Derendingen

«Unser Job als Rettungssanitäter ist eine tägliche Herausforderung»

Markus von Arx war viele Jahre im Rettungsdienst.

Markus von Arx war viele Jahre im Rettungsdienst.

Der ehemalige Rettungssanitäter Markus von Arx hat ein Buch über seinen früheren Arbeitsalltag geschrieben. Darin fasst er lustige und traurige Anekdoten aus 28 Berufsjahren zusammen. Von Arx will damit die Arbeit der Rettungsdienste greifbar machen.

Mehr als 28 Jahre war Markus von Arx als Rettungssanitäter im Einsatz. Dabei hat er viel erlebt. Unter anderem auch, dass sein Beruf von vielen unterschätzt wird. In einem Buch will er nun das Berufsbild des Rettungssanitäters bekannter machen. Er kennt den Kanton Solothurn wie seine Westentasche.

Einerseits, weil er in Bettlach geboren, in Grenchen und vor allem in Dulliken aufgewachsen ist, danach über 25 Jahre mit seiner Familie in Wangen b. O. gelebt hat und nun seit knapp zwei Jahren in Derendingen weilt. Andererseits, weil er viele Jahre im Rettungsdienst im Einsatz war – und nun in der Alarmzentrale in Solothurn arbeitet.

Stelle in Olten war frei

Eigentlich ist Markus von Arx gelernter Sanitär- und Heizungsinstallateur. Die Arbeit hat ihm gefallen. Seine Militärzeit absolvierte er im Sanitätsdienst – und er merkte, wie ihn diese Arbeit erfüllte. «Aufgewachsen in einem Kinderheim, steckte in mir schon früh der Wunsch, anderen zu helfen», erklärt von Arx. Fast wäre er aber dann bei den Schweizer Gardisten im Vatikan gelandet. Doch der Zufall wollte, dass im Kantonsspital Olten eine Stelle im Transportdienst frei wurde. Und so landete von Arx dort.

Transportdienste – so lautete früher die Bezeichnung für den heutigen Rettungsdienst. Kein Wunder also, dass man oft ein völlig falsches Bild von diesem Beruf hat. «Viele meinen, wir seien bloss die Chauffeure und zusammen mit Ärzten unterwegs.» Tatsache ist, dass die diplomierten Rettungssanitäter mit der ihnen übertragenen Verantwortung alleine ausrücken und so professionelle Hilfe leisten. «Unser Job ist anspruchsvoll, abwechslungsreich und eine tägliche Herausforderung», so von Arx. Kein Tag verläuft wie der andere. Die Rettungssanitäter begegnen den unterschiedlichsten Leuten und Fällen. Lustigen, traurigen, dramatischen und immer auch wieder herzergreifenden.

Einige dieser Geschichten hat von Arx in einem Buch zusammengefasst. Zum Beispiel die, von der dramatischen Rettung aus einer Schlucht bei Allerheiligenberg. Oder diejenige vom Handwerker, der sich auf der Baustelle mit einer Nagelpistole in den Fuss geschossen hat und vor seinen Kollegen den harten Kerl raushängte.

Unvergessen bleibt auch ein Krankentransport. Von Arx und sein Kollege sollten eine ältere Dame abholen. Als sie mit der Trage vor ihrer Tür standen, meinte die Dame: «So krank bin ich nicht. Zudem lasse ich mir die Gelegenheit nicht entgehen, von einem jungen Mann am Arm aus dem Haus geführt zu werden.» Geschichten mit Unterhaltungswert. Aber von Arx geht es in erster Linie darum, die Arbeit der Rettungsdienste greifbar zu machen. «Wir sind keine Helden, wir erledigen unseren Job.»

Wechsel ins Backoffice

In seinem Buch lässt von Arx auch Kantonsarzt Christian Lanz zu Worte kommen. Zudem gibt er anhand des Spitals Olten eine Übersicht über die Geschichte des Rettungsdienstes. Das Buch war für von Arx in den vergangenen Monaten eine wichtige Ablenkung, denn aufgrund einer Knieoperation konnte er mehrere Monate nicht arbeiten. Zurück in der Arbeitswelt, musste er von der Front ins Backoffice wechseln: heute arbeitet von Arx in der Notrufzentrale des Kantons Solothurn.

Aber egal, ob an der Front oder im Hintergrund: Die Geschichten, die einem begegnen, sind nicht immer die einfachsten. Trost und Ablenkung sind darum wichtig. Dies findet von Arx in der Natur, beim Kochen oder auch bei seiner Tätigkeit als Gründer der Sankt Nikolausgesellschaft Wangen b. O. «Der heilige Nikolaus hat mich seit meiner Kindheit fasziniert.» Seit vielen Jahren ist er darum in der Adventszeit als Samichlaus unterwegs. Zudem ist der St. Nikolaus das Hauptmotiv der Ikonenbilder, die von Arx mit viel Herzblut malt – und er hat auch noch einen anderen Stellenwert in von Arx’ Leben: «Der St. Nikolaus ist der Schutzpatron der Rettungskräfte – und auf seinen Schutz sind wir angewiesen.»

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