannte und gefällige Polka animierte das Publikum zum Mitklatschen.

Sicher auch nicht auf einem Gesangshit basiert der «Real-it Swing» als zweite Ausnahme. Damit zeigt der rührige Berner Komponist einmal mehr sein unglaubliches Gespür für gefällige Musik. So ganz nebenbei bot dieser Titel der Tenorsaxofonistin Melanie Stampfli die Gelegenheit zu einem Soloauftritt.

Einen etwas anderen Mario Bürki zeigte die MG dann noch mit seiner Bearbeitung von Peter Rebers «I Wünsche Dir». Sie ist jedoch anspruchsvoller bezüglich Intonation und Klangkultur, als das Notenbild verrät.

Das sind die einzigen Ausnahmen. Denn selbst der «Cornfield Rock» des bekannten niederländischen Blasmusikkomponisten Jacob de Haan wurde ursprünglich für Männerchor geschrieben. Dazu machten sich die Barry Manilow-, Whitney-Houston- und Freddie-Mercury-Titel nicht schlecht, so wenig wie der «Köbeli Walzer» nach Appenzeller Liedern.

Theater mit vielen Lachern

Selbstverständlich wurden auch Zugaben gefordert. Eine erste lieferte die MG mit einem der schönsten Märsche des britischen Brass Band Komponisten William Rimmer. Sein toller «Slaidburn» stammt aus etwa der gleichen Zeit wie der Eröffnungsmarsch der Etziker. Deutlich jünger war die zweite Zugabe. Aber auch sie war ein Marsch. Geschrieben hat «Viva Arogno» der vor wenigen Monaten verstorbene Walter Joseph .

Ein Kompliment verdient auch die eigene Theatergruppe. Unter der Regie von Urs Müller hat sie das zweiaktige Lustspiel von Ramon Wächter «D’Junggselle-WG» nicht nur in den hiesigen Dialekt versetzt, sondern auch mit eigenen Einfällen und Gags bereichert. Damit hat sie das Publikum völlig in den Bann gezogen.

Dabei sind die Mimen grossteils aktive Musikantinnen und Musikanten. Das bedeutet für diese weit mehr, als nach dem Konzert das Instrument wegzulegen, sich umzukleiden und nach einigen Minuten mit einer anderen Aufgabe wieder auf der Bühne zu stehen. Nebst allen Musikproben, wo sie ihren musikalischen Part einstudieren, gilt es, Text zu lernen und eine Rolle zu erarbeiten.

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